Das lässt der Staat sich was kosten

In vier Schritten von der CO2-Schleuder zum Energieeffizienzhaus

von Claudia Träger & Bernd Fuchs

Um die Klimaziele bis 2045 zu erreichen, muss ein Großteil der Gebäude in Deutschland energetisch modernisiert werden. Viele Immobilienbesitzerinnen und -besitzer würden ihr Zuhause ja auch gerne dahingehend sanieren, scheuen aber die Kosten und den Aufwand. Da hilft jetzt ein recht neues Konzept, die sogenannte serielle Sanierung. Bernd Fuchs erklärt im Klima Update, wie das funktioniert.

Was bedeutet serielles Sanieren?

Häuser zu sanieren ist mühsam, langwierig und teuer. Das bremst Eigentümerinnen und Eigentümer oft aus, in energetische Modernisierungen ihre Immobilien zu investieren. Das aber gefährdet das Klimaziel Deutschlands, bis 2045 klimaneutral zu werden. Geht es nicht auch einfacher, schneller, und günstiger? Das Konzept der seriellen Sanierung versucht das.

Bei der seriellen Sanierung werden vorgefertigte Module für Fassade, Dach und Haustechnik verwendet. Die Module werden vor der Montage in einer Fabrik zusammengebaut, zum Haus transportiert und dort montiert. Dies ermöglicht eine schnellere Sanierung vor Ort und viele Herstellungsabschnitte können wetterunabhängig durchgeführt werden. Zudem führen die serielle Fertigung der großflächigen Module zu einer Kostenreduktion, sagen die Anbieter.

Das Lego-Prinzip in vier Schritten

08.03.2023, Thüringen, Greiz: Energetisch ertüchtigte Fassadenmodule werden an einem Wohnblock montiert. Am Mittag fand die Übergabe des ersten seriell und klimaneutral sanierten Quartiers durch Thüringens Umweltminister statt. Gestiegene Bau- und Finanzierungskosten bedrohen insbesondere in Ostdeutschland zahlreiche Sanierungspläne. Mit der seriellen Sanierung ist dies zu wesentlich geringeren Kosten und in kürzerer Zeit möglich. Foto: Bodo Schackow/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Greiz in Thüringen: Energetisch ertüchtigte Fassadenmodule werden an einem Wohnblock montiert.

Wichtig beim Prinzip der seriellen Sanierung ist es, möglichst viele Schritte zu digitalisieren und zu automatisieren. Die Basis dafür bilden das digitale Aufmaß vor Ort (1) und die digitale Planung (2) der einzelnen Module für Fassade, Dach und Haustechnik. Anders als bei Fertighäusern kommen die Module nicht von der Stange, sondern werden maßgeschneidert. Die Fertigung (3) sollte trotzdem durch den Einsatz von Robotern hochautomatisiert sein. Zum Schluss werden die Module am Haus montiert (4), wobei zuvor einige Schritte der Vorbereitung anstehen. Trotzdem kann eine komplette serielle Sanierung vom Vermessen bis zur Montage innerhalb von nur vier Monaten abgeschlossen werden.

Staatliche Förderung für die serielle Sanierung

Die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) beinhaltet seit Anfang 2023 auch einen Bonus für die serielle Sanierung von Wohngebäuden. Grundvoraussetzung für den Förderbonus von 15 Prozent ist das Erreichen des Effizienzhausstandards 55 oder 40. Der Bonus kann kombiniert werden mit Förderungen für die Erneuerbare-Energien-Klasse (EE-Klasse) und für ein Worst Performing Building (WPB). Hinzu kommen vergünstigte Kredite der KfW und gegebenenfalls regionale Fördermittel.

Um sich durch diesen Dschungel der Förderungen zu kämpfen, lohnt es in jedem Fall, fachkundige Unterstützung zu nutzen. Für den Antrag auf Förderung ist ohnehin eine Expertin oder ein Experte für Energieeffizienz unerlässlich. Also, lassen Sie sich beraten!

(bfu, ctr)