Der Wetter-Tag bei wetter.de
Regen und Wolken in der Nacht - Hochwasserlage weiter angespannt
In der Nacht zum Montag breitet sich der Regen von Brandenburg bis nach Bayern allmählich in Richtung Landesmitte aus. In den Alpen steigt die Schneefallgrenze. Sonst bleibt es wolkig bis stark bewölkt mit gelegentlichem Regen. Die Tiefstwerte liegen zwischen 14 Grad an der Küste und etwa 6 Grad im Süden.
Am Montag bleibt es im Süden und Südosten bedeckt mit langanhaltendem und teils kräftigem Regen bei Temperaturen zwischen 8 und 13 Grad. Auch im Osten und Teilen der Mitte startet der Tag regnerisch, wobei der Regen im Laufe des Tages abklingt. In den übrigen Regionen ist es wechselnd wolkig mit Auflockerungen und im Westen sind einzelne Schauer möglich. Die Temperaturen steigen auf 13 bis 21 Grad, wobei die höchsten Werte entlang der Oder zu erwarten sind. Der Wind weht schwach bis mäßig aus Nord.
Die Hochwasserlage
In Teilen Europas spitzt sich die Hochwasserlage dramatisch zu. In Polen brach ein Staudamm, wodurch Wasser den Fluss Biala Ladecka hinunterströmt und Orte entlang der Glatzer Neiße bedroht. In Tschechien sind vor allem die östlichen Regionen betroffen, wo bereits über 10.000 Menschen evakuiert wurden, und in Österreich steht ein Stausee kurz vor dem Überlaufen. Auch in Deutschland steigen die Pegelstände langsam an, und in Dresden bereitet man Schutzmaßnahmen für die Altstadt vor. Die Lage bleibt angespannt, mit steigenden Wasserständen und weiteren Evakuierungen in den betroffenen Gebieten.
Regenradar immer im Blick behalten – vor allem im Südosten
Staudamm in Polen bricht – Flutwelle rollt durch Kleinstadt
Nach dem Bruch eines Staudamms im Schneegebirge an Polens Grenze zu Tschechien hat sich die Situation in der Kleinstadt Klodzko weiter verschärft. Eine neue Flutwelle habe den Ort erreicht, sagte Bürgermeister Michal Piszko der Nachrichtenagentur PAP. Die Glatzer Neiße, ein Nebenfluss der Oder, habe nun bei Klodzko einen Pegelstand von 6,84 Metern. Üblich ist ein durchschnittlicher Wasserstand von etwa einem Meter, wie ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur sagte.
Jetzt rollt die Flutwelle durch Klodzko. In einigen Straßen der Stadt stehe das Wasser anderthalb Meter hoch, sagte der Bürgermeister weiter. Gebirgsjäger der polnischen Armee seien mit Booten unterwegs, um Bürger zu retten, die vor dem Wasser in den zweiten oder dritten Stock ihrer Häuser geflohen seien. In dem Ort mit 26.000 Einwohnern, der hundert Kilometer südlich von Breslau (Wroclaw) liegt, gibt es keine Wasserversorgung mehr. Auch das Gas werde bald abgestellt, sagte der Bürgermeister. Zuvor war im niederschlesischen Stronie Slaskie ein Staudamm gebrochen. Das Wasser fließt nun von dort über den Fluss Biala Ladecka in die Glatzer Neiße.
Krnov in Tschechien fast ganz unter Wasser
Die tschechische Stadt Krnov ist fast komplett überflutet worden. Der stellvertretende Bürgermeister Miroslav Binar sagte der Agentur CTK zufolge, dass geschätzt 70 bis 80 Prozent des Stadtgebiets unter Wasser stünden. Für eine Evakuierung sei es nun zu spät. Die Kommune sei nicht mehr in der Lage, die Hilfe für die Bürger zu organisieren. Man stehe daher im Kontakt mit der übergeordneten Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien. Die Lage sei schlimmer als bei der Flutkatastrophe von 1997.
In Krnov, das rund 240 Kilometer östlich von Prag liegt und knapp 23.000 Einwohner hat, vereinen sich die Flüsse Opava und Opavice. Hubschrauber waren im Einsatz, um Menschen in Not aus der Luft zu retten.
Bürgermeister von Wien: Wir haben die Situation im Griff
In der österreichischen Hauptstadt ist nach tagelangem Dauerregen teilweise Land unter. Bürgermeister Michael Ludwig beruhigte aber. "Wir haben in der Summe die Situation gut im Griff", sagte er. "Wir haben erfreulicherweise eine stabile Situation an der Donau, dem Hauptfluss."
Der Regen hat etwas nachgelassen. Aber am Wienfluss, der von einem Rinnsal zu einem reißenden Strom wurde, war das Hochwasser so hoch, wie es statistisch nur einmal alle 100 Jahre erwartet wird. Am Montag wurde neuer Regen erwartet. Das dürfte sich am Wienfluss auswirken, weil er viele Zuflüsse aus anderen Hochwassergebieten hat, sagte Ludwig. Die Hochwasserbecken entlang des Flusses waren voll.
