Jetzt kommen die Herbst-Tiefs
Heftiger Dauerregen in Deutschland, Extremwetter am Mittelmeer
Der Herbst ist da und bringt gleich jede Mengen Regen mit. Mehr als manche Regionen verkraften können. Starkregen und Dauerregen bringen die Abwassersysteme an ihre Grenzen und Überflutungen drohen.
Extreme Regenmengen heute möglich
Der Wetterwechsel ist im vollen Gange. Im Westen hat sich Tief Brigitta schon seit Montag mit Wolken und Regen durchgesetzt, im Osten und Nordosten ist sie jetzt aktiv. Teils kräftige Schauer und Gewitter mit Regenmengen von bis zu 35 Litern in wenigen Stunden beenden auch hier den Sommernachschlag. Am Nachmittag ziehen die gewittrigen Regengüsse über den Nordosten ab, während von Westen neue Regenwolken reinziehen. Die führen aber nicht solche Wassermassen mit.
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Schauer und Gewitter aktuell
Starkregen, Dauerregen und Sturm - keine gute Mischung
Das nächste intensive Regengebiet bringt sich da schon in Stellung und lädt ab der Nacht zu Donnerstag markante Wassermassen in Deutschland ab. Im Stau der west- und südwestdeutschen Mittelgebirge ist dann intensiver Dauerregen möglich. Da können Regenmengen von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in einer Stunde oder 20 bis 35 Liter pro Quadratmetern in 6 Stunden runterkommen. So ist die Definition der ersten Warnstufe für Starkregen. Das wird echt ungemütlich, zumal es immer stürmischer wird. In höheren Berglagen besteht die Gefahr von Sturmböen, auf exponierten Gipfeln können schwere Sturmböen pfeifen.
Herbst dreht mächtig auf: Regen und Kaltluft stürmen heran
Unwetter am Mittelmeer mit Überflutungsgefahr
Noch größer ist die Gefahr von Starkregen mit Überflutungen aber gerade im gesamten Mittelmeerbereich. Warnungen bestehen vor teils kräftigen Gewittern, an der südlichen Adria vor Unwettern mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Auch ganz im Osten des Schwarzen Meeres ist die Unwettergefahr durch regelrechte Sturzfluten erhöht. Estofex, das europäische Unwetter-Vorhersageexperiment warnt vor Unwettern der Stufe 2 von 3.
Solche Unwetter toben gerade am Mittelmeer. Beispiel Cannes. Die verheerenden Fluten schieben einfach Autos beiseite.
900 Liter Regen an einem Tag - solche extremen Regenereignisse sind möglich
Die Unwetter am Mittelmeer waren abzusehen. Sie sind im Herbst und Winter üblich, aber können in diesem Jahr wegen der extrem hohen Wassertemperatur des Mittelmeers besonders katastrophal ausfallen. Abgesehen von der warmen Meeresoberfläche lösen vom Nordatlantik hereinschwenkende Tiefdruckgebiete und Tröge sowie die spezielle Orografie der Mittelmeeranrainerstaaten solche extremen Starkregenereignisse aus.
Zwei Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit:
- 4. Oktober 2021 rund um Genua in Italien: 145,2 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde in Cairo Montenotte, 178,2 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde in Urbe und 181 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde in Vicomorasso. In 24 Stunden fiel in Rossiglione sogar eine Regenmenge von mehr als 900 Liter pro Quadratmeter.
- Vom 5. auf den 6. September 2023 fielen in Griechenland an der Station Zagora bis zu 750 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden.
Solche Regenmassen können natürlich dramatische Sturzfluten und Überschwemmungen auslösen. Dann besteht absolute Lebensgefahr!
(ctr)