Gewitter und Regen aber auch drin

42-Tage-Wettertrend: Wow, das sieht nach Sommer aus

Der Sommer bringt sich nun wettertechnisch in Position. Und wenn nun aktuell in unsere 42-Tage-Prognosen schauen, dann blicken wir schon tief in den Juni, den ersten Sommermonat! und tatsächlich. Temperaturmäßig scheint uns der Juni den Sommer zu bringen. Das sieht gut aus. Die wiederkehrenden Niederschlagsechos aber deuten auf eine recht wechselhafte und somit gewittrige Wetterlage hin. Schauen wir mal in die Regionen, denn da gibt es einige markante Unterschiede dieses Mal.

Oben im Video: Sommertage, Hitzetage, Tropennächte – das ist normal in Deutschland

Das Wetter im Norden: Sommertage ja, aber auch genug Niederschlag

42 Tage Trend Hamburg
Der 42-Tage-Wettertrend für den Norden am Beispiel von Hamburg (Stand 15.05.2022)

30 Grad sind für die Nordlichter außer Reichweite. Das liegt natürlich auch an der See, die sich erst langsam erwärmt. Aber einige Sommertage sehen wir für unser Beispiel Hamburg schon. Allerdings scheint der Mai nass zu Ende zu gehen und auch der Juni birgt so einiges an Schauersignalen. Klassischerweise ist besonders um Pfingsten herum viel Regen berechnet.

Somit können die zum Teil sehr trockenen Ansätze der letzten Modellläufe erstmal ad acta gelegt werden. Im Sinne der Natur wollen wir hoffen, dass es tatsächlich so kommt - auch wenn dafür der Start in den meteorologischen Sommer ab 1. Juni recht bescheiden sein könnte. Der Sommer ist ja noch lang und wird bestimmt noch reichlich Sonne und Wärme bringen.

Das Wetter im Westen: Nasskalter Juni-Start, aber 30 Grad auch in Reichweite

42 Tage Trend Köln
42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Köln (Stand 15.05.2022)

Im Westen muss sich noch was tun in puncto Regenprognose. Denn wenn es tatsächlich so kommt, wie es die aktuellen Trends darstellen, dann ist und bleibt die Trockenheit problematisch. Immerhin sind einige Wetterwechsel anhand der ziemlich bewegten Temperaturkurven vorstellbar. Rund um Pfingsten sieht es nach genug Regen aus. Da erlebt die Temperaturkurve aber auch einen krassen Einbruch auf 12 Grad Höchstwert! Rock am Ring mal wieder nass und kalt?

Danach wird es wiederholt sehr warm und vorübergehend nass – Stichwort Gewitter – und vor allem ab Mitte Juni schließlich sehr trocken. Hoffentlich ist das nicht der Beginn einer Wetterlage, die uns einen weiteren Dürresommer bringt.

Das Wetter im Osten: 30 Grad und ganz schön trocken - Hochsommer

42 Tage Trend Berlin
42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand 15.05.2022)

Die Region Deutschlands, die am meisten mit dem Thema Trockenheit zu kämpfen hat, ist der Osten. Einerseits durch die vielfach sandigen Böden, die nur wenig Wasser vorhalten können. Andererseits sind die Niederschlagsmengen per se nicht so üppig.

Und auch der aktuelle 42-Tage-Wettertrend macht wenig Hoffnung auf ein Ende des Trockenstresses. Es sind kaum Niederschlagssignale berechnet. Ende Mai/Anfang Juni könnte mal was runterkommen, da gehen auch die Temperaturen unter die 20 Grad. Eine richtig nasse Abkühlung wird das aber nicht. Der Juni wartet dann wiederholt mit 30 Grad auf – das ist Hochsommer. Weil auch kaum mehr Regen berechnet ist, spricht Vieles für eine anhaltende trockene Wärme – ein erstes sattes Sommerhoch für Berlin.

Das Wetter im Süden: Kaltstart in den Juni, dann feucht-warm

42 Tage Trend München
42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von München (Stand 15.05.2022)

Kommen wir zu der Region, die am wenigsten mit Trockenheit zu kämpfen hat: Der Süden und insbesondere der Alpenraum. Der Mai geht kalt und nass zu Ende, einstellige Höchstwerte für München? Wow. Alle Festivalgänger werden dicke Klamotten einpacken müssen. Danach geht es aber steil Richtung Sommer.

Allerdings eher in Richtung eines schwül-warmen Sommers, denn die Niederschlagsechos schlagen wieder aus. Warm und feucht, das bedeutet in aller Regel eine eher gewittrige Wetterlage mit viel Rums für die Alpen. Offenbar beenden heftige Gewitter die kurzen Hitzephasen. Von 32 auf 20, das scheint eine schöne Juni-Achterbahn zu werden.

Wie wird der Sommer 2022?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Sommermonate Juni, Juli und August:

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem die Sommermonate in den Jahren 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde
Lese-Tipp: Das Wetter im Juni – das alles kann der erste Sommermonat

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen.Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

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(osc)