-20 Grad und noch weniger

Winterwetter wie es früher war: Schneefall und krasse Kälte

von Oliver Scheel

Es wird nun richtig kalt. Die Werte sind die Höchstwerte!
Es wird nun richtig kalt. Die Werte sind die Höchstwerte!

Der Winter 2026 macht tatsächlich ernst: Erst überzieht Schnee fast das gesamte Land und danach kommt die große Kälte aus den polaren Zonen und lässt das Land einfrieren. Die Tiefstwerte rutschen womöglich auf bis zu sagenhaften -25 Grad. Selbst im Flachland sind -10 Grad drin. Was ist denn da los beim Wetter?

Die Ausgangslage: Es kommt polare Luft

Nanu, draußen liegt Schnee? Und das mitten im Winter? Spaß beiseite, denn die Wetterlage, die nun ansteht, ist tatsächlich ziemlich außergewöhnlich und kann sogar gefährlich werden. Sturmtief Tizian hat zunächst mal nasse und kalte Luftmassen aus Nordwesten ins Land geschaufelt, die uns den Schnee gebracht haben.

Am Wochenende und in den Tagen danach nimmt überall der Einfluss von Hoch Karen zu. Und jetzt wird’s knifflig, denn das Hoch hat eine Schattenseite: Es fließen polare Luftmassen ein und die Temperaturen gehen immer weiter zurück, sodass verbreitet Dauerfrost herrscht.

Klirrende Kälte von -20 Grad und noch weniger

Bevor uns die Kälte die Kehle zuschnürt, steht ein schneereiches und tolles Wochenende bevor. Vor allem im Norden und in den Mittelgebirgen kommt es wiederholt zu Schneefällen - das hat es lange nicht mehr so gegeben.

Mit dem klaren Wetter steigt aber auch die Frostgefahr. Die Nächte werden in erster Linie im Süden bei Aufklaren über Schnee klirrend kalt. Vor allem in der Nacht zum Montag wird stellenweise sehr strenger Frost zwischen -15 und -20 Grad erwartet.

Und wenn wir mal auf die Berggipfel blicken, dann lässt es einen förmlich erschaudern. Da sehen wir nächste Woche Tiefstwerte von -25 Grad, zum Beispiel auf dem Nebelhorn in Oberstdorf! Wer da also Ski fahren möchte, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch gute Kleidung irgendwann nicht mehr ausreicht. Sport bei so hohen Minusgraden ist durchaus nicht ungefährlich: Denn Haut, Atemsystem und das Herz-Kreislaufsystem werden enorm beansprucht und geraten unter Stress - vor allem bei Menschen, die Kälte nicht gewohnt sind. Möglicherweise bleiben die Lifte bei weniger als -20 Grad aber sowieso wegen Kälte geschlossen.

Doch auch außerhalb der Skigebiete müssen wir mit strengem Frost rechnen. Tiefstwerte von -9 Grad an mehreren Tagen in Berlin werden die Heizkosten in die Höhe schrauben. Und selbst im an sich eher milden Freiburg sehen wir -14 Grad! Und das nicht nur an einem Tag - es ist eine richtige Kältewelle, die da ansteht.

Januar legt nach

Der Kahle Asten bekommt Schnee und Dauerfrost.
Der Kahle Asten bekommt Schnee und Dauerfrost.

Ein richtiges Ende der Kälte ist nämlich nicht abzusehen. Im Gegenteil: Blicken wir mal auf den Kahlen Asten, den höchsten Berg in NRW und im Sauerland, dann sehen wir Dauerwinter mit Schnee. Dieser Januar könnte der erste Januar seit 2017 werden, der unter dem langjährigen Schnitt landet. Der letzte zu kalte Wintermonat war der Februar 2018.

Das bedeutet: Achtjährige Kinder haben noch keinen „Winter wie er früher einmal war” erlebt. Wenn nun also Schnee auch mal mehrere Tage im Flachen liegen bleibt und die Temperaturen in den Bergen auf -20 Grad rutschen, dann ist das eine echte Rarität.

Verwendete Quellen: wetter.de