Juli mit Startproblemen

42-Tage-Wettertrend: Wie wird das Wetter in den Sommerferien 2022?

von Oliver Hantke

Was macht der Sommer denn da? Da beginnen in einigen Bundesländern die Ferien und der Sommer will auch gleich eine Pause einlegen. Denn Anfang Juli stottert der Sommermotor gewaltig und auch im weiteren Monatsverlauf gibt es immer wieder Probleme, auch wenn es die eine oder andere Hitzespitze noch gibt. Wir schauen uns das mal im Detail an.

Oben im Video: Sommertage, Hitzetage, Tropennächte – das ist normal in Deutschland

Das Wetter im Norden: Juli zeigt sich nur kurz sommerlich

Wettervorhersage für 42 Tage in Hamburg: Erste Julihälfte nur mäßig warm
Der 42-Tage-Wettertrend für den Norden am Beispiel von Hamburg (Stand der Vorhersage 22. Juni 2022)

Die aktuellen Prognosen für die kommenden sechs Wochen im Norden Deutschlands haben sich kaum verändert. Während es im Juni durchaus noch einmal kurz über 30 Grad heiß wird, sieht es im Juli weiterhin nach keinem weiteren Hitzetag aus. Nur kurzzeitig kommen wir in die Nähe der 30-Grad-Marke Mitte Juli. Davor und dahinter gibt es aber auch recht kühle Tage mit Werten unter 20 Grad, vor allem in der ersten Juli-Dekade. Da ist bei Langfristprognosen natürlich noch reichlich Luft für Bewegung. Momentan sieht es aber für die Nordlichter maximal nach einem durchschnittlichen Sommerverlauf aus.
Etwas gedreht haben sich die Prognosen für den Niederschlag. Genau in der Siebenschläferzeit bleibt es leicht wechselhaft mit kleinen Regenechos. Dann gibt es ein paar trockene Tage bis zur Monatsmitte, bis es dann in der zweiten Julihälfte etwas größere Regenfälle geben könnte, gekoppelt an einem Auf und Ab bei den Temperaturen.

Das Wetter im Westen: Hitze-Peak ist zur Monatsmitte gewandert

Wettervorhersage für 42 Tage in Köln: Ein Hitzepeak zur Monatsmitte
Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Köln (Stand der Vorhersage 22. Juni 2022)

Im Westen hat sich in den momentanen Prognosen die Hitzespitze nach hinten verschoben. Sie soll jetzt erst Mitte Juli kommen mit Werten knapp an die 35 Grad. Immerhin starten die Ferien in NRW meist sommerlich warm, abgesehen von dem gewittrigen Freitag, aber auch hier zeigt der Juli anfangs kaum ein sommerliches Gesicht. Nach ein paar Regenduschen stehen auch hier kaum noch 20 Grad auf der Wetter-Uhr. Doch in der zweiten Juli-Dekade stabilisiert sich das Wetter, es wird trockener und immer wärmer bis heiß bis hin zum erwähnten Hitze-Peak. Danach geht die zweite Julihälfte normal temperiert und etwas wechselhaft über die Bühne bei um die 25 Grad über die Bühne.

Das Wetter im Osten: Auch hier im Juli keine große Hitze mehr

Wettervorhersage für 42 Tage in Berlin: Im Juli wohl keine große Hitze mehr
Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand der Vorhersage 22. Juni 2022)

Die aktuellen Prognosen für die kommenden 42 Tage zeigen im Osten einen heißen Juniabschluss mit einem heftigen Absturz vor allem Anfang Juli. Hier zeigen die Berechnungen für den Niederschlag ein enormes Potenzial für eine Unwetterlage. Danach geht es entspannt weiter und die Temperaturen erholen sich langsam wieder und erreichen Mitte Juli auch mal wieder die 30-Grad-Marke. Dann kann es auch wieder Schauer und Gewitter geben. Auch Richtung Juliende sieht es eher leicht wechselhaft bei normalen sommerlichen Temperaturen aus.

Das Wetter im Süden: Insgesamt am wärmsten, aber auch mehr Regen

Wettervorhersage für 42 Tage in München: Kurzer Absturz Anfang Juli
Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von München (Stand der Vorhersage 22. Juni 2022)

Der Süden bekommt auch in den folgenden Wochen immer noch am meisten Hitze ab. Werte um oder über 30 Grad werden hier häufiger berechnet als in den anderen Landesteilen. Doch dafür kriegt er auch mehr Regen ab. Bis zum Juniende bleibt es sommerlich warm bis heiß. Aber auch hier wird zu Beginn des Julis ein sehr feuchter Absturz berechnet – Achtung Unwetterlage möglich – bei Werten nur noch zwischen 15 und 20 Grad. Zum zweiten Juli-Wochenenden wird es aber ruhiger und wärmer. Zwar gibt es dann in der zweiten Julihälfte weitere nasse Abstürze, insgesamt bleibt es aber meist sommerlich warm. Zu Beginn der Hundstage (23.07.) soll es sogar kurz an die 35 Grad gehen. das würde ja passen. Aber Richtung Monatswechsel sieht es deutlich kühler und wechselhafter aus.

Wie wird das Wetter im Sommer 2022?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Sommermonate Juni, Juli und August:

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem die Sommermonate in den Jahren 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde
Lese-Tipp: Das Wetter im Juni – das alles kann der erste Sommermonat

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

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(oha)