Der Wetter-Tag bei wetter.de

Schauer und Gewitter in der Nacht

von Carl-​Henning Liss

Wetter in der Nacht zu Samstag, 30. August
Schauer und Gewitter im Süden, Nebel an der Oder und Tiefstwerte zwischen 9 und 18 Grad.

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages:

In der Nacht ziehen im Süden weitere Schauer und vereinzelt Gewitter durch, in der Oberlausitz streifen einzelne vorbei. Im Westen lassen die Regenfälle nach, während es im Osten teils aufklart und Richtung Oder Nebel entsteht.
Die Temperaturen sinken auf Werte zwischen 16 und 9 Grad. Am Alpenrand wird es am kühlsten, an der Ostsee bleibt es mit rund 18 Grad am mildesten. Im Nordwesten frischt der Wind aus Südwest spürbar auf.

Unwetter trifft Norditalien und Urlaubsregionen

Schwere Unwetter haben seit Donnerstag Norditalien erfasst und auch beliebte Urlaubsregionen stark getroffen. Nach Angaben der Feuerwehr gab es mehr als 1.300 Einsätze, vor allem in der Lombardei, in Venetien, im Piemont und in der Toskana. Dächer wurden abgedeckt, Bäume entwurzelt, in Mailand mussten Parks schließen.

Auch in Florenz blieben Parks und Radwege am Arno gesperrt, an der ligurischen Küste wurden Strandbäder geschlossen. In La Spezia und den Cinque Terre erreichten Böen über 110 Kilometer pro Stunde, in Venetien fielen Hagelkörner fast so groß wie Tennisbälle. In Parma kamen binnen einer Stunde 50 Millimeter Regen herunter, am Gardasee wurden Straßen und Tiefgaragen überflutet.
Die Zivilschutzbehörde warnte auch für Freitag vor weiteren Unwettern, besonders für Nord- und Mittelitalien.

25-Grad-Marke erreicht

Um 14 Uhr reichen die Spitzentemperaturen in Deutschland bis 25 Grad. Gemäß Prognose ist heute Nachmittag auch nicht viel mehr zu erwarten.

Die Tabelle zeigt die höchsten Temperaturen, die bis 14:00 Uhr gemessen wurden.
Die Tabelle zeigt die höchsten Temperaturen, die bis 14:00 Uhr gemessen wurden.

Wechselhaftes Wetter am Wochenende

Am Wochenende gibt es viele Wolken und teils Regenschauer oder Gewitter.
Am Wochenende gibt es viele Wolken und teils Regenschauer oder Gewitter.

Am Wochenende wird das Wetter in Deutschland wechselhaft. Es drohen einige Schauer und teils Gewitter, aber ansonsten wird es auch freundliche oder zumindest trockene Phasen geben. Die Temperaturen sind nur mäßig warm. Die Höchstwerte reichen oft von 20 bis 25 Grad.

Studie: Deutliche Fortschritte bei kommunaler Wärmeplanung

Bei der kommunalen Wärmeplanung in Deutschland gibt es aus Sicht eines Bundesinstituts Fortschritte. Fast die Hälfte aller Städte und Gemeinden in Deutschland hätten damit begonnen, eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen, heißt es in einer Analyse des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit Stand Anfang Mai. 4,5 Prozent der Kommunen hätten ihren Wärmeplan bereits abgeschlossen.

Laut Analyse leben rund 66 Prozent der Bevölkerung in Gemeinden mit begonnener Wärmeplanung, weitere 16 Prozent in Gemeinden mit bereits fertigen Plänen. „Gemessen an den gesetzlichen Fristen ist dieser Stand als deutlicher Fortschritt zu bewerten”, so das Bundesinstitut.

Die „Wärmewende” im Gebäudesektor sei eine Schlüsselaufgabe, um Klimaziele zu erreichen. In den kommenden Jahren werde es nicht nur auf die flächendeckende Erstellung von Wärmeplänen, sondern insbesondere auf die Qualität und die notwendige Umsetzbarkeit ankommen, hieß es. „Entscheidend wird sein, inwiefern Wärmepläne als tragfähige Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen und damit wirksam zur Umsetzung der Wärmewende beitragen können.” Die Umsetzung der Wärmeplanung sei mit erheblichen Investitionen der Kommunen verbunden.

Wetteraussichten für heute

Vormittags zieht der Regen vom Süden in den Osten, teils wird es dabei auch gewittrig. Im Westen geht es mit Sonnenschein in den Tag.

Am Nachmittag bilden sich am Alpenrand einzelne Schauer und Gewitter, in der Mitte kommt die Sonne häufiger durch. Gegen Abend setzt im Westen etwas Regen ein. Die Temperaturen erreichen 18 Grad am Alpenrand und 25 Grad in Nordrhein-Westfalen.

Teils Unwetter in Europa

In Westeuropa bleibt es wie auch in Deutschland wechselhaft mit einigen Schauern und Gewittern, vor allem in Teilen Frankreichs, auf den Balearen und in Italien, dort sind zwischen Rom und Neapel unwetterartige Gewitter mit Starkregen möglich. Zum Teil kräftige Regenschauer sind auch in Polen, Estland und im Süden Norwegens einzuplanen.

