Graues Schmuddelwetter mit Tief Eduard

Gewitter rollen über Portugal hinweg

von Amelie von Kruedener

Unwetter in Portugal: Schwere Gewitter und Starkregen erreichen auch Nordspanien und Frankreich
Unwetter in Portugal: Schwere Gewitter und Starkregen erreichen auch Nordspanien und Frankreich

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter-News des Tages:

Auf der Atlantikseite herrscht heute ein ordentliches Donnerwetter. In Portugal steigen die Chancen auf kräftige Schauer und Gewitter – besonders im Westen und Nordwesten. Bis Freitagabend greift die Gewitterzone voraussichtlich auch auf Nordspanien und Teile Frankreichs über. Dabei sind lokal größere Regenmengen möglich, teils über 100 Liter pro Quadratmeter.

Im Vergleich zur jüngsten Wettereskalation in Norditalien, wo binnen 24 Stunden ganze Regionen geflutet wurden, bleibt das erwartete Geschehen aber im moderateren Bereich. Starkregen und Blitzgewitter stehen zwar auf dem Plan, von flächendeckendem Chaos ist aktuell jedoch nicht auszugehen. Trotzdem: In den betroffenen Regionen heißt es Schirme spannen und Fenster schließen – der April bleibt launisch.

Wetter bei Osterfeuern am Karsamstag meist trocken

In Deutschland werden am Samstag in vielen Orten Osterfeuer entzündet. Nach einem alten Brauch wird damit der Winter vertrieben.
In Deutschland werden am Samstag in vielen Orten Osterfeuer entzündet. Nach einem alten Brauch wird damit der Winter vertrieben.

Osterfeuer sind ein beliebter und alter Brauch, und in diesem Jahr dürfte das Wetter vielerorts gut mitspielen. Nach einigen Regenschauern zum Auftakt des Osterwochenendes zieht sich der Regen in der Nacht auf Samstag in den Nordosten zurück, wo es von Schleswig-Holstein bis Sachsen noch länger feucht bleibt. Der Rest des Landes darf sich auf eine trockene und meist klare Nacht freuen, allerdings wird es frisch mit Temperaturen zwischen 0 und 5 Grad – in den Alpen könnte es sogar leicht frieren.

Am Karsamstag bleibt es von der Ostsee bis zum Erzgebirge wolkig bis trüb, vereinzelt gibt es weitere Schauer. Ansonsten lockert es nach morgendlichem Nebel oft auf, besonders rund um Bayern zeigt sich die Sonne großzügig. Mit Temperaturen zwischen 14 und 22 Grad wird es angenehm warm, nur direkt an der Küste bleibt es kühler bei knapp über 10 Grad.

Viele Veranstalter hatten zuletzt wegen Trockenheit Bedenken, doch der Regen der letzten Tage hat Entspannung gebracht – ideale Bedingungen also für die traditionellen Osterfeuer, die landesweit in großer Zahl stattfinden. Tierschützer erinnern allerdings daran, dass sich Tiere in den vorbereiteten Holzstapeln verstecken könnten. Daher sollten die Stapel kurz vor dem Anzünden noch einmal umgeschichtet werden, um tierische Bewohner rechtzeitig zu schützen.

Gestern der wärmste Tag des Jahres - Brandenburg glühte bei fast 30 Grad

Der Donnerstag hat den Frühling kurzerhand übersprungen und den ersten Sommertag des Jahres geliefert. Laut Messnetz des Deutschen Wetterdienstes kletterten die Temperaturen in Coschen und Cottbus auf jeweils 28,4 Grad – Spitzenwerte für Mitte April. Doch es geht noch heißer: In Guben zeigte das Thermometer sogar 29,2 Grad. Damit war die Stadt an der Neiße inoffiziell der heißeste Ort Deutschlands und sicherte sich den Sonnenrekord des Jahres.

Solche Ausreißer sind im April zwar selten, aber nicht ausgeschlossen. Der gestrige Tag war dabei ein Paradebeispiel für den launischen Charakter des Frühlings, der plötzlich Sommer spielt. In den nächsten Tagen geht’s wieder bergab mit den Temperaturen – doch der erste Hitzekick 2025 ist gesetzt.

