Niederschlag-Vorhersage für Saarland

Wetter-Karten und Wettervorhersagen für Saarland

So funktioniert das Niederschlagsart-Radar

Die Niederschlag-Vorhersage im Check: Schnee, Regen, Hagel und Blitzeis

Das Radar: Wettergefahren, Unwetter, Regen und Schnee immer im Blick

Das Wetterradar ist eines der wichtigsten Produkte, wenn es um das Wetter, die Wettervorhersage und um die konkreten Wettergefahren wie Unwetter, Glatteis oder Schneeglätte geht. Das Radar gibt uns zu jeder Zeit einen präzisen Überblick für die aktuelle Wetterlage und das aktuelle Wettergeschehen. Früher ging das rein für Niederschlag in seiner Gesamtheit. Inzwischen lassen sich aber die verschiedenen Niederschlagsarten unterscheiden. Regen, Schnee, Blitzeis oder Graupel. Was zeigt uns das Wetterradar und wie funktioniert es? Hier die Fakten zum Niederschlagsradar und zur Radar-Vorhersage im Überblick.

Was ist ein Radar?

Das Wort Radar kommt aus dem Englischen und steht für: Radio Detection And Ranging. Mit elektromagnetischen Wellen lassen sich unter anderem die Entfernungen und Geschwindigkeiten von Objekten messen. Das funktioniert auch beim Wetter.

Wie funktioniert ein Radar?

Grundsätzlich ist die Radarstation Sender und Empfänger gleichzeitig. Von hier aus werden die elektromagnetischen Signale ausgesandt. Die Zielobjekte reflektieren dann diese Strahlung zurück in Richtung Radarstation. So ergibt sich aus den Reflektionen ein genaues Bild, das wiederum mit Hilfe von Computern berechnet und dargestellt wird. Die Entfernungen, die auf diese Art und Weise abgetastet werden können, liegen bei wenigen bis hin zu hunderten Kilometern. Bei Radarstationen am Erdboden geht es aufgrund der Erdkrümmung maximal bis zu einer Entfernung von etwa 300 Kilometern.

Das Radarbild zeigt uns das Echo

Im Prinzip ist ein Radarbild also nur ein Echo des zu beobachtenden Objektes oder der Objekte. Und weil es ein permanentes Abtasten der Umgebung ist, lassen sich Objekte auch in ihrer Form und Bewegung ablesen. Das gilt für Flugzeuge oder Schiffe. Aber eben und vor allem auch für Niederschläge - also Wasserpartikel in der Luft.

Wetterradar: Entfernung und Mengen lassen sich erkennen

Die Niederschläge geben der Radarstation Reflektions- und Streuungsdaten zurück, woraus sich unsere Daten und Bilder beim Wetterradar ergeben. Damit lässt sich zum Beispiel nicht nur erkennen, wie weit Niederschlagsgebiete entfernt sind, sondern auch, wie stark oder schwach diese sind. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von der Reflektivität von Niederschlägen. Gerade sommerliche Gewitter- und Starkregen-Ereignisse lassen sich hierdurch wesentlich besser erkennen und bewerten. Zumal sich so eben auch die Zugrichtig der Gewitterlinien ablesen lassen.

Ein Meilenstein in der Wettervorhersage: Vom Niederschlags- zum Niederschlagsart-Radar

Wenn man ein Radar fragen könnte, was es genau bei den Niederschlägen erfasst - also fest oder flüssig, Schnee oder Regen - dann wäre die Antwort wahrscheinlich: „Egal“. Und so ist es auch. Denn ob es schneit oder regnet wurde früher nicht darstellt. Es ist aber ein gravierender Unterschied, ob es schneit, regnet oder ob es gefrierenden Regen gibt. Hier kommen dann noch weitere Wetterdaten zum Einsatz, mit denen aus dem reinen Niederschlagsradar ein Niederschlagsart-Radar wird. Ein Meilenstein in der kurzfristigen Wettervorhersage.

