Heftiger Wintersturm in den USA
60 Zentimeter Schnee, dicke Eispanzer und gefühlte -30 Grad - hier hat der Winter richtig ernst gemacht

Der Schneefall ist noch nicht vorbei, und Teile von Michigan müssen sich bereits aus einer 60 Zentimeter hohen Schneedecke befreien.
Heftige Schneefälle, Eisregen, Sturm und extreme Kälte - ein heftiger Wintersturm hat weite Teile der nördlichen USA getroffen. Gefährliche Verkehrsbedingungen, Stromausfälle und erhebliche Einschränkungen im öffentlichen Leben waren das Ergebnis. Der Sturm folgte unmittelbar auf einen Bomben-Zyklon, ein meteorologisches Phänomen, bei dem der Luftdruck innerhalb kurzer Zeit stark fällt und das System extremen Wind, Schnee und Kälte erzeugt.
Stellenweise fielen bis zu 60 Zentimeter Schnee, berichteten US-Medien. Der Nationale Wetterdienst meldete Rekordschneefälle für zwei Städte in Michigan. Auf den Großen Seen, einem riesigen Binnenseensystem an der Grenze zu Kanada, sorgten Orkanböen für Wellen von bis zu sechs Metern. Hier mischt zudem der Lake Effect mit. Dabei streicht extrem kalte Luft über die Großen Seen, deren Wasser noch erheblich wärmer ist. Feuchtigkeit steigt auf, wird vom Luftstrom mitgenommen und schneit dann in schmalen Niederschlagsbändern über Land an der Südostseite der Seen ab. Dabei kann sich der Schnee meterhoch auftürmen.
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Strom- und Flugausfälle, Unfälle, umgestürzte Bäume
Nach Angaben von Beobachtungsdiensten waren zeitweise mehr als 120.000 Haushalte ohne Strom, besonders betroffen war der Bundesstaat Michigan. Umgestürzte Bäume und beschädigte Stromleitungen erschwerten die Reparaturarbeiten. Die Stromversorgungsunternehmen warnen weiter vor anhaltenden Ausfällen.
Behörden meldeten in vielen Bundesstaaten zahlreiche Verkehrsunfälle, darunter mindestens einen tödlichen. Auch der Flugverkehr war betroffen: Tausende Flüge wurden gestrichen oder waren verspätet. Die gefühlten Temperaturen sanken in einigen Landesteilen auf unter minus 30 Grad Celsius.
In Teilen des Nordostens, darunter im Bundesstaat New York, rechneten die Behörden mit extremen Bedingungen mit sehr geringer Sichtweite und riefen die Bevölkerung dazu auf, unnötige Reisen zu vermeiden.
Weitere kurze Schneestürme werden erwartet
Heute an Silvester besteht erneut die Möglichkeit von Schneefällen, da ein weiteres Tiefdruckgebiet über die Großen Seen zieht. Am frühen Nachmittag wird leichter Schneefall erwartet, der voraussichtlich bis in den frühen Abend hinein anhalten wird. Es sind weitere 1 bis 5 Zentimeter Neuschnee möglich, wobei am Nachmittag vereinzelt starke Schneeschauer oder kurze Schneestürme auftreten können.
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