Explosive Gemengelage

Achtung, Tornado-Gefahr! Diese Regionen kann es erwischen

von Claudia Träger & Paul Heger

Die unwetterträchtige Wetterwoche legt noch einen drauf. Am Freitag drohen in der explosiven Wettermischung aus hohen Temperaturen, feuchter Luft und Windscherung neben Starkregen, Hagel und Sturmböen auch Tornados.
Oben im Video: Explosiver Gewitter-Mix trifft Deutschland

Unwetter-Tief Frieda hat auch Tornados in petto

Nachdem der Donnerstag nach Tief Elke und vor Tief Frieda relativ ruhig verlaufen ist, zieht letzteres ab der Nacht zu Freitag über Deutschland hinweg. Von Südwest nach Nordost entwickeln sich dabei viele, teils heftige Gewitter mit Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Aber nicht nur das. Die Gemengelage birgt noch eine weitere Gefahr, nämlich die Entstehung von Tornados.

Fujita-Skala und Torro-Skala: So werden Tornados je nach Schäden oder Geschwindigkeit eingeteilt

Hier herrscht erhöhte Tornadogefahr am Freitag

Die Energie für die Unwetter am Freitag kommt nämlich nicht nur durch hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit zustande, sondern auch durch Windscherung. Dabei gibt es in verschiedenen Höhenschichten Winde unterschiedlicher Richtung und Stärke. So können Rotationen von Luftmassen entstehen, die zum einen Superzellen – besonders große, heftige Unwetter-Gewitter – bilden, zum anderen aber auch Tornados ermöglichen.

Damit gibt es am Freitag zwei Bereiche der Tornadogefahr: Da ist einmal die Region vom Südwesten und Süden, später im Südosten, in denen sich Tornados bei möglichen einzelnen Superzellen entwickeln können. Aber auch in der Nähe des Tiefkerns, wo die Tornado-Parameter sehr deutlich vorhergesagt werden, ist das Tornadorisiko erhöht. Somit sind entlang der Zugbahn von Frieda von Nordrhein-Westfalen und Hessen bis nach Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg Tornados nicht auszuschließen.

Ein Tornado pro Woche, 50 Tornados im Jahr in Deutschland

Was ist ein Tornado?

Bei einem Tornado handelt es sich um eine rotierende Luftsäule mit mehr oder weniger vertikaler Achse. Dieser Wirbel ist sowohl mit der Erdoberfläche als auch mit einer Cumulonimbus-Wolke oder in seltenen Fällen mit einer Cumulus-Wolke verbunden. Tornados gibt es in vielen Formen und Größen. Sie sind erkennbar an ihrem Kondensationstrichter aus rotierenden Trümmern und Staub. Die meisten Tornados drehen sich mit Windgeschwindigkeit bis 180 Kilometern pro Stunde und einem Durchmesser von rund 80 Metern. Es gibt aber auch größere Wirbelstürme mit Geschwindigkeiten von mehr als 480 km/h und einem Durchmesser von 3 Kilometern. Die dadurch verursachte Zerstörung, die ein Tornado auf seinem Weg bis zu 100 Kilometern anrichtet, ist dementsprechend größer.

(phe, ctr)