Lange kein Frost, aber dann gewaltig

42-Tage-Wettertrend: Kälteeinbruch mit Schnee und Frühlingsausflüge im November

Wie wird das Wetter in den nächsten sechs Wochen?

Bis Mitte November scheint der Herbst nichts mit dem Winter am Hut zu haben. Lieber bandelt er immer mal wieder mit südlicher Mittelmeerwärme an. Dabei kann er ja er als Übergangsmonat hin zum Winter auch Frost und Schnee. Und tatsächlich ist jetzt ein zünftiger Kaltluftausbruch für den weiteren Novemberverlauf berechnet, der sogar in den warmen Westen Temperaturen um den Gefrierpunkt bringt. Tagsüber. Am Alpenrand und in den Mittelgebirgen wird es damnach entsprechend bitterkalt.

Oben im Video: Wann bleibt der erste Schnee liegen?

Das Wetter im Norden: Ausreißer nach oben und ein Absturz in den Frost

Wettervorhersage für Hamburg für 42 Tage (Stand 17.10.2021)
Wettervorhersage für Hamburg für 42 Tage (Stand 17.10.2021) © wetter.de

Nach einem Satz auf 20 Grad muss Hamburg erst mal mit mittelmäßigen 10 bis 12 Grad und Regen zurecht kommen. Nach einer neuerlichen Wärmespitze um das lange Wochenende Ende Oktober, Anfang November herum wird es noch etwas ungemütlicher: 7 bis 10 Grad, aber wenigstens kein Regen. Dann kommt der Wetterumschwung mit einem Temperatursprung auf 15 Grad, Regen und anschließendem freien Fall der Temperaturen auf Werte um den Gefrierpunkt. Das sieht nach einem gehörigen Schwall Polarluft aus dem Norden aus. Der Winter lässt grüßen. Allerdings ohne Schnee. Die Flocken müssten schon passgenau in die Kältebrücke fallen.

Das Wetter im Westen: Noch zwei warme Ausschläge nach oben

Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Düsseldorf (Stand: 17. Oktober 2021)
Der 42-Tage-Wettertrend für den Westen am Beispiel von Düsseldorf (Stand: 17. Oktober 2021) © wetter.de

Bis Mitte November pendelt der Herbst im Westen Deutschlands zwischen Wärmeschüben bis 16 oder 18 Grad und langweiligen 10 Grad hin und her. Der erste ereilt uns ja schon jetzt. Günstigerweise fällt ein Wärme-Peak nach aktuellen Berechnungen auch hier auf das lange Wochenende mit Halloween und Allerheiligen. Die Nächte bleiben frostfrei, allenfalls besteht mal die Gefahr von Bodenfrost nach der ersten Novemberwoche. Dazu fällt sehr wenig Regen. Um Mitte November herum ändert sich die Wetterlage. Erst wird es nass, dann kalt. In wenigen Tagen rutschen die Temperaturen von 16 Grad auf 2 Grad tagsüber und -2 Grad nachts ab. Da Niederschläge ausbleiben und sich die Temperaturen rasch wieder erholen: kein Schnee. Höchstens ein paar Flocken, wenn die Niederschläge ein gutes Timing haben.

Das Wetter im Osten: Noch einmal fast Sommer, dann einfach nur Herbst

Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand: 17. Oktober 2021)
Der 42-Tage-Wettertrend für den Osten am Beispiel von Berlin (Stand: 17. Oktober 2021) © wetter.de

Für Berlin im Osten gilt der parallele Verlauf der Temperaturen. Drei Vorstöße von Warmluft zum Aufwärmen vor dem Winter, dazwischen ein trockenes 8-bis-12-Grad-Herbstniveau und der Kälteeinbruch am Ende der zweiten November-Dekade. Westen, Norden und Osten haben gemeinsam, dass es erstmal nur sachte in den Minusbereich geht. -2 Grad nachts und am frühen Morgen, das ist auszuhalten. Allerdings: Der hohe Fall von 16 auf 2 Grad am Tage wird schon bei einigen eine Gänsehaut auslösen. Nennenswerter Schnee ist aber auch hier Fehlanzeige, weil die Niederschläge mehr werden, wenn es mit den Temperaturen schon wider aufwärts geht.

Das Wetter im Süden: Heftiger Kälteeinbruch im November

Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von Garmisch-Partenkirchen (Stand: 17. Oktober 2021)
Der 42-Tage-Wettertrend für den Süden am Beispiel von Garmisch-Partenkirchen (Stand: 17. Oktober 2021) © wetter.de

Was macht denn Garmisch-Partenkirchen? Nistet sich der Winter wenigstens im Süden ein? Erstmal nicht. Der Süden scheint weiter von Hochdruck begünstigt zu sein und die Temperaturen bleiben auf recht hohem Niveau. Der Kälteeinbruch hier am Rande der Alpen trifft aber auch ein. Und wie! Von 18 Grad am Tag plumpsen die Temperaturen nachts auf -14 Grad innerhalb von wenigen Tagen. Da auch tagsüber die Temperaturen zwei, drei Tage am Gefrierpunkt oder darunter liegen und es gleichzeitig Niederschlag gibt, ist unter diesen Bedingungen Schnee garantiert. Wenn es denn so kommt. Wir behalten das im Blick.

Was ist der Goldene Oktober?

Im Herbst können wir im Goldenen Oktober nochmal Sonne tanken und uns an der Farbenvielfalt der Natur freuen. Das hat das Wetter gut eingerichtet. Denn es kommt oft im zweiten Oktober-Drittel zu einer Wetterlage, die einen Goldenen Oktober mit viel Sonnenschein und leuchtend buntem Herbstlaub möglich macht. Das bedeutet, es etabliert sich ein stabiles Hoch über Mittel- oder Osteuropa, das atlantische Tiefdruckgebiete in die Schranken weist. Tagsüber kann es dann oft noch 20 Grad geben, nachts wird es schon kalt. Durch die schon tief stehende Sonne sind auch die Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge besonders schön und lassen die Welt erst recht in einem goldenen Licht erstrahlen.

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Wettervorhersage: So funktioniert unser 42 Tage-Wetter

Bevor sich die Menschen Gedanken um die Vorhersage von Wetter gemacht haben, sind ihnen schon gewisse Regelmäßigkeiten aufgefallen.Hieraus sind dann auch Bauernregeln entstanden. Das waren – wenn man so will – auch die ersten Formen der Langfrist-Wettervorhersagen. Bis heute ist in diesem Gebiet natürlich rasant viel passiert und wir sind Lichtjahre von den Ursprüngen entfernt.

Erste Wetterbeobachtungen und das Erkennen von Zusammenhängen und physikalischen Gesetzen gründeten die moderne Form der Wettervorhersage. Und die hat definitiv richtig viel zu bieten. Ein Teil der Vorhersagen zielt dabei auf Langfristprognosen ab. Ursprünglich vor allem für die Energiewirtschaft entwickelt, halten sie auch in unserer alltäglichen Wetterwelt mehr und mehr Einzug. Die experimentellen Monats- und Jahreszeiten-Vorhersagen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA beispielsweise. Und auch unser 42 Tage-Trend geht – basierend auf dem europäischen Wettermodell – in den Bereich von mehreren Wochen mit den Charts für Höchsttemperatur, Tiefsttemperatur und Niederschlag. Kombiniert mit dem Fachwissen unserer Meteorologen/-Innen und Redakteure/-Innen, um Ihnen einen Blick über die aktuellen Trends und Fakten für die kommenden sechs Wochen zu geben.

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(ctr)