Der Wetter-Tag bei wetter.de

Springflut an der Nordsee: Wind und Wellen sorgen für herbstliches Urlaubsflair

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages:

Am Montagnachmittag wurde das Strandbad Sehestedt zum Schauplatz eines kleinen Wetterdramas: Statt Sonnencreme war Regenjacke angesagt. Eine Springflut hievte das Wasser bis an den Deich, Regen peitschte über die Promenade und der Wind blies fröhlich alles durcheinander. Doch statt Frust kam Freude auf: Viele Urlauber genossen das Spektakel wie ein kostenloses Abenteuerpaket. Gummistiefel stapften durchs aufspritzende Wasser, Kinder ließen sich begeistert vom Wind durchpusten. Wer braucht schon Hochsommer, wenn die Nordsee ihren eigenen Charakter zeigt?

Sommer Reloaded: Macht der August alles wieder gut?

Ein Sommer mit Verzögerung? Der Juli 2025 fühlte sich vielerorts eher nach Herbstferien an. Doch pünktlich zum Monatswechsel macht sich Hoffnung breit: Der August könnte die Wende bringen – zumindest streckenweise. Zwischen Schauerresten und mildem Atlantikhauch mischt sich laut einem neuen Wettertrend für August ein bekanntes Hochdruckmuster unter.
Was das heißt? Noch ist nicht alles verloren: Einzelne Sommerphasen mit richtig warmen Tagen könnten zurückkehren – nur nicht unbedingt flächendeckend und auch nicht durchgängig. Die Sonne will offenbar doch noch mitspielen, allerdings auf ihre eigene, launische Art.

Der August steht also bereit. Vielleicht nicht für ein Sommermärchen, aber doch für ein spätes, warmes Kapitel.

Fährt wieder: Elbfähre „Tanja“ nimmt Betrieb auf – doch das Wasser bleibt ein Problem

Endlich wieder Elbüberquerung ohne Umwege: Die betagte Elbfähre „Tanja“ ist nach zweieinhalb Monaten Pause zurück im Liniendienst. Seit Mitte Mai war der Betrieb zwischen Darchau und Neu Darchau wegen Niedrigwassers eingestellt – nun schippert die 65-Jährige wieder zuverlässig Touristen, Pendler und Schüler über den Fluss. Täglich von 5 bis 21 Uhr (sonn- und feiertags ab 9 Uhr) ist „Tanja“ im Einsatz – doch ob das dauerhaft so bleibt, ist unklar. Denn der niedrige Pegel der Elbe macht nicht nur alten Fähren zu schaffen. Betriebsleiter Andreas Dau fordert ein modernes Ersatzschiff mit weniger Tiefgang. Preis: rund acht Millionen Euro.

Alternativen? Ja – aber keine günstigen: Während der Stilllegung half die Fähre „Amt Neuhaus“ bei Bleckede aus. Und eine feste Elbbrücke für über 90 Millionen Euro wäre zwar wetterunabhängig, scheitert bisher aber am Widerstand der Landesregierung.

Regen im Süden, Nebel im Norden

Die Nacht zum Dienstag hat es regional in sich: Vor allem an den Alpen regnet es länger und zum Teil kräftig weiter. Die dichte Bewölkung bleibt dort hartnäckig. Im übrigen Land ist dagegen weniger los – bei wechselnder bis aufgelockerter Bewölkung bleibt es meist trocken. Besonders im Nordosten und Osten zeigt sich der Himmel teilweise klar. Örtlich kann sich in den ruhigen Regionen aber auch Nebel bilden. Und die Temperaturen gehen spürbar zurück: Zwischen 14 Grad an der See und frischen 8 Grad in manchen Mittelgebirgstälern wird es kühl.

Am Dienstag dann ein buntes Wetterprogramm: Zwischen Nordsee und Alpenrand entwickeln sich erneut Schauer und lokale Gewitter. Besonders im Norden, Westen und Südosten kann es kurzzeitig kräftig regnen. Dazwischen bleibt es in einem Streifen von Baden über Thüringen bis nach Brandenburg häufiger freundlich und trocken. Die Höchstwerte liegen zwischen 18 und 24 Grad. An der Küste frischt der West- bis Nordwestwind böig auf. Der Sommer macht weiter Pause – aber immerhin nicht überall.

