Sonne im August und September

Wir rutschen langsam Richtung Herbst – auf UV-Strahlen sollten wir aber weiter aufpassen

von Philip Altrock

Noch scheint die Sonne am Montag (18.10.2010) durch buntes Herbstlaub in einem Park in Berlin. Von der Herbstsonne müssen wir uns nach Angaben der Meteorologen aber wohl verabschieden, da Tief Saphira Wind Kälte und immer mehr Schnee bis in tiefere Lagen bringen soll. Foto: Stephanie Pilick dpa/lbn ++
Die Herbstsonne kann immer noch gefährlich werden

Wir nähern uns dem September und damit langsam, aber sicher dem Herbst. Die Tage werden kürzer, das Wetter kühler. Und die Sonne? Sie leistet uns nicht mehr ganz so viel Gesellschaft, wie noch in der wärmeren Mitte des Jahres. Doch auch jetzt, während sich der Sommer dem Ende neigt, sollte ihre Kraft nicht unterschätzt werden.

Weniger Tageslicht

Im Herbst bewegt sich die Sonne von der Nord- auf die Südhalbkugel. Bei uns im Norden wird es kühler und dunkler, während wir uns langsam dem Winter nähern. Im Süden findet dagegen dann der Übergang von Frühling zu Sommer statt.

Über den September hinweg überquert die Sonne, auf ihrem Weg vom nördlichen zum südlichen Wendekreis, den Äquator. Für uns heißt das: Tage und Nächte, also hell und dunkel, sind am kalendarischen Herbst- und Frühlingsanfang mit je zwölf Stunden gleich lang. In dieser Zeit geht die Sonne auch genau im Osten auf und genau im Westen unter.

UV-Strahlung auch im Spätsommer und Herbst noch stark

Im August und September sinken langsam die Temperaturen und auch die Sonne zeigt sich durch kürzer werdende Tage und herbstlicheres Wetter weniger. Dennoch strahlt sie weiterhin mit einer ähnlich hohen Intensität wie im Sommer. Die UV-Strahlung ist in dieser Zeit immer noch hoch.

Die stärkeren UVB-Strahlen, die dafür sorgen, dass unser Körper Vitamin D produziert, dringen auch im Herbst oft noch problemlos bis zur Erdoberfläche durch. Nicht zuletzt wegen der abnehmenden und zunehmend durchlöcherten Ozonschicht, die uns vor den gefährlichen Strahlen schützen soll.

Die altbekannten Hilfsmittel – Sonnencreme, Kappen, lange Ärmel – sollten also auch in der Übergangszeit griffbereit bleiben.

Hautkrebsrisiko bleibt auch in kälteren und dunkleren Jahreszeiten

Ein Mann schaut am Montag (10.01.2005) auf den St. Pauli- Landungsbrücken in die Sonne. Im Norden soll das Wetter in den nächsten Tagen weiter freundlich bei Höchstwerten zwischen  8 und 11 Grad bleiben. Foto: Patrick Lux dpa/lno +++(c) dpa - Bildfunk+++
Auch im Herbst noch stark: Die Sonne sollte in den kälteren Monaten nicht unterschätzt werden. Vor allem UV-Strahlen sind weiterhin gefährlich für unsere Haut

Vitamin-D-Produktion ist übrigens der einzige positive Effekt, den ultraviolettes Sonnenlicht auf unseren Körper hat. Dabei ist sie schnell abgeschlossen: je nach Hautempfindlichkeit und -helligkeit reichen bei den meisten schon wenige Minuten pro Tag in der Sonne.

Darüber hinaus sollten wir uns vor UV-Strahlen bestmöglich schützen, durch Kleidung, Sonnencreme und Schatten. Während UV-Licht auch für unsere Bräune sorgt, richtet es dabei nur Schaden in unserer Haut an. Unser Erbgut wird geschädigt und unser Hautkrebsrisiko steigt. Das passiert übrigens, egal ob wir einen Sonnenbrand erhalten, oder „rechtzeitig“ aus der Sonne gehen. Der inzwischen recht bekannte Spruch „Gesunde Bräune gibt es nicht“ trifft zu.

Alternativen für Vitamin D und Bräune – was richtig und was falsch ist

Wer sich sorgt, in Herbst und Winter einen Vitaminmangel zu erleiden, kann beruhigt bleiben. Bereits eine kurze Zeit in der Sonne reicht auch in den kalten Monaten oft aus, damit der Körper seinen Tagesbedarf an Vitaminen produzieren kann. Sollte ein Arzt dennoch einen Mangel feststellen, können verschiedene Mittel wie etwa Tabletten aushelfen.

Geht es eher ums Ästhetische, so kann auch die Bräune nach dem Sommer leicht zurückgeholt werden. Zahlreiche Selbstbräuner in Form von Cremes oder Spray können hier aushelfen. Dabei sind sie sogar gesünder als die Hautverfärbung, die uns die Sonne beschert.

Wer sich überlegt, Vitamine und Bräune direkt in einer Tour zu erledigen, mit einem Besuch im Solarium, sollte diese Idee schnellstens wieder vergessen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnet Solarien in die höchste Kategorie krebserregender Faktoren. Dort finden sich auch Tabak oder Asbest wieder. Und auch das Bundesamt für Strahlenschutz warnt, „eine gesundheitlich unbedenkliche UV-Bestrahlung in Solarien gibt es nicht.“