Winterwetter wie lange nicht
Polarluft beißt sich fest: Bis zu 4 Wochen Dauerfrost?

Die Wettermodelle lassen teilweise selbst das Blut der Wetterexperten gefrieren. Wie heftig wird die bald beginnende Phase mit gefühlt arktischer Kälte? Wie realistisch sind die Kaltluft-Szenarien mit Dauerfrost bis Mitte Februar?
Kaltluft schleicht nach Deutschland
Der Wind hat gedreht und schon am Wochenende Stück für Stück die Temperaturen sinken lassen. Und das geht erstmal so weiter. Mit Hoch Christian über weiten Teilen Kontinentaleuropas kann die Kälte aus dem Osten zumindest abgeschwächt weiter zu uns schleichen.
Am Mittwoch ist nicht nur in den Niederungen im Südosten Deutschlands, sondern auch im äußersten Nordosten der Dauerfrost zurück. Am Donnerstag könnte er sich bis in den Osten Niedersachsens sowie bis nach Thüringen voran arbeiten. Der Ostwind sorgt gefühlt für nochmals kältere Verhältnisse um -5, teils -10 Grad, besonders im Bergland, aber auch an den stürmischen Küsten.

Zweite Wochenhälfte: Luftmassengerangel mit Glatteisgefahr
Ein Durchmarsch der Kälte wird diesmal jedoch nicht stattfinden. Im Westen und Südwesten hält sich die mildere Luft. In den Nebelregionen spürt man davon nicht viel. Mit Sonne und einem Hauch Wind kann es örtlich aber weiterhin um 10 Grad geben.
Tiefs vom Atlantik wollen diese Luft auch weiter nach Deutschland schieben, nur wird das wohl kaum gelingen. Wie ein Bollwerk hält der hohe Luftdruck weiter östlich dagegen. Dabei rutscht das Zentrum des Hochs in den Nordosten, womit noch kältere Luft angezapft wird. Das Zusammenspiel von Kaltluft und schwachen Tiefausläufern droht, von Mittwoch bis Freitag im Westen gefährlichen Glatteisregen zu bringen. An den Küsten ziehen durch den Lake Effekt Schneeschauer durch.

Kältebollwerk hält dagegen
Am Wochenende geht das Gerangel weiter. Im Westen und Süden könnte – ja, wir müssen hier in den Konjunktiv wechseln – könnte es weitere Tiefdruckversuche mit etwas Schnee oder teils gefrierenden Regen geben. Von Osten hält aber wohl die Kaltluft des Hochs dagegen.
Dieses Gerangel könnte in der nächsten Woche so weitergehen, eventuell mit Schneeüberraschung im Süden durch etwas feuchtere Mittelmeerluft. Gleichzeitig ziehen weitere Schneeschauer an den Küsten durch. Das wird durchaus winterlich spannend.

Nur eines scheint bis Ende Januar kaum möglich: Ein Durchbruch der milden Atlantikluft. Auch wenn unklar ist, wie kalt es sein wird. Zwischen knapp über 0 Grad und verbreitet Dauerfrost ist vieles möglich. Im Süden gibt es durch die Nähe zum Mittelmeer und den teils wilden Tiefs „dort unten“ mehr Spielraum nach oben.
Erneuter Polarwirbel-Zusammenbruch unterstreicht Eiszeit-Szenarien
Noch mehr Spannung scheint zum Monatswechsel aufzukommen. Manche Wettermodelle wollen den Nordosten in eine Eiszeit schicken. Sie berechnen rund 4 Wochen Dauerfrost. Sollte sich an der Wetterlage nichts ändern und das Hoch stabil bleiben, ist das sogar recht realistisch zu dieser Jahreszeit. Statistisch befinden wir uns bis Anfang/Mitte Februar im Hochwinter.
Unser 42-Tage-Trend rudert nun plötzlich zurück und will zwischendurch ein Tiefdruckgebiet vom Atlantik durchmarschieren lassen. Damit würde es vorübergehend deutlich milder und wechselhafter werden, sicherlich auch mit reichlich Glätte bei der Erwärmung. Danach würde es aber erneut frostig kalt werden, bevor die letzten Tage wieder milder wären.

Aber Vorsicht! Einen großen Player haben wir noch nicht erwähnt und das ist der Polarwirbel. Er strauchelt schon den gesamten Winter über und brachte uns die Kälte im November sowie nach Weihnachten. Der Polarwirbel scheint Anfang Februar erneut deutlich zu schwächeln und Mitte Februar eventuell komplett zusammenzubrechen. Das könnte uns, entgegen der Meinung des aktuellen 42-Tage-Trends, deutlich kältere Zeiten mit Dauerfrost in ganz Deutschland bringen. Käme das so, würden wir uns im kältesten Winter seit einigen Jahren befinden. Wie auch immer man das findet.

Verwendete Quellen: wetter.de