20 Seehunde für fragwürdiges Foto aufgescheucht

Auf der Nordseeinsel Langeoog hat ein Mann im streng geschützten Nationalpark Wattenmeer eine Gruppe ruhende Seehunde ins Wasser gescheucht. Der Mann habe wohl besondere Fotos von den Tieren machen wollen, daher habe er die rund 20 Tiere aufgescheucht, so die Polizei. Dazu sei er unerlaubt in die Schutzzone 1 gelaufen - in dieser Ruhezone gelten die strengsten Schutzbestimmungen, der Bereich darf nur auf zugelassenen Wegen betreten werden.

Zeugen beobachteten von einer Aussichtsplattform, wie der Mann die Seehunde vom Strand ins Wasser trieb, sie alarmierten die Polizei. Ihn erwartet nun ein Bußgeld und Ordnungswidrigkeitsverfahren.

Gezielte Giftanschläge auf Hessens Linden

Erneut werden in Hessen Bäume Ziel eines gezielten Giftanschlags. In Bad Hersfeld entdecken Mitarbeiter Bohrlöcher an drei Winterlinden, in die vermutlich eine Flüssigkeit eingefüllt wurde, um den Bäumen gezielt zu schaden, wie die Kreisstadt mitteilte. Die Linden zeigen bereits deutliche Schäden am Blattwerk. Die Bäume sind 55 Jahre alt.

Die Stadt hat Strafanzeige gestellt und bittet eventuelle Zeugen um Hinweise. In den vergangenen Jahren habe es wiederholt Versuche gegeben, diese Bäume zu beschädigen. In ihre Rinde seien Kupfernägel geschlagen oder Löcher in die Stämme gebohrt worden. Ähnliche Fälle von Baumvergiftungen in Hessen waren zuletzt in Frankfurt, Limburg, Butzbach und Riedstadt bekanntgeworden.

Sommerflaute ade! Schon bald steht die Hitze in den Startlöchern

In Deutschland lässt der diesjährige Sommer zu wünschen übrig. Während sich unsere Wasserspeicher über die Regenmengen freuen, fallen vielerorts die Sommerferien ins Wasser. Übrigens ist der Juli der erste Monat seit Januar 2025, der zu nass ist! - Doch das lange Zittern um den Sommer hat bald ein Ende. Wann wir den Sommer-Comeback feiern können, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Irak meldet bis zu 51 Grad – Wassermangel spitzt sich zu

Eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 51 Grad im Schatten belastet derzeit den Irak. Besonders betroffen sind die Hauptstadt Bagdad und mehrere südliche Provinzen, wie der Wetterdienst am Montag mitteilte. In weiteren Regionen wurden 50 Grad erreicht. Der Irak leidet seit Jahren unter Dürre – laut Ministerium für Wasserressourcen ist 2025 eines der trockensten Jahre seit 1933, die Wasserspeicher seien nur noch zu acht Prozent gefüllt. Daher erwägt die Regierung nun eine einwöchige Schließung der Hauptstadt Teheran. Am Wochenende protestierten Hunderte gegen die anhaltende Wasserknappheit. Die UN zählen den Irak zu den fünf am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern weltweit.

Aprikosen und Feigen aus Norddeutschland – Klimawandel verändert Obstanbau

Landwirte in Niedersachsen bauen zunehmend Aprikosen, Pfirsiche und sogar Melonen an. Grund ist das mildere Klima mit früher Vegetation und weniger Winterfrost. Im Alten Land wachsen die empfindlichen Früchte inzwischen auf rund 15 Hektar – meist unter Folientunneln. Auch in Ahlten bei Hannover reifen Feigen in Gewächshäusern, bei Wolfenbüttel gedeihen Wassermelonen im Freiland. Der Anbau bleibt aber eine Nische: Regionale Südfrüchte sind wegen hoher Lohn- und Umweltstandards deutlich teurer als Importware. Viele setzen deshalb auf Direktvermarktung oder Hofläden.

Waldbrandlage in Griechenland bleibt angespannt

Waldbrand in Krioneri bei Athen
Rauch und Flammen steigen auf, während Einsatzkräfte aus der Luft und am Boden auf einen Waldbrand reagieren, der in Krioneri nahe Athen, Griechenland, ausgebrochen ist.