Dauerregen in Bayern: Aber keine Katastrophenlage
Der meiste Regen des Wochenendes ist wohl bereits gefallen, doch die Hochwasserlage bleibt gespannt. Laut dem Hochwassernachrichtendienst (HND) Bayern wird es voraussichtlich nicht schlimmer werden. Eine vollständige Entwarnung gibt es jedoch noch nicht. Bis Dienstag sind vor allem im Süden und Südosten Bayerns teils andauernde Regenfälle zu erwarten. Die Wasserstände der Flüsse und Bäche könnten wieder ansteigen, allerdings sind flächendeckende Überschwemmungen in bebauten Gebieten unwahrscheinlich. Eine Hochwasserflut wie im Juni wird nicht befürchtet.
Prognose für die kommenden Tage
Bis Dienstag wird in der Region von den Alpen über das Vorland bis zum Bayerischen Wald mit verbreitet 40 Liter Regen pro Quadratmeter gerechnet. In Staulagen könnte es bis zu 90 Liter sein. In den Alpen kann oberhalb von 1.500 Metern häufig bis zu 10 Zentimeter Schnee hinzukommen, in höheren Lagen auch mehr. Im Laufe der Woche wird eine allmähliche Wetterbesserung erwartet, mit trockeneren und wärmeren Bedingungen.
Erst Yagi, jetzt Taifun Bebinca

Im Indopazifik zieht der 13. Taifun des Jahres, „Bebinca“, über das Meer. Auf den Philippinen hat der Tropensturm bereits sechs Todesopfer gefordert. Laut dem philippinischen Katastrophenschutz starben vier Menschen auf der südlichen Insel Mindanao und zwei auf der Halbinsel Zamboanga. Die genauen Umstände der Todesopfer sind noch unklar, jedoch haben Starkregen und Stürme zu Erdrutschen und erhebliche Schäden an der Infrastruktur geführt.
Vorbereitung auf den Taifun in China
„Bebinca“ bewegt sich nun in Richtung Osten Chinas und wird voraussichtlich in der Nacht zum Montag die Region um Shanghai sowie die Großstädte Hangzhou und Ningbo erreichen, wo über 46 Millionen Menschen leben. Die beiden internationalen Flughäfen in Shanghai haben bereits mehr als 600 Flüge gestrichen, wie das Staatsfernsehen berichtete. Der Tropensturm trifft China zur Zeit des Mondfestes, einer wichtigen Reisezeit für Millionen von Menschen in der Volksrepublik.
In den Küstenprovinzen Zhejiang und Jiangsu wurden Warnungen vor hohen Wellen ausgesprochen. Zudem warnen die Behörden in der Provinz Anhui vor möglichen Überflutungen durch den drohenden Starkregen. Erst vor etwas mehr als einer Woche hatte der Super-Taifun „Yagi“ im Süden Chinas schwere Schäden angerichtet und mehrere Todesopfer gefordert.
Mehr als einen Meter Schneehöhe in den Alpen
Der Wintereinbruch in den bayerischen Alpen bringt eine erhöhte Lawinengefahr in höheren Lagen mit sich. Oberhalb von etwa 1200 Metern habe sich eine geschlossene Schneedecke gebildet. In den Hochlagen sei diese bis zu einem Meter dick, teilte der Lawinenwarndienst Bayern mit. Frischer, durch den teilweise starken Wind angesammelter Schnee sei problematisch und könnte sich im kammnahen Steilgelände als Schneebrett lösen. „In den Hochlagen der Berchtesgadener Alpen fällt am meisten Neuschnee.“ Lawinen mittlerer Größe, die für eine Verschüttung ausreichen, seien möglich. Der Lawinenwarndienst rechnet damit, dass die Lage in den kommenden Tagen angespannt bleiben wird. Zudem sind in den höher gelegenen Gebieten viele Wanderwege schneebedeckt, vereist und rutschig. Schnee-Hotspots sind derzeit die Berchtesgadener und Chiemgauer Hochlagen mit teilweise mehr als einem Meter. Dies sei besonders für die Jahreszeit. An der Station Dürrnbachhorn oberhalb von Winklmoos in den Chiemgauer Alpen beträgt die Schneehöhe etwa 1,20 Meter, auf dem Zugspitzplatt liegen es knapp 90 Zentimeter.
Unsere Nachbarn kämpfen mit heftigen Überschwemmungen
Hochwasserlage spitzt sich zu: Erstes Todesopfer bei Flut in Polen
In Polen gab es das erste Todesopfer durch die Überschwemmungen im Bezirk Klodzko. Regierungschef Donald Tusk appellierte an die Bevölkerung, Evakuierungsaufrufe ernst zu nehmen. In Klodzko, wo der Wasserstand der Glatzer Neiße von üblich 1 Meter auf 6,65 Meter anstieg, wurden bereits 1600 Menschen in Sicherheit gebracht. Stromausfälle, Mobilfunkprobleme und unbrauchbares Leitungswasser erschweren die Lage. Auch in Glucholazy, Region Oppeln, wurde die Evakuierung angeordnet, da Flüsse über die Ufer traten und Schutzwälle überflutet wurden. Rettungsarbeiten könnten bald gefährlich werden.
