Auf der Suche nach der Sonne

Wo steckt der Frühling und wie ist das Wetter eigentlich am Mittelmeer?

von Oliver Scheel

Wir stehen in Deutschland kurz vorm Wochenende mit teils frühlingshaften Temperaturen. Da das aber nur eine Momentaufnahme wird und nächste Woche die Werte schon wieder Richtung Winter brettern, schauen wir mal, wo es sich jetzt schon dauerhaft nach Frühling anfühlt. So viel sei gesagt: So einfach ist das gerade nicht.
Im Video oben seht ihr, wie man den Frühling eigentlich berechnet

Spanien sieht top aus

42 Tage Trend Barcelona
42-Tage-Trend Barcelona

Derzeit die Nummer eins am Mittelmeer ist Spanien. Okay, Ägypten hat noch mehr Wärme zu bieten, aber Spanien spielt schon in der ersten Liga des Frühlings mit. Auch in Portugal streicht schon wärmender Wind um die Nasen, eincremen ist auf jeden Fall angesagt für uns, die wir ja nun alle mit kalkweißer Haut dem Winterende entgegenfiebern.

Blicken wir auf Malaga, diese kleine Perle an der Küste Andalusiens. Da sind die 20 Grad schon keine Seltenheit mehr. Die Temperaturen schwanken in den kommenden Tagen zwischen 15 und 22 Grad. Auch für Mallorca sieht es ganz gut aus, die Stabilität fehlt aber auch da. Es kann also auch immer mal wieder auf 10 Grad oder sogar weniger runterrasseln. Ähnliches gilt für Barcelona – Frühling mit Einschränkungen. Immerhin bleibt es dort meist trocken.

Prinzipiell aber zeigt sich der Frühling durchaus kooperationsbereit. Stabil ist das Wetter derzeit in Lissabon. Das sieht auch unsere 42-Tages-Prognose so. Die Werte schaffen locker die 15 Grad. Dass es da noch keine 20 Grad gibt, liegt am Wind vom Atlantik und den Wassertemperaturen von derzeit gerade einmal gut 13 Grad.

Italien tut sich schwer mit dem Frühling

Auch nicht schlecht, aber etwas kühler als auf der Iberischen Halbinsel ist es zum Beispiel auf Sizilien. Da klettern die Werte jetzt schon mal gerne über 15 Grad, dauerhaft 20 Grad sind aber noch nicht drin. Und Anfang März, so sieht es heute zumindest aus, wird es nass und wieder kälter. Im Norden Italiens, als Beispiel nehmen wir Mailand, liegen die Werte zwischen 6 und 14 Grad. Der Frühling tut sich also in diesem Jahr mit seinem Durchmarsch überall schwer.

Das erkennen wir vor allem an der aktuellen Grünlandtemperatursumme. Die ist sozusagen ein Messwert für den Frühling. Vor einem Jahr war die nach einem milden Januar und einem rekordwarmen Februar im Deutschlandmittel bereits bei 190 Grad, was nahezu dem vollständigen Frühlingsausbruch, der bei 200 Grad verortet ist, gleichkommt. Im Moment liegen wir gerade bei gut 52 Grad. Die Grad sind natürlich keine Temperatureinheit, sondern die Summe verschiedener Parameter, die Bauern die Entscheidung erleichtern soll, wann sie mit der Feldarbeit nach dem Winter beginnen können. Da hängen wir dieses Jahr ziemlich hinterher.

Die Verlierer des Frühlingsspiel sind eher im Osten zuhause

42 Tage Trend KrK
42-Tage-Trend für die kroatische Urlaubsinsel Krk

Über dem Balkan braucht der Frühling immer ein bisschen länger. Momentan ist es dort noch richtig winterlich. Auch an der Adria. Dort ist immer wieder mit Regenfällen, auch Starkregen, zu rechnen. Einstellige Tageshöchstwerte – das haben wir in Deutschland auch. Unser Beispiel der Urlaubsinsel Krk zeigt: Hier wohnt der Frühling nicht.

Und wenn wir weiter ins Landesinnere gehen, da kommen schnell recht hohe Berge, da ist es dann noch richtig kalt und winterlich. Schnee im März ist auf dem Balkan aber auch normal. Nur an der Küste, da könnte es jetzt schon ein bisschen milder sein.

Auch Griechenland braucht noch eine Weile

42 Tage Trend Rhodos
42-Tage-Trend für Rhodos: Es wird langsam aber sicher Frühling

Dass es am östlichen Mittelmeer derzeit so gar nicht frühlingshaft ist, belegt auch ein Blick Richtung Griechenland und Türkei. Da sind die nächsten Tage alles andere als frühlingshaft. Auf Kreta gibt es derzeit sogar Schneeregen. Die Höchstwerte bleiben bei 7 Grad hängen.

Allerdings geht die Kurve schon nach oben und wer noch ein bisschen Geduld hat, der kann da sicher bald einen entspannten Spaziergang am Meer machen. Reinhüpfen wird hingegen frisch bei Meerestemperaturen von etwa 16 Grad. Das ist immerhin etwas wärmer als der Atlantik.

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(osc)