Die Temperaturen liegen in den nordischen Ländern oft zwischen 14 und 20 Grad. Auf den Britischen Inseln, in weiten Teilen Frankreichs sowie in Belgien erreichen die Temperaturen 16 bis 21 Grad. In Osteuropa ist dagegen noch recht warme Luft unterwegs, in Serbien, Rumänien, Slowakei, Ungarn und Ostpolen sind oft 30 bis 34 Grad zu erwarten. Im Süden Spaniens und Portugals liegen die Höchstwerte oft zwischen 28 und 34 Grad.

Wetterlage: Tief Ex-Erin bestimmt das Wochenendwetter

Es gibt auch längere trockene und sonnige Phasen in Deutschland.
Es gibt auch längere trockene und sonnige Phasen in Deutschland.

Der Tiefdruckkomplex von Ex-Hurrikan Erin verursacht weiterhin unbeständiges, schaueranfälliges Wetter. Das Randtief Thomas zieht nun über die Ostsee ab und damit folgt schon das nächste Randtief, welches heute gegen Abend im Westen wieder etwas Regen bringt.

Viele Schmetterlingsarten trotz gutem Jahr weiter gefährdet

Für Schmetterlinge herrschen in diesem Jahr wegen der warmen Witterung gute Bedingungen in Deutschland. „Insekten sind generell eher wärmeliebend. Wenn es trocken und warm ist, ist das kurzfristig für viele gut”, erklärte Martin Wiemers vom Senckenberg Deutschen Entomologischen Institut in Müncheberg. Dieses Jahr habe er besonders viele Schornsteinfeger-Falter gesehen.

Insgesamt sei die Lage für die Tiere aber weiterhin bedrohlich. „Einzelne Jahre ändern nicht den Trend”, so der Biologe und Insektenkundler, denn: Viele Schmetterlingsarten in Deutschland sind gefährdet. Am kritischsten sei es bei Arten, die an Mooren, wie der Hochmoor-Gelbling, oder in Feuchtgebieten, wie der Baldrian-Scheckenfalter, leben.

Insgesamt gibt es hierzulande 3.700 Schmetterlingsarten, dazu zählen rund 190 Tagfalter. Für die Rote Liste wurden zuletzt vor knapp 15 Jahren 184 Arten bewertet, davon gelten 42 Prozent als ausgestorben oder bestandsgefährdet. Ein Grund für den Rückgang der Arten sei die Intensivierung der Landwirtschaft mit der Verwendung von Pestiziden, sagt Wiemers. Auch häufiges Mähen von Wiesen und Feldern sei ein großes Problem. „Wenn man eine Wiese mäht, vernichtet man unter Umständen einen Großteil der Tiere.” Entscheidend sei auch, ob man eine Wiese zweimal oder nur einmal mähe und zusätzlich ein paar Bereiche stehen lasse. „Um die Population zu erhalten, reicht es locker aus, einen Anteil nicht zu mähen, zum Beispiel ein Viertel der Fläche.”

Eine zusätzliche Gefahr sind nach Angaben des Insektenkundlers Extremwetterereignisse. Starke Regenfälle, aber auch anhaltende Trockenheit töteten Tiere. Wenn es zu wenig regnet, vertrocknen Pflanzen und Raupen und Schmetterlingen geht die Nahrungsgrundlage aus. Auch Fressfeinde und Parasiten könnten für das Überleben eine enorme Rolle spielen.

Bilanz: Kein Rekordsommer

Der Sommer geht zu Ende, die Meteorologen ziehen Bilanz: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach legt am Freitag seine Jahreszeit-Bilanz vor. Auch wenn sich kein Rekordsommer andeutet, sind Experten zufolge Veränderungen durch den Klimawandel auch in diesem Jahr zu erkennen.

Die vorläufige Auswertung der Messstationen bezieht sich auf die Durchschnittstemperatur sowie die Niederschlagsmenge und Sonnenstunden. Auch wenn aktuell noch gezählt wird, steht die grobe Linie schon fest: „Der Sommer war relativ warm, es war aber kein Rekordsommer”, erklärte DWD-Experte Andreas Walter. Der bisher wärmste Sommer in Deutschland war 2003 mit einer Durchschnittstemperatur von 19,7 Grad. Für den Sommer 2025 erwartet der DWD einen Wert zwischen 18,0 und 18,5 Grad.

Der Juni sei relativ warm gewesen, sagt DWD-Experte Walter, der Juli relativ kühl. „Bemerkenswerterweise hatten beide Monate die gleiche Mitteltemperatur.” Die kleine Hitzewelle im August wird wohl dafür sorgen, dass dieser Monat über dem Schnitt liegt.

Beim Niederschlag gab es zwar immer mal wieder längere Dürreperioden, am Alpenrand und in Nordosten fiel phasenweise aber auch ergiebiger Regen. Der DWD erwartet daher, dass sich die Niederschlagsmenge deutschlandweit ziemlich genau im klimatologischen Mittel bewegt. Bei den Sonnenstunden geht der DWD davon aus, dass am Ende ein leichtes Plus stehen könnte.

PIK-Forscher Hoffmann betont, das erste Halbjahr habe vielerorts in Deutschland zu den regenärmsten der letzten Jahrzehnte gehört, in Südeuropa sei es dagegen vergleichsweise sehr feucht gewesen. „Eine Entwicklung, die mit dem Klimawandel in Verbindung steht”, so Hoffmann. Der Wetterumschwung Anfang Juli habe dann das andere Extrem gebracht – „länger anhaltende Regenperioden, die den akuten Trockenstress in Deutschland jedoch nur für wenige Wochen abmilderten”.

(mit dpa)