Schnee oder Regen: So sieht der Unterschied im Radar aus

Die Einfärbung von Schnee und Regen sieht bei uns für den Regen die blauen Farben vor. Der Schnee ist hingegen grünlich darstellt. Auf diese Art und Weise lassen sich fester und flüssiger Niederschlag eindeutig auseinander halten. Ein enormer Vorteil für den Anwender. Denn das mühselige Suchen nach den Temperaturdaten um zu ermitteln, ob es Schnee oder Regen ist, entfällt auf diesem Weg. Zumal beim Niederschlagsart-Radar auch die Temperaturen in der Atmosphäre und nicht nur direkt am Boden mit einbezogen werden. Denn selbst, wenn es unten kalt genug für Schneefall ist, so muss von oben nicht zwangsläufig Schnee fallen. Es hängt davon ab, wie die Temperatur nach oben in Richtung Wolkendecke verläuft. So kann bei einer kalten bodennahen Luftschicht aus einer warmen Atmosphäre Eisregen oder Glatteisregen fallen. Ein brisanter Unterschied, dem wir mit unserem Niederschlagsart-Radar ebenso Rechnung tragen.

Glättegefahr auf den Punkt gebracht: Blitzeis ist rot dargestellt

Eine der gefährlichsten Wettererscheinungen im Winter ist der gefrierende Regen, bzw. vereinfacht gesprochen: Blitzeis. Es entsteht immer dann, wenn der Regen auf gefrorenen Boden trifft. Und auch hier nimmt uns das Niederschlagsart-Radar die Suche nach den Temperaturen in Bodennähe ab. Dieser Wert ist direkt im Radar mit dargestellt. Fällt der Regen auf gefrorenen Boden, dann wird unsere Radarsignatur rot.

Hagel-Unwetter sind lila

Zeigt unser Niederschlagsart-Radar lila an, dann hat sich Hagel gebildet. Im schlimmsten Fall sogar ein richtiges Hagelunwetter, in dem die Hagelklumpen wie Geschosse vom Himmel donnern. Auch die Bewegung dieser Hagelunwetter lassen sich erkennen.

Der Schneeregen ist gelb

Schneeregen bei Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunktes ist eine häufige Niederschlagsform im Winter in Deutschland. Unten bleibt der Schnee dann zwar in der Regel nicht liegen. Aber gerade im Übergang zu stärkeren Niederschlägen, die dann komplett in Schnee übergehen, können auch im gelb dargestellten Niederschlagsbereich Schneematsch und Glätte aufkommen.

Zeitfunktion im Niederschlagsart-Radar

Unsere Radarsequenz beginnt in der Regel ein bis zwei Stunden vorm jetzigen Zeitpunkt. Es ist also zunächst einmal der Blick zurück. Der aktuelle Zeitpunkt des letzten Bildes wird dabei orange in der unten angegebenen Zeitleiste markiert. Anschließend folgt die Weiterberechnung der Niederschlagsgebiete im sogenannten Prognose- oder Vorhersageradar.

Prognose-Radar: So geht es weiter

Vom aktuellen Zeitpunkt werden die Niederschlagssignale mit den Wettervorhersagen der Wettercomputer weiterberechnet. Also welche Windrichtung treibt die Niederschlagsbänder jetzt weiter voran. Folgt eine Abschwächung oder eine Verstärkung und welche Gefahr besteht jetzt für mich. Sie können also ganz genau erkennen, wo sich Schnee, Regen, Schneeregen, gefrierender Regen oder Hagel in den nächsten ein bis zwei Stunden befinden.

Wo werden Radarsysteme noch eingesetzt?

Zum Beispiel im Straßenverkehr zur Geschwindigkeitskontrolle. Auch die Bewegung von Schiffen oder Flugzeugen lassen sich mittels Radarsystemen auch weit außerhalb des Sichtbereiches nachverfolgen. Radarsysteme haben unsere Welt somit nicht nur sicherer gemacht. Sie ermöglichen überhaupt erst Flüge, die außerhalb des Sichtfluges stattfinden. Also in größeren Höhen und in den Wolken.

Wer hat das Radar erfunden?

Dass es das Radar überhaupt gibt, ist dem deutschen Hochfrequenztechniker Christian Hülsmeyer zu verdanken. Er legte die Grundlage für die Funktionsweise des Radars basierend auf der Aussendung eines elektromagnetischen Impulses. Dieser wird dann vom Zielobjekt reflektiert und von Antennen empfangen. Bereits im Jahr 1904 ließ sich Hülsmeyer ein radarbasiertes System zur Verhinderung von Schiffskollisionen patentieren.