Bringen die Hundstage den Hitzesommer?

42-Tage-Wettertrend: Unwetter- oder Hitzesommer - was zeigen die aktuellen Vorhersagen?

von Amelie von Kruedener

Die heißesten Tage des Jahres stehen an – es ist die Zeit zwischen dem 23. Juli und dem 23. August, die sogenannten Hundstage. Gilt das auch in diesem Jahr oder fällt die heißeste Phase des Jahres ins Wasser? Hier die taufrischen Berechnungen der Computermodelle.

Oben im Video: Sommertage, Hitzetage, Tropennächte – das ist normal in Deutschland

Das Wetter im Norden: Hitze? Nicht wirklich

42 Tage-Trend für Hamburg:
Der 42-Tage-Wettertrend für den Norden am Beispiel von Hamburg (Stand der Vorhersage 03. Juli2 2022)

Der 42-Tage-Wettertrend im Norden lässt es gemächlich angehen. 30 Grad und mehr, womöglich über mehrere Tage also in Form einer Hitzewelle? Das gibt es laut der Wettercomputer nicht. Allerdings klettern die Temperaturen pünktlich zum Start der Hundstage noch einmal ach oben bis knapp an die 30 Grad. Gleichzeitig schlägt dann auch mal das Regensignal mal aus. Ansonsten gibt es im Norden eher wenig Schauer während der ganzen kommenden sechs Wochen. Man sieht in der Computerprognose zumeist nur schwache bis gar keine Schauersignale. Kurzum: ein unaufgeregt temperierter, aber eher zu trockener Kernsommer.

Das Wetter im Westen: Trockenheit und keine Tropennächte

42 Tage-Trend Köln - Hitzetage sind nicht wirklich in Sicht
Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Köln (Stand der Vorhersage 03. Juli 2022)

Der Trend sieht in Sachen Regen kaum Niederschläge, es scheint extrem trocken zu werden. Trotz angenehm warmer und sommerlicher Temperaturen, bleibt die Hitze fern. Nur einmal kurz werden die 30 Grad geknackt, ansonsten schwankt es zwischen 20 und 30 Grad. Die Nächte, die man ansonsten auch schonmal tropisch in dieser Zeit kennt, bleiben gut und angenehm temperiert. Ähnlich wie im Norden ein entspanntes Bild für unseren Hochsommer. Mal sehen, was die nächsten Updates bringen und ob sich diese Tendenz bestätigt.

Das Wetter im Osten: Sommerwetter und viel zu wenig Regen

42 Tage Trend für Berlin: Wenig Regen und viele Sommertage
Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand der Vorhersage 03. Juli 2022)

Natürlich ist ein Sommer mit angenehmen Temperaturen und viel Sonne bei allen Urlaubern beliebt. Was gibt es schöneres, als in den Ferien ins Freibad zu ziehen. Das alles ist mit dem Blick auf die Temperaturen eine sehr wahrscheinliche Aussicht. Was aber fehlt, das sind die Regensignale in den Vorhersagen. Damit könnte sich die Dürre, die insbesondere ja auch die tieferen Bodenschichten von einem bis zwei Meter betrifft, weiter verschärfen. Bleibt die Hoffnung, dass sich dieses Bild in den Prognosen noch wendet – am besten mit Regen in den Nächten, so dass in diesem Sommer alle das Wetter genießen können.

Das Wetter im Süden: Schauer und Gewitter sind mit von der Partie

42 Tage Trend München: Genug Regen und hohe Temperaturen
Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von München (Stand der Vorhersage 03. Juli 2022)

Die Prognose in Sachen Niederschlag sieht sehr ausgewogen aus. Trockenheit scheint hier kein Thema zu werden. Auch die Temperaturen sind hier passend zu den Hundstagen teils über 30 Grad – Hochsommer eben. Diese Gemengelage verspricht auch einige Gewitter. Hierbei gilt auch im Süden, dass sich die ganz große Hitze in Grenzen hält und dass es ebenso eher selten tropisch warme Nächte geben soll.

Fazit: Sommer 2022 entspannt, aber leider zu trocken

Unterm Strich scheint sich die Frage nach Hitze und Unwettern eher mit einem entspannten Sommer-Bild beantworten zu lassen. Weder die ganz großen Ansätze in die eine, noch in die andere Richtung lassen sich bei den Computertrends erkennen. Die Weichenstellung zwischen den Extremen ist vorerst einmal dementsprechend noch nicht entschieden und wir sind gespannt, ob es die nächsten Berechnungen zeigen oder ob es wirklich ein entspannter und leider auch zu trockener Sommer 2022 wird.

Klimacheck: Wie ist das Wetter im Sommer in Deutschland?

Hier ein kleiner Klimacheck für unsere Sommermonate Juni, Juli und August:

  • meteorologischer Sommeranfang ist der 1. Juni, das Ende ist am 31. August
  • in dieser Zeit bekommen wir im Deutschlandschnitt normalerweise um die 230 Liter Regen pro Quadratmeter
  • in Sachen Sonnenschein ergattert jeder Sommermonat im Schnitt um die 210 Sonnenstunden, so dass es am Ende gerne mal um die 630 Stunden Sonne sind
  • besonders heiße Sommer waren beispielsweise der Sommer 2003 (Durchschnittstemperatur über 19,5 Grad) oder die Sommer 2018 und 2019 (im Mittel knapp 19,3 Grad)
  • außergewöhnliche Trockenheit brachten uns in Summe unter anderem die Sommermonate in den Jahren 2018 und 2019
  • sehr nass verliefen zum Beispiel die Sommer 2011, 2017 oder 2021. Aber auch in den Sommern 2015 oder 2016 gab es regional etliche regenintensive Unwetterlagen
  • die heißeste Phase mit vielen Stationen von um die 40 Grad und mehr erlebten wir im Juli 2019 als mit 41,2 Grad in Duisburg-Baerl auch der aktuelle deutsche Hitzerekord aufgestellt wurde
Lese-Tipp: Das Wetter im Juni – das alles kann der erste Sommermonat

Wettervorhersage: So funktioniert unser 42-Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen. Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

Unsere Wettertrends und Themenseiten

Sollten Sie Interesse an weiteren Wetter-, Klima- und Wissenschaftsthemen haben, sind Sie bei wetter.de bestens aufgehoben. Besonders ans Herz legen können wir Ihnen auch den 7-Tage-Wettertrend mit der Wetterprognose für die kommende Woche. Wie sich das Wetter kurzfristig entwickelt, können Sie in unserem Wetterbericht für drei Tage lesen. Diese werden täglich aktualisiert. Vielleicht interessiert Sie eher wie sich das Klima in den vergangenen Monaten verhalten hat und wie die Prognose für das restliche Jahr aussieht. Dafür haben wir unseren Klimatrend für Deutschland.

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Woher bekomme ich alte Wetterdaten?

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(avo)