Jetzt wird’s heftig!

Akute Unwettergefahr: Lebensgefährliche Superzellen bedrohen auch Public Viewing

von Paul Heger

Derzeit ziehen die ersten heftigen Gewitter in den Westen Deutschlands. Die hohe Unwettergefahr zieht sich aber bis in den Osten. Heftiger Starkregen, großer Hagel, Orkanböen und sogar Tornados drohen! Superzellen können Gefahr für Leib und Leben bringen.
Im Video: Luftmassengrenze sorgt für hohe Unwettergefahr!

Unwetter in Deutschland: Los geht’s aktuell im Westen

Unwettergefahr: Über der breiten Mitte herrscht bis in die Nacht hinein Warnstufe rot!
Unwettergefahr: Über der breiten Mitte herrscht bis in die Nacht hinein Warnstufe rot!

Über Frankreich haben sich am Dienstagmorgen heftige Gewitter gebildet, die zur Mittagszeit den Westen Deutschlands erreichen. Betroffen sind zunächst die Regionen vom Saarland bis zum Niederrhein. Schnell arbeitet sich die erste Gewitterfront am Nachmittag weiter in Richtung Hessen und Süd-Niedersachsen. Sonst bleibt es noch – Betonung auf noch – ruhig.

Was ist zu erwarten? Heftiger Starkregen mit örtlich um 50 Litern pro Quadratmeter. Dazu kommen Hagel und vereinzelt auch schwere Sturmböen. Vorsicht: Auch das Tornadorisiko ist erhöht. Wenn es am Himmel schwarz wird, bitte Schutz aufsuchen.

Potenzielle Lebensgefahr bis in den Osten Deutschlands

HANDOUT - 26.03.2023, Hessen, Fernwald-Annerod: Die von der Feuerwehr Fernwald-Annerod zur VErfügung gestellte Aufnahme zeigt ein beschädigtes Dach in der Gemeinde Fernwald im mittelhessischen Landkreis Gießen. Vermutlich ein Tornado hat zahlreiche Einsatzkräfte im hessischen Annerod in der Nähe von Gießen auf Trab gehalten. Bäume stürzten um und Dächer wurden abgedeckt, Verletzte gab es aber nicht, wie die örtliche Feuerwehr am Abend mitteilte. Insgesamt 14 Mal mussten die Einsatzkräfte am Sonntagnachmittag deswegen ausrücken. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte: «Es besteht ein starker Verdacht auf einen Tornado.» Man werde das noch weiter überprüfen, hieß es. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach zunächst von einer «Windhose». Foto: Feuerwehr Fernwald-Annerod/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
Egal ob Tornado oder Fallböen: Lokal sind große Schäden möglich.

Am frühen Abend erreichen die teils heftigen Gewitter Thüringen und Sachsen-Anhalt, einzelne könnten auch bis Franken ziehen. Auch der Südosten Niedersachsens ist noch in der Gefahrenzone. Im Laufe des Abends sind dann auch der Süden Mecklenburg-Vorpommerns, aber vor allem Berlin, Brandenburg und Sachsen dran.

Die Gewitter intensivieren sich auf dem Weg nach Osten teilweise nochmal. Superzellen sind möglich! Dabei kann es neben Starkregen sogar zu größerem Hagel und Orkanböen kommen. Im südlichen Bereich dieses recht breiten Streifens bleibt die Tornadogefahr erhöht. Bei dieser Wetterlage besteht im Extremfall Lebensgefahr.

Im Norden Deutschlands ist das Gewitterrisiko deutlich geringer, teils regnet es aber über längere Zeit recht intensiv. Die Unwettergefahr ist hier deutlich geringer, örtliche Überflutungen sind aber bei solch einer Lage nie ausgeschlossen.

Vorsicht! Gewitter kommen in mehreren Staffeln!

ARCHIV - 13.03.2023, Esslingen: Hinter einem Bürokomplex in Esslingen schlägt ein Blitz ein. Am Montagabend zog ein heftiges Unwetter über Esslingen und brachte Starkregen und Hagel mit sich. (zu dpa: «Bilanz der Versicherer: Unwetter richten 2023 Milliardenschäden an») Foto: Sdmg/SDMG/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Bis weit in die Nacht hinein drohen weitere Unwetter.

Wer denkt, dass das Unwetter vorbeigezogen oder überstanden sei, der sei gewarnt. Es ziehen mehrere Staffeln über Deutschland hinweg. Bis weit in die Nacht hinein kann es wiederholt zu Gewittern kommen.

Besonders der Westen, der schon frühzeitig die erste Klatsche bekommt, sollte am Abend und in der ersten Nachthälfte mit noch einmal heftigen Gewittern und hohem Unwetterpotential rechnen. Selbst in den Morgenstunden kann es von Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz bis nach Bayern, Sachsen und Brandenburg nochmal ordentlich krachen und schütten.

Wirklich ruhig wird es erst am Mittwochabend, wo die letzten Gewitter im Osten abziehen. Diese Pause hält im Süden nicht lange. Am Donnerstag gibt es in der Südwesthälfte erneut einzelne Schwergewitter. Von Freitag zu Samstag kracht es dann wohl wieder häufiger samt Unwettergefahr. Details sind aber noch offen.

Fußball-EM: Public Viewings vor Absage

Das Public Viewing fällt heute oft ins Wasser. Eventuell drohen Spielabsagen.
Das Public Viewing fällt heute oft ins Wasser. Eventuell drohen Spielabsagen.

Bei dieser Lage ist es sehr wahrscheinlich, dass vorsorglich oder durch akute Unwetterwarnungen der Behörden Public Viewings geräumt werden oder frühzeitig abgesagt werden – bei dieser Gefahrenlage absolut zurecht! Betroffen ist vor allem die oben beschriebene breite Mitte Deutschlands. Es ist nie klar, ob die Gewitter genau über solche Areale ziehen, aber wenn, dann wird es heftig. Bitte folgt den möglichen Anweisungen.

UPDATE, 18.06.2024, 11:00 Uhr:
Erste Fan-Zonen haben bereits geschlossen, weitere werden wohl folgen. Informiert euch am besten vor Ort.

Am Mittwochabend sieht die Lage ganz anders aus. Zum Spiel der deutschen Nationalmannschaft ab 18 Uhr könnte es von Südbrandenburg bis Bayern hier und da noch Einschränkungen geben. Die Lage entspannt sich aber deutlich, sodass meist dem Fußballfest nichts im Wege stehen sollte.

(phe)