Schneeschieber statt Körnerbuffet
Vergiss das Futterhaus: Diese zwei Dinge retten Vögel im Schnee

Wenn Schnee fällt, greifen viele reflexartig zum Meisenknödel. Gut gemeint, aber oft nicht der größte Hebel. Viel entscheidender sind zwei Dinge, die kaum jemand auf dem Schirm hat: schneefreie Flächen und flüssiges Wasser. Beides entscheidet im Winter häufiger über Überleben oder Erschöpfung als das prall gefüllte Futterhaus.
Schneefrei schlägt Körner
Vögel sind keine reinen Futterhausbewohner. Amseln, Rotkehlchen, Zaunkönige und viele andere Arten suchen ihr Futter am Boden. Insektenlarven, Samen, Beerenreste, Würmer. Liegt dort eine geschlossene Schneedecke, ist diese natürliche Nahrungsquelle schlicht weg. Ein kleiner freigeräumter Streifen im Garten, unter der Hecke oder am Beetrand kann mehr helfen als jede zusätzliche Futtersäule.
Schon eine Fläche von ein paar Quadratmetern reicht oft aus. Wichtig ist, den Schnee nicht auf andere Suchstellen zu kippen. Besser ist es, den Schnee an einer Stelle zu sammeln oder ihn unter Sträucher zu schieben. Diese offenen Stellen wirken wie Magneten, weil sie das bieten, was Vögel eigentlich bevorzugen: vertraute Nahrung, die ohne lange Flüge erreichbar ist. Das spart Energie, Energie die besonders nachts dringend gebraucht wird.
Wasser ist der heimliche Engpass
Noch unterschätzter als schneefreie Flächen ist Wasser. Schnee deckt den Bedarf nicht. Ihn zu fressen kostet Wärme und Energie. Viele Vögel vermeiden das komplett. Bei Dauerfrost wird Wasser deshalb zum echten Flaschenhals. Eine flache Schale mit täglich erneuertem, handwarmem Wasser ist oft wichtiger als zusätzliche Körner. Ideal sind raue Keramik- oder Kunststoffschalen. Metall friert zu schnell durch. Der Standort sollte übersichtlich sein, damit keine Katzen lauern können. Ein kleiner Stein oder Ast in der Schale hilft, sicheren Halt zu finden. Wer regelmäßig Wasser anbietet, wird schnell merken, wie stark es frequentiert wird, selbst bei Minus fünf Grad.
Füttern ja, aber gezielt
Natürlich schadet ein gutes Futterangebot nicht. Energierreiche Saaten wie Sonnenblumenkerne, Haferflocken oder ungesalzene Erdnüsse sind sinnvoll. Entscheidend ist die Kombination. Futter allein hilft wenig, wenn die Tiere keinen Platz zum Trinken und Suchen haben. Ein Garten ohne Schnee und mit Wasser ist im Winter deutlich attraktiver als ein reines Futterparadies.
Regelmäßigkeit bleibt auch hier wichtig. Ein leerer Platz zur falschen Zeit zwingt Vögel zu unnötigen Suchflügen, das kostet Kraft.
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Ein bisschen Unordnung hilft schon
Es braucht keinen perfekt gepflegten Wintergarten. Im Gegenteil. Laubhaufen, alte Stauden und dichte Sträucher sind Schutzräume. Wer zusätzlich ein paar Schneeflächen freilegt und Wasser bereitstellt, hilft den Vögeln dort, wo es wirklich zählt.
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Quellen: NABU Deutschland, LBV Bayern, BUND Naturschutz, Ornitho.de, Umweltbundesamt