Gewaltige Wassermassen möglich

Extremwetter in Deutschland: Nach Hitze drohen Überflutungen

von Claudia Träger & Björn Alexander

Der Sommer 2024, der nur so schleppend in Gang kam, scheint jetzt kein Ende zu finden. Aber doch ist auf den Wetterkarten nun ein Ende von Hitze und Endlos-Sonnenschein zu sehen. Allerdings wird der Übergang zum Frühherbst nicht unbedingt glimpflich verlaufen. Es drohen Unwetter mit Überschwemmungen.

Scheitelpunkt der Hitzewelle erreicht

wetterglobus (50)
Die Temperaturgegensätze am Mittwoch waren enorm.

Es ist die längste Hitzewelle des Jahres, die Deutschland gerade erlebt – zumindest der Osten Deutschlands. Der Hochsommer scheint auch im September einfach weiter zu machen, als gäbe es keinen Herbst. Am Mittwoch trieb Heißluft aus dem Osten die Temperaturen bis an und über 35 Grad. Spitzenreiter war Torgau in Nordsachsen mit 35,3 Grad. In Berlin und Brandenburg war es fast genauso heiß. Ungewöhnlich? Ja, schon, aber es geht noch heißer. Der Allzeit-Septemberrekord liegt bei 36,5 Grad.

Hitze mit Ü30-Temperaturen auch am Wochenende

Der Wettertrend für die nächsten drei Tage zeigt hochsommerliche Aussichten.
Das letzte Aufbäumen des Sommers findet besonders im Osten von Deutschland statt.

Die Hitze bleibt Deutschland noch ein paar Tage erhalten. Auch im Westen, wo Tief Xania die Temperaturen bis auf 20 Grad und weniger drückte und leider auch Starkregen und Überschwemmungen brachte, ziehen die Temperaturen wieder an. So geht’s am Freitag bei viel Sonne wieder hoch auf 24 bis 31 Grad, am Samstag bis 32 und am Sonntag auf 33 Grad – die höchsten Werte jeweils im Osten. Frischer geht es am Freitag im Süden und ganz im Westen zu auch am Sonntag können im Südwesten und Westen Gewitter die Temperaturen in Schach halten.

So schwindet die Hitze aus Deutschland

Zum Montag mehren sich die Zeichen, dass die Hitze von Westen her nach und nach abserviert wird. Am Wochenstart liegen die Temperaturen voraussichtlich noch zwischen 19 Grad am nassen Alpenrand und 29 Grad im äußersten Osten. Am Mittwoch und Donnerstag sollen es nur noch 14 bis 21 Grad werden. Dazu ist auch mit dem Endlos-Sonnenschein im Osten Schluss, es wird wechselhaft und oft nass.

Hagel, Starkregen, extreme Regenmengen - Unwetter in allen Ausprägungen möglich

Oft nass könnte dabei ziemlich untertrieben sein. Für Details ist es noch zu früh – aber sehr wahrscheinlich wird der Abschied vom Hochsommer mit kräftigen Gewittern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen einhergehen. Selbst eine extreme Entwicklung mit teilweise erheblichen Niederschlägen ist nicht auszuschließen.

Es gibt Wettermodelle, die in der ersten Hälfte der nächsten Woche um die 100 bis 200 Liter Regen je Quadratmeter oder sogar mehr berechnen. Manche Ansätze haben hierbei eher den Norden Deutschlands im Fokus, andere den Süden. Es gibt aber auch Prognosen, die den meisten Niederschlag Richtung Benelux einordnen. Das wird von den Wettermodellen also noch sehr unterschiedlich bewertet und es bleibt abzuwarten, in welche Richtung die Prognosen sich wirklich bewegen.

Fakt ist aber: Sollte es sich tatsächlich in diesen Größenordnungen abspielen, dann wären in den betroffenen Regionen größere Überflutungen und eine ansteigende Hochwassergefahr nicht nur möglich, sondern auch wahrscheinlich.

(bal, ctr)