Flutalarm in Niederösterreich und Wien
In Österreich steigen aufgrund heftiger Regenfälle die Pegel mehrerer Flüsse stark an, und zahlreiche Bäche sind bereits über das Ufer getreten. Niederösterreich um Wien wurde zum Katastrophengebiet erklärt. Der stellvertretende Landeshauptmann Stephan Pernkopf warnte vor „massiven Überflutungen“ und möglichen Hangrutschungen. Überflutete Straßen und eingeschlossene Personen erschweren die Lage, die Feuerwehr ist teilweise mit Schlauchbooten im Einsatz.
In Wien wurde der Betrieb auf zwei U-Bahn-Linien vorsichtshalber eingeschränkt. Besonders kritisch ist die Lage an den Flüssen Kamp und Krems; Der Stausee Ottenstein könnte überlaufen, was die Flüsse weiter anschwellen lassen würden. Die ÖBB stellte den Zugverkehr auf einer Strecke südlich der Donau ein, und am Fluss Thaya wurde ein 100-jähriges Hochwasser überschritten.
Während in Tschechien und Polen der Regen bereits deutlich nachlässt, liegt der Regen- und Hochwasserschwerpunkt jetzt in Niederösterreich. Dort fielen in den vergangenen 24 Stunden flächendeckend um 100 Liter, in Spitzen im Raum St. Pölten/Tulln bis Wien mehr als 200 Liter (Spitzenwert St. Pölten und Tulln von 220 Litern). In den kommenden 24 Stunden fallen im Gebiet St. Pölten/Tulln und südlich davon nochmal 60 bis 100 Liter – und auch bis Dienstag hält der Regen mit dann längeren Unterbrechungen an.
Leichte Beruhigung, bevor der Regen wieder einsetzt
Heute bessert sich das Wetter vorübergehend. Ab Mittag ziehen im Osten jedoch neue Regenwolken auf. Am Vormittag ist es oft sonnig und trocken. Von Berlin bis Niederbayern werden die Wolken jedoch rasch wieder dichter und ab dem Nachmittag setzt Regen ein. Sonst geht es recht sonnig weiter, lediglich im äußersten Westen und Nordwesten stören dichtere Wolken. Die Temperaturen erreichen 16 bis 20, im Südosten nur 10 bis 13 Grad.
Appell an Polens Bürger: Rechtzeitig in Sicherheit bringen
Angesichts der steigenden Pegelstände zahlreicher Flüsse im Südwesten Polens hat Regierungschef Donald Tusk die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich frühzeitig in Sicherheit zu bringen. Bei einem Treffen mit Rettungskräften in Nysa berichtete er, dass es oft schwierig sei, die Menschen dazu zu bewegen, ihre Häuser zu verlassen. „Doch eine Stunde später oder fünf Stunden später könnte eine Evakuierung unmöglich sein“, warnte Tusk. Die Wetterprognosen für die nächsten Stunden seien wenig ermutigend, und die kommende Nacht werde eine „dramatische Herausforderung“ darstellen. In einigen Gebieten sei bereits mehr Regen gefallen als während der sogenannten Jahrtausendflut von 1997.
Im Gegensatz zu damals sei Polen heute jedoch besser vorbereitet, und die Hochwasseropfer könnten auf staatliche Unterstützung zählen. „1997 standen die Menschen hilflos vor überfluteten Häusern und Schlammmassen. Solche dramatischen Ereignisse dürfen die Menschen nicht alleine bewältigen müssen, und wir haben entsprechende Anweisungen erteilt“, erklärte Tusk.
Während des Oderhochwassers 1997, das in Polen als Jahrtausendflut bekannt ist, kamen 54 Menschen ums Leben. Die Stadt Breslau in Niederschlesien wurde zu einem Drittel überflutet, und weite Landstriche verwandelten sich in Schlammwüsten. Das damalige Versagen der Behörden sorgte für große Wut in der Bevölkerung. Als der damalige Ministerpräsident Wlodzimierz Cimoszewicz äußerte, dass die Hochwassergeschädigten sich hätten versichern sollen, führte dies zu einer krachenden Wahlniederlage seiner sozialdemokratischen Regierung im Herbst desselben Jahres.
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Die Wetterlage: Anett schaufelt nasse Luft über die Ostalpen

Das kräftige Tiefdruckgebiet Anett über Südosteuropa bringt in Österreich und Tschechien bis in den Süden Polens sehr große Niederschlagsmengen mit erheblicher Hochwassergefahr. Auch der Südosten und Osten Deutschlands wird zeitweise am Rande von diesen Regengebieten erfasst. Im Nordwesten sorgt dagegen ein Hochausläufer für stabilere Verhältnisse und zeitweise freundliches Wetter.
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(mit dpa)



