Auf diese Arten verschwindet der Schnee

Wann schmilzt Schnee? Wann taut Schnee?

Neuschnee schmilzt am Freitag (07.05.2010) auf dem Ettelsberg im nordhessischen Willingen auf den Zweigen einer Fichte. Über Nacht sind auf dem 838 Meter hohen Berg im Waldeckischen Upland ein paar Zentimeter Schnee gefallen, die allerdings im Laufe des Tage wieder schmolzen. Es soll sich etwas erwärmen in den nächsten Tagen. Ein beständiges Frühlingshoch lässt aber weiter auf sich warten. Foto: Uwe Zucchi dpa/lhe  +++(c) dpa - Bildfunk+++
Schnee kann schmelzen, tauen, sublimieren .- auf jeden Fall ist er meistens irgendwann wieder weg.

Die einen können von Schnee nicht genug bekommen, die anderen finden ihn doof. Deswegen ist es wohl gerecht, dass es früher oder später - spätestens im Frühjahr - dem Schnee auch wieder an den Kragen geht. Aber auf welche Weise verschwindet Schnee eigentlich?

Schnee sackt zusammen

Eine frische Schneedecke aus recht trockenem Schnee enthält sehr viel Luft. Im Laufe der Zeit sackt der lockere, fluffige Schnee unter seinem eigenen Gewicht in die Hohlräume nach. Die Gesamtschneehöhe reduziert sich, selbst wenn die ganze Zeit über Dauerfrost herrschte. Die Schneedecke ist jetzt nicht mehr so schön frisch anzusehen und niedriger.

Sublimation: Schnee oder Eis werden gasförmig

Wenn die Luft um den Schnee herum noch Feuchtigkeit aufnehmen kann, also noch nicht wasserdampfgesättigt ist, können Schnee und Eis direkt vom festen in den gasförmigen Aggregatzustand übergehen. Und zwar unabhängig von der Temperatur. Dieses Phänomen kann man besonders an sonnenreichen Eistagen beobachten.

Bei diesem Prozess wird allerdings Energie aufgebracht und der übrige Schnee kühlt ab. Bis eine Schneedecke durch Sublimation weg ist, kann es also sehr lange dauern.

Auf diese Weise verschwindet der Schnee: Schmelzen, tauen, sublimieren.
Bei Frost trocknet die Wäsche draußen schneller. Dies liegt auch am physikalischen Prinzip der Sublimation

Schmelzen: Es geht um mehr als um die 0-Grad-Grenze

Damit Schnee schmilzt, damit er also sowohl in die gasförmige als auch in die flüssige Phase übergeht, muss die sogenannte Feuchttemperatur über 0 Grad, die Taupunkttemperatur aber noch darunter liegen.

Als Feuchttemperatur wird die Temperatur bezeichnet, die mit einem feuchten Thermometer gemessen wird. Sie ist niedriger als die Lufttemperatur – es sei denn, die Luft hat eine Luftfeuchtigkeit von 100 %.
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Einfach mal ausprobieren:
Thermometer kurz ins Wasser halten und abtrocknen lassen. Es wird in der Regel eine Temperatur anzeigen, die unter der Lufttemperatur liegt. Erst wenn der Wasserfilm auf der Oberfläche vollständig verdunstet ist, gleicht sich der Wert auf den der Lufttemperatur an. Das Phänomen ist auch bei der Temperaturanzeige im Auto zu beobachten, wenn es in der Waschanlage war.
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Schmelzen geht schon mal schneller voran als sublimieren, aber es gibt noch eine effektivere Methode.

Tauen: Der Schnee geht in Wasser über

Jetzt kommt die Taupunkttemperatur ins Spiel. Die Taupunkttemperatur ist die Temperatur, bei der die feuchte Luft wasserdampfgesättigt wