Wie ich bei der Ernährung sehr viel CO2 einsparen kann

Jede Menge CO2 sparen bei der Ernährung
Jede Menge CO2 sparen bei der Ernährung Das Videotagebuch von Eva Imhof 01:16

Teil 2: Wie ich mit einigen wenigen Veränderungen unglaubliche Wirkung erziele

Wir leben auf Pump: Die Menschen entnehmen der Erde mehr Ressourcen, als diese uns pro Jahr bereitstellt. Der Erdüberlastungstag, also der Tag, an dem wir die Ressourcen für ein laufendes Jahr aufgebraucht haben, findet jedes Jahr früher statt, dieses Jahr schon Ende Juli. Das ist nicht nachhaltig. Vor allem in der Ernährung liegt riesiges Potenzial, Ressourcen zu schonen und Kohlendioxid einzusparen. Wären alle Menschen Vegetarier würden zwei Drittel weniger Treibhausgase aus der Nahrungsmittelproduktion in die Atmosphäre gelangen. Wow.

Wetter-Moderatorin Eva Imhof hat das im Selbsttest ausprobiert und eine Woche lang Ihre Co2-Bilanz im Alltag dokumentiert und versucht zusammen mit Ihrer Familie so klimaneutral wie möglich zu leben. Ob das gelungen ist und wie schwer das ist, gibt es im Video zu sehen.

In Teil 2 unserer Serie rechnen wir mit ein paar einfachen Beispielen vor, wieviel CO2-Ersparnis ein paar kleine Veränderungen in der Ernährung bringen.

So wird der Kühlschrank effektiver

Sie essen gerne Fleisch? Das ist gut. Denn wenn Sie künftig weniger Fleisch konsumieren, polieren Sie Ihre CO2-Bilanz richtig krass auf. Für die Herstellung von einem Kilo Rindfleisch fallen 13,3 kg CO2 an. Jeder Deutsche isst im Schnitt 13,5 kg Rind. Das macht im Jahr circa 180 kg CO2. Die kann man leicht einsparen, wenn man die Tiere nicht mehr isst. Rinder haben eine besonders schlechte Klimabilanz, weil sie zudem ordentlich Methan ausstoßen. Methan ist wie Kohlendioxid ein Treibhausgas, es ist aber 25 Mal schädlicher als CO2. Und: Kühe fressen enorme Mengen Soja. Und für Soja wird der Regenwald abgeholzt. Wer also nicht ganz auf Fleisch verzichten will, der sollte am ehesten auf Rind verzichten und vielleicht ab und an Hühnchen essen. Für ein kg Geflügel fallen nur gut 3,5 Kilo CO2 an. 

Eine Studie der Universität Oxford berechnete, dass eine Fläche so groß wie Afrika für die Landwirtschaft frei werden würde, wenn die Menschheit keine Tierzucht mehr betreiben würde. Eine fleischlose Ernährung würde der Erde zweifellos helfen, auch weil die Tierzucht sehr wasserintensiv ist. Nach Angaben des kanadischen Wissensportals AsapScience stößt die Tierzucht mehr Treibhausgase aus als der gesamte Verkehr.   

Butter durch Margarine ersetzen

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Butter und Käse haben keine gute Klimabilanz. © photocrew - Fotolia

Kommen wir zum zweiten Klimakiller: Der Butter! Überraschenderweise wird bei Butter das meiste CO2 freigesetzt, pro kg landen wir bei fast 24 kg Kohlendioxid. Das ist schon ein Brett. Fast das doppelte vom Rindfleisch. Aber wieso ist Butter so klimaschädlich? Es geht vor allen Dingen um die aufwändige und energieintensive Herstellung. Dann die Verpackung, der Transport, die Kühlkette. Und: Butter ist aus Kuhmilch und die Kuhhaltung ist einfach schlecht für unser Klima. Darum - eine schlechte Nachricht für Vegetarier - hat auch Käse eine miese CO2-Bilanz.

Wer ganz schnell etwas für das Klima tun will, der ersetze einfach Butter durch Margarine. Für ein Kilo Margarine entstehen nur 1.350 Gramm CO2. 

Tee statt Kaffee - Leitungswasser statt Saft

Und wie sieht es bei den Getränken aus? Teetrinker dürfen sich freuen, denn sie sind klimafreundlicher unterwegs als Kaffeetrinker. Kaffee erzeugt viermal so viel CO2 wie Tee. Eine Tasse Kaffee schlägt mit 60 bis 100 g CO2 zu Buche. Bei 1.000 Tassen im Jahr, (also etwa drei am Tag) sind das 100 kg CO2. Bei Tee kommen bloß 25 kg zusammen.

Und: Säfte haben eine schlechte Klimabilanz. Das liegt vor allen Dingen an den aufwändigen Verpackungen und dem Transport. Am besten ist Leitungswasser, denn es ist nicht nur CO2-freundlich in der Bereitstellung, sondern auch unverpackt.

Abschließend können wir sagen: Frisches Obst und Gemüse, zum Beispiel Gurken und Tomaten, sind klimatechnisch die besten Nahrungsmittel. Am besten kaufen Sie diese auf dem Markt ohne Plastikverpackung und aus der heimischen Region. Gegen heimisches Obst ist natürlich auch nichts einzuwenden. Vorsicht allerdings, wenn deutsche Äpfel monatelang in Kühlhäusern liegen, um dann im Winter verkauft zu werden, verschlechtert sich die Klimabilanz mit jedem Tag. Dann kann es sein, dass der neuseeländische Apfel weniger CO2 produziert.

Wie Sie auch im Haushalt CO2 und bares Geld sparen erfahren Sie im ersten Teil von Evas Selbsttest

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