Heftige Schneefälle in den Alpen: Ein Toter, Vermisste und Verkehrschaos in Italien, Frankreich und der Schweiz

Heftige Schnee- und Regenfälle in den Alpen haben in Italien, Frankreich und der Schweiz für Chaos und Verkehrsbehinderungen gesorgt. Vor allem im Schweizer Kanton Wallis sorgten die Schnee- und Wassermassen sowie Erdrutsche und umgestürzte Bäume am Donnerstag für Chaos: Zahlreiche Straßen und Bahnstrecken waren gesperrt, alle Schulen in dem Kanton blieben vorsorglich geschlossen. Mehrere Orte waren zeitweise auch ohne Strom.

Ein „älterer Mann” sei im Piemont ums Leben gekommen, teilten die italienischen Rettungsdienste mit. Zudem galten zwei Menschen als vermisst, nach ihnen wurde am Freitag weiter gesucht.

In der Kantonshauptstadt Sitten waren wegen der Regen- und Schneefälle viele Straßen für Autos und sogar für Fußgänger gesperrt. Die 36.000 Einwohner sollten vorsorglich zu Hause zu bleiben.

Der Simplon-Pass und der Grosse-St.-Bernhard-Pass, die das Wallis mit dem italienischen Aostatal verbinden, wurden wegen der starken Schneefälle gesperrt. Auch der Simplon-Tunnel und der Grosse-St.-Bernhard-Tunnel waren seit Mittwochabend aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Für mehrere Täler im Wallis wurde bis Donnerstagabend die höchste Unwettergefahrenstufe ausgerufen. Aufgrund der starken Niederschläge drohten dem Wetterdienst Meteoschweiz zufolge ein „extremer Anstieg” der Wasserpegel sowie Erdrutsche und Schlammlawinen. Die Menschen sollten vor allem steile Hänge sowie Ufergebiete von Fließgewässern meiden.

Urlauber wurden gebeten, Reisen ins Wallis bis Karfreitag zu verschieben. Im Wallis und in angrenzenden Regionen im Berner Oberland und im Tessin galt auch die zweithöchste Lawinenwarnstufe.

In Italien meldete der Wetterdienst heftigen Regen, der oberhalb von 1800 Metern in Schnee überging. Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern. Die Autobahn zwischen Turin und Aosta stand teilweise unter Wasser und wurde gesperrt. In Mailand wurden Parks wegen umstürzender Bäume und herabfallender Äste geschlossen. Im Aostatal mussten Häuser und Ställe evakuiert werden, weil Flüsse über die Ufer zu treten drohten.

In Frankreich wurde im Département Savoie an der Grenze zu Italien aufgrund starker Schneefälle am Mittwochabend vom Wetterdienst Météo-France die zweithöchste Lawinenwarnstufe ausgerufen. Etwa 4000 Haushalte in Frankreich waren zwischenzeitlich ohne Strom und mehrere Straßen wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Die Autobahn A43 wurde für Lastwagen gesperrt.

Kühl, grau, nass - und manchmal wird’s auch hell und laut

Das ist heute ein Tag zum entspannten Zuhause bleiben, denn mit vielen Wolken und Regen geht es weiter. Nur im äußersten Osten beginnt der Tag trocken. Später kommen die Schauer auch hier an, örtlich sind zudem Blitz und Donner möglich. Dafür lockern die Wolken vom Rheinland bis zu den Alpen auf. Dazu müssen wir uns mit kühlen 8 bis 14 Grad begnügen. Nur in Richtung Ostsee und Oder sind mildere 15 bis 20 Grad drin.

Weite Teile Deutschlands liegen am Karfreitag unter Tiefdruckeinfluss, sind von Wolken bedeckt und werden nass - nur ganz im Osten verbleibt noch eine kleine Wolkenlücke. Am Samstag zieht das Tief mit Namen Eduard nach Skandinavien ab und von Süden her wird es freundlicher.

Wetterlage
Umzingelt von solcher Tief-Power liegt Deutschland am Karfreitag unter einer fast lückenlosen Wolkendecke.