Sicherer Klettersteig in schwindelerregender Höhe

Auf dem – ehemals - gefährlichsten Wanderweg der Welt nahe Malaga in Spanien

von Claudia Träger

Wer keine Höhenangst hat, kann hier atemberaubende Aussichten genießen – auf dem Caminito del Rey in Andalusien. Aber Achtung: Einfach loswandern geht hier nicht.

Wanderweg als Einbahnstraße

Einer der gefährlichsten Wanderwege der Welt ist der Caminito del Rey
Schwindelfreiheit muss sein auf dem Caminito del Rey

Bei dieser Wanderung kann man nicht einfach loslaufen. Man braucht erst mal eine Eintrittskarte, denn der Weg ist eine Einbahnstraße. Es gibt ganz viele Vorschriften zu beachten. Beispielsweise muss man über acht Jahre alt sein. Man darf nicht, wenn man unter 18 ist, alleine laufen. Man darf keine Flipflops anziehen, keine Selfiesticks dabeihaben, keinen Wanderstock mitnehmen. Und unbedingt, wird immer wieder geraten, an Sonnencreme, reichlich Wasser und ein paar Riegel zum Essen zu denken.

Die Rede ist vom *El Caminito del Rey* nahe Malaga in Spanien, der oft als der gefährlichste Wanderweg der Welt bezeichnet wird – oder besser wurde. Denn weil dort zu viele Wanderer in den Tod stürzten, war der ehemals nur drei Kilometer lange Klettersteig lange Zeit gesperrt. Im Jahr 2015 wurde er nach umfangreicher Sanierung und Entschärfung wieder eröffnet. Heute ist er ein acht Kilometer langer gesicherter Wanderweg und ermöglich viel mehr Urlaubern den Blick in die Schlucht Desfiladero de los Gaitanes des Flusses Guadalhorce. Die Strecke führt teils auf Stegen an Felswänden 100 Meter über dem Schluchtboden – da ist schon ein spektakuläres Erlebnis.

Bergsteig für Bauarbeiter und Wasserwerker

Auf dem Caminito del Rey
Ausgesetzter Streckenabschnitt auf dem Caminito del Rey

Angelegt wurde der Gebirgsweg schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei den Bauarbeiten für den Staudamm Conde del Guadalhorce und das zugehörige Wasserkraftwerk. Später gelangte man aber über andere Strecken zu Damm und Wasserwerk und der Weg aus Holzstegen, Betonplatten und Eisenträgern verfiel langsam. Besonders wagemutige und leichtsinnige Wanderer und Kletterer entdeckten den Weg für sich. Es war mehr ein Balanceakt als eine Wanderung um den Weg zu überwinden.

Heutzutage hat er diesen abenteuerlichen, aber eben auch sehr gefährlichen Charakter verloren. Es geht über Wander- und Forstwege, aber eben auch über wenige Kilometer gut gesicherten Klettersteig. 3 bis 4 Stunden dauert die Wanderung durch die Einbahnstraße. Der Rückweg führt um die Schlucht herum. Alle besonders riskanten Stelen des Steigs sind durch hohe Geländer gesichert – abstürzen ist im Prinzip unmöglich. Der obligatorische Helm, den man am Eingang der Schlucht geliehen bekommt, ist eine Vorsichtsmaßnahme gegen Steinschlag.