Der Winter stirbt aus

Die Hitliste der mildesten Winter in Deutschland

Archiv: Ein Skilift, der außer Betrieb ist, ist am 03.01.2014 auf einer nur teilweise mit Schnee bedeckte Skipiste in Winterberg (Nordrhein-Westfalen) zu sehen. Foto: Jan-Philipp Strobel/dpa
Auch die Mittelgebirge leiden alljährlich unter den Schneearmut und dem Klimawandel. © picture alliance / dpa, Jan-Philipp Strobel

Wintertrend: Immer kürzer und milder

Ja, es gibt sie noch die winterlichen Wetterlagen, die mit deftigen Schneefällen einhergehen. Beispielsweise gab es extremes Schneechaos im November 2019. Aber: Sie werden immer seltener, denn die Winter werden milder. Hier die Details zum Verlierer Nummer 1 beim Klimawandel: Unser Winter.

Die wärmsten Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881

In den letzten Jahren geizten die Winter nicht mit immer neuen Rekorden. Die Top 10 der letzten 140 Jahre sind folgende:

  1. Winter 2006/2007
  2. Winter 2019/2020
  3. Winter 1974/1975
  4. Winter 1989/1990
  5. Winter 2015/2016
  6. Winter 2013/2014
  7. Winter 1988/1989
  8. Winter 1997/1998
  9. Winter 2007/2008
  10. Winter 2018/2019

Damit sind unter den wärmsten zehn Wintern alleine sechs Winter aus den 2000er-Jahren.

Erinnern Sie sich noch? So war das Wetterjahr 2019

Für den Schnee wird es immer enger

Dass wir beispielsweise eine Weiße Weihnacht im Flachland eher selten erleben, das war auch schon vor Jahrzehnten so. Denn die geschlossene Schneedecke ist im Dezember schon seit vielen Jahrzehnten eher die Ausnahme als die Regel.

Was aber sehr markant ist, ist dass es auch im Bergland mit dem Winter immer später losgeht und dass es hier ebenso einen signifikanten Anstieg der Temperaturen und der Schneefallgrenzen gibt. So kletterten die Wintertemperaturen in den deutschen Alpenregionen, in den Mittelgebirgen und im im Bereich Schwarzwald und Schwäbische Alb seit Aufzeichnungsbeginn um rund 1,5 Grad an.

Wann und wo gibt es normalerweise den ersten Schnee? Hier nachschauen

Kaum Auswirkungen in den Hochlagen der Alpen  

Die Erwärmung macht sich in den tieferen Lagen der Alpen ebenfalls bemerkbar. Ein ganz anderes Bild zeigt sich derweil in den Hochlagen. Denn oberhalb von 1500 bis 1800 Metern gibt es noch keinen spürbaren Temperaturanstieg . Bleibt dieser Trend allerdings bestehen, dann wird es aber auch auf den Alpengipfeln für den Winter immer enger. Das sieht man jetzt schon beim Rückgang der Alpengletscher.

Fazit: Die Schneetage werden weniger

Inzwischen ist es ein nachweislicher Trend: Der Winter verliert den Kampf gegen die Klimawandel. Auch wenn es nach wie vor immer mal wieder für Schnee und Eis bis ins Flachland reichen wird, so sind die Zahlen insgesamt sehr eindeutig. Die Tendenz zu kürzeren und insgesamt wärmeren Wintern ist unbestreitbar und die Schnee- und Eistage werden weniger.

Behalten Sie die Wetterprognosen im Auge

Gerade bei wechselhaftem Wetter sollten Sie stets die aktuellsten Wetter-Prognosen zu Rate ziehen. Laden Sie dafür die wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.

Wetter und Klima in der Mediathek

Mega-Hitze und große Trockenheit - und viele fragen sich: Wird Deutschland bald zum Wüstenstaat? Wie viele Dürre-Sommer hintereinander können wir eigentlich noch verkraften? Hier geht es zur DOKU - Wüstenstaat Deutschland?