Unterschätzte Gefahr bei Hitze
Schimmel im Sommer – So entsteht er trotz Sonnenschein

Schimmel ist ein typisches Winterproblem? Denkste! Auch im Hochsommer kann es in Wohnungen schimmeln – sogar besonders schnell. Warum das so ist und wie du vorbeugst.
Warum Schimmel auch im Hochsommer entsteht
Wenn draußen 30 Grad und mehr herrschen, denkt kaum jemand an Schimmel. Doch gerade im Sommer sind die Bedingungen in vielen Wohnungen ideal für seinen Befall: hohe Luftfeuchtigkeit, stehende Wärme und falsches Lüften. Besonders gefährdet sind Schlafzimmer, Badezimmer und Küche – aber auch schlecht isolierte Altbauten.
Hauptursache für Schimmel: Feuchte trifft auf warme Wände
Die größte Rolle spielt die Kombination aus Wärme und Feuchtigkeit. Wenn die Luft warm ist, kann sie viel Feuchtigkeit aufnehmen. Diese Feuchtigkeit gelangt beim Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen in die Raumluft – und schlägt sich an kühlen Flächen wie Wänden, Ecken oder hinter Möbeln nieder. Dort entsteht Kondenswasser – der perfekte Nährboden für Schimmelpilze.
„Je wärmer die Luft ist, umso mehr Feuchtigkeit kann sie aufnehmen. Trifft diese dann auf eine kühlere Fläche – etwa eine Außenwand oder ein Kellerrohr – entsteht Kondenswasser, das ein idealer Nährboden für Schimmel ist“, wie Thekla Hielscher, Ingenieurin und Sachverständige für Bauphysik, dem Berliner Mieterverein sagte.
Typischer Sommerfehler: Falsch lüften
Viele Menschen machen im Sommer genau das Falsche: Sie lassen tagsüber die Fenster weit offen – in der Hoffnung, für frische Luft zu sorgen. Doch die heiße Außenluft bringt noch mehr Feuchtigkeit mit sich. Wenn diese in kühle Räume strömt, steigt die Luftfeuchtigkeit stark an. Die Folge: Es kann bereits bei 60 Prozent Luftfeuchtigkeit zu Schimmel kommen.
Besonders kritisch ist die Lage in Kellerräumen. Hier ist es im Sommer oft deutlich kühler als draußen. Wird dann warme Außenluft hereingelassen, schlägt sich deren Feuchtigkeit an den kalten Kellerwänden nieder – ein sogenannter Sommerkondensat-Effekt. So entsteht selbst bei scheinbar gutem Wetter plötzlich Schimmel im Untergeschoss.
So schützt Ihr euch vor Schimmel im Sommer
Diese Maßnahmen helfen dabei, Schimmelbildung im Sommer zu vermeiden:
- Nur früh morgens oder spät abends lüften, wenn die Außenluft kühler und trockener ist
- Innenräume möglichst kühl halten – tagsüber Fenster geschlossen und Rollos herunter
- Feuchtequellen minimieren: Wäsche nicht in Innenräumen trocknen, Bad nach dem Duschen gut durchlüften
- Luftfeuchtigkeit kontrollieren – ideal sind 40 bis 60 Prozent, Hygrometer helfen
- Abstand von Möbeln zur Wand halten, besonders in kühlen Zimmern
- Keller im Sommer nicht lüften, sondern kühl und geschlossen halten
Ein muffiger Geruch, dunkle Flecken in Ecken oder hinter Möbeln sowie beschlagene Fenster trotz Wärme sind erste Alarmsignale. Wer Schimmel früh entdeckt, kann größeren Schaden vermeiden. Im Zweifel hilft ein Fachmann – denn je länger der Schimmel unbemerkt bleibt, desto teurer wird es.