In Griechenland sind binnen 24 Stunden 55 neue Brände ausgebrochen – fünf davon wüteten am Sonntagabend noch auf der Peloponnes und den Inseln Euböa, Kythera und Kreta. Die restlichen 50 konnten unter Kontrolle gebracht werden. Besonders dramatisch ist die Lage auf Kythera: Laut Vize-Bürgermeister ist die halbe Insel niedergebrannt. Häuser, Olivenhaine und Bienenstöcke wurden zerstört, zahlreiche Menschen mussten per Boot evakuiert werden. Auf Kreta brannten vier Wohnhäuser und eine Kirche, der Brand gilt dort inzwischen als unter Kontrolle. Auch auf Euböa wurden mehrere Dörfer evakuiert, tausende Nutztiere verendeten in den Flammen. In Frankreich wütete ein Waldbrand nahe Narbonne und zerstörte 630 Hektar Vegetation, mehrere Häuser und Bauernhöfe. Etwa 1.000 Menschen mussten vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. In beiden Ländern wurden die Brände durch starke Winde und extreme Hitze begünstigt – in Griechenland wurden örtlich bis zu 45,8 Grad gemessen.

Teils mehr als 100 Liter Regen

Hochwasser sorgt für Überschwemmungen im Ortenaukreis: Massiver Starkregen lässt Dorfbach in Appenweier über die Ufer treten.
Hochwasser sorgt für Überschwemmungen im Ortenaukreis: Massiver Starkregen lässt Dorfbach in Appenweier über die Ufer treten.

Seit Sonntag sind in den Alpen und im Schwarzwald teils enorme Regenmengen gefallen. Im Schwarzwald wurden bisher 40 bis 70 Liter pro Quadratmeter gemessen, in den Alpen sogar 80 bis 120 Liter – in Staulagen auch mehr. Heute setzt sich der Starkregen mit Gewittern fort. Am Vormittag sind Schauer und Gewitter mit bis zu 35 Litern pro Quadratmeter im Südwesten, Süden und Osten möglich. Ab dem Nachmittag drohen neue Gewitter mit Starkregen vor allem im Südosten sowie im Westen und Nordwesten. Am Alpenrand werden lokal weitere 30 bis 40 Liter erwartet. In der Nacht zu Dienstag geht der Dauerregen am östlichen Alpenrand weiter.

Hitze zieht sich aus Griechenland zurück – Unwetter in Südeuropa

Die extreme Hitzewelle mit Temperaturen um 45 Grad zieht sich weiter in den Osten und Südosten der Türkei zurück. In Griechenland normalisieren sich die Werte auf 30 bis 35 Grad. Derweil drohen in Teilen Südeuropas kräftige Regengüsse und Gewitter, lokal auch Unwetter. Betroffen sind unter anderem Mittel- und Norditalien, Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina.

Nach Zugunglück bei Riedlingen rückt möglicher Erdrutsch in den Fokus

Nach dem schweren Bahnunglück bei Riedlingen mit drei Todesopfern konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Unfallursache. Im Raum steht, dass ein Erdrutsch den Regionalzug der Linie RE 55 zum Entgleisen gebracht haben könnte. In der Region hatte es zuvor schwere Gewitter mit Starkregen gegeben, lokal fielen bis zu 40 Liter pro Quadratmeter. Laut Bundespolizei war der Zug mit etwa 80 Stundenkilometern unterwegs, als er am Sonntagabend nahe Riedlingen verunglückte. Die Ermittlungen laufen weiter. Die Strecke bleibt gesperrt, Ersatzbusse sind im Einsatz.

Regen, Wind und Gewitter im Süden – mehr Sonne im Norden

Bei einem Mix aus Sonne und Wolken ziehen immer wieder Schauer, örtlich auch Gewitter durch; im Bergland regnet es am häufigsten, an den Alpen legt der Dauerregen kaum Pausen ein. Deutlich mehr Sonne und nur selten Schauer sind an der Küste zu erwarten. Bei teils kräftigem Wind reicht es nur für 18 bis 23, im Bergland für 13 bis 15 Grad.

So geht es die nächsten 3 Tage weiter

3 Tage Wettertrend
3 Tage Wettertrend

Tiefs machen es uns hier nicht leicht

Wetterlage Karte
Leichter Tiefdruckeinfluss in Verbindung mit feucht-warmer Meeresluft sorgt weiterhin für unbeständiges Wetter.

Zwischen Hoch Gabriele über dem Atlantik und Tief Luca über der Ostsee strömt feuchte und für die Jahreszeit recht kühle Luft nach Deutschland. An dieser Konstellation ändert sich die Woche kaum etwas, dadurch ist ein Comeback des Sommers in dieser Woche nicht zu erwarten. Insgesamt fällt der Juli deutlich zu nass aus, damit ist er der erste zu nasse Monat seit Januar 2025.