Turbulente Wettertage

Wilde Achterbahn mit frostigem Abgang und Schnee

von Oliver Scheel

05.01.2025, Rheinland-Pfalz, Bad Marienberg: Ein Streuwagen schiebt bei Bad Marienberg im Westerwald Regenwasser aus einer Senke zur Seite. Auf den Schnee folgt Regen. Foto: Thomas Frey/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Erst Sturm, dann wieder Winter mit allem, was dazu gehört: Schnee, Schneeregen, Glätte, Graupel, gefrierender Regen

Von wegen ruhiger Januar – es gibt überhaupt keine Ruhe beim Wetter: Nach dem Schnee mit anschließendem Blitzeis droht uns ein veritabler Sturm im Norden und Westen. Und danach rutschen wir zurück in markantes Winterwetter. Da kommt dann alles auf uns zu, was der Winter zu bieten hat: Schnee, Schneeregen, Glätte, Graupel, gefrierender Regen. Hier die Einzelheiten.

Sturm vor allem im Norden, aber auch im Westen

Sturm am Montag
Heute wird es stürmisch

Es geht jetzt los: Sturmtief Bernd, das gestern den Schnee ins Land brachte, wirbelt heftig über den Norden und Westen. Dort kommt es verbreitet zu Sturmböen, in der Eifel und an der Nordsee auch zu schweren Sturmböen bis 100 km/h und mehr in der Nacht auf Dienstag. Im Westen wird der Höhepunkt zum Nachmittag hin und an der Nordsee am Abend erreicht. Dazu wird es unbeständig mit zeitweiligem Regen und Schauern.

  • zur Mittagszeit in der Eifel Sturmböen
  • der Sturm weitet sich am Nachmittag im gesamten Westen und an der Ems aus, in der Eifel sind schwere Sturmböen bis 100 km/h möglich, am Niederrhein und an der Ems Böen bis 90 km/h.
  • Im Laufe des Nachmittags und am Abend an der Nordsee schwere Sturmböen (bis etwa 100 km/h) und dann auch über Hamburg und Hannover hinweg Sturmböen um 80 km/h.
  • An der Nordsee und in der Nordhälfte Schleswig-Holsteins bleibt es die gesamte Nacht noch stürmisch, auf den Nordfriesischen Inseln erwarten wir orkanartige Böen bis 110 km/h.

Dienstag: Die Schneefallgrenze kommt runter

Schnee am Dienstag
Es wintert wieder ein

Wenn der Sturm sein Ende findet, müssen wir uns mit einem Temperatursturz abfinden. Die Schneefallgrenze sinkt ruckzuck wieder ab auf etwa 300 Meter. Das heißt: Auch in tiefen Lagen können sich die Schauer je nach Intensität mit Schnee oder Graupel vermischen. Besonders an der Nordsee kommt es auch zu Graupelgewittern. Meine Güte…

Interessanterweise liegt die Schneefallgrenze im Norden weit unter der im Süden, denn die Kälte zieht von Nord nach Süd ins Land. Vor allem auf der Nordostseite der Mittelgebirge ist aber zeitweise auch mal Sonnenschein möglich. Höchstwerte 0 Grad in höheren Lagen der Mittelgebirge bis +8 Grad in der Niederlausitz.

Und dann? Es geht wild weiter

Die winterliche Achterbahnfahrt geht munter weiter: Am Mittwoch setzt sich in Küstennähe das nasskalte Schauerwetter fort, während es in einem Streifen südlich davon trocken bleibt und zeitweise die Sonne scheint. In den Südwesten zieht die Warmfront eines weiteren Tiefs, das wieder milde Luft heranführt.

Aber auch die kann sich nicht halten. Die kalte Luft hat den längeren Atem und der Winter setzt sich fest. So gibt es in einem Streifen vom Westen bis in den Nordosten Schnee und Schneeregen bis in tiefe Lagen. Vorsicht: Vor allem in den Mittelgebirgen und nach Nordosten hin vorübergehend auch gefrierender Regen nicht auszuschließen. Chaos auf den Straßen, Gleisen und Flughäfen scheint absolut möglich.

Die nächste Zeit wird absolut knifflig. Wir bleiben für euch am Ball.

(osc)