Tricks für saubere Shirts und Badesachen
Sonnencreme-Flecken vermeiden & entfernen

Sonnencreme ist tückisch – nicht nur für die Haut, sondern auch für Kleidung, Handtücher oder Autositze. Woher sie kommen, wie man sie vermeidet und wie man sie wieder loswird.
Hartnäckige Chemie-Kombi hinterlässt fiese Flecken
Sonnencreme-Flecken sind das Ergebnis einer unschönen Mischung aus Chemie, Fett und Sonne. Schuld sind in vielen Fällen chemische UV-Filter wie Avobenzon. Dieser Stoff schützt zwar zuverlässig vor UVA-Strahlen, reagiert aber empfindlich auf seine Umgebung. Kommt er mit Eisen- oder Kupferionen im Leitungswasser oder in Waschmitteln in Kontakt, verändert sich seine Struktur. Das Ergebnis: eine gelbliche bis bräunliche Verfärbung, die sich tief im Gewebe festsetzt.
Gleichzeitig arbeiten viele Sonnencremes mit wasserfesten Rezepturen, die reich an Ölen und Wachsen sind. Diese Fettanteile dringen beim Eincremen tief in die Fasern ein und wirken wie ein Klebstoff für Schmutz- und Farbpartikel. Wird die Kleidung dann in der Sonne getragen, beschleunigt die UV-Strahlung den Abbau der chemischen Filter. Dabei entstehen neue, farbintensive Verbindungen, die sich noch tiefer in den Stoff einbrennen. So entsteht aus einer unsichtbaren Schutzschicht auf der Haut schnell ein hartnäckiger Fleck im Stoff – und der ist oft resistenter als jeder Rotweinspritzer.
Wie verhindert man die lästigen Verfärbungen?
Flecken durch Sonnencreme lassen sich zwar nicht immer völlig verhindern, doch mit ein paar einfachen Kniffen sinkt das Risiko deutlich. Wichtig ist vor allem, der Creme Zeit zu geben: Mindestens 15 bis 20 Minuten sollten zwischen Eincremen und Anziehen liegen, damit sich die Schutzschicht auf der Haut setzen kann. Kleidung, die nicht direkt anliegt, reduziert zusätzlich das Reiben und damit das Risiko, dass Fett und Filter in die Fasern wandern, bei Bikini oder Badehose ist das allerdings kaum möglich.
Die richtige Sonnencreme macht’s
Auch die Wahl der Sonnencreme spielt eine Rolle. Mineralische Filter wie Zinkoxid oder Titandioxid reagieren kaum mit Metallionen und sind dadurch deutlich fleckenärmer. Es gibt auch spezielle Cremes, die von Haus aus weniger Flecken verursachen, diese heißen dann oft Transparent Spray, oder haben den Kleidungsschutz mit im Namen.
Ein kleiner Extratrick für empfindliche Lieblingsstücke: Vor dem Tragen den Stoff leicht mit Imprägnierspray für Kleidung behandeln. So dringt Fett deutlich langsamer ein – und das Sommeroutfit bleibt länger fleckenfrei.
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So verschwinden die Flecken
- Frisch behandeln: Sofort mit warmem Wasser ausspülen.
- Gallseife oder Spüli: Direkt auf den Fleck reiben, 10 Min. einwirken lassen, dann ab in die Waschmaschine.
- Sauerstoffbleiche: Für weiße oder farbechte Stoffe. Man lässt die Klamotten in warmem Wasser einweichen.
- Zitronensäurebad: 1 TL auf 1 L warmes Wasser, Fleck eintauchen. Dabei die Farben vorher besser testen.
- Enzymreiniger: Bei eingetrockneten Flecken vor der Wäsche aufsprühen. Selbst ausprobierte Geheimtipps: Vanish Oxi Action Fleckenspray oder Dr. Beckmann Fleckenteufel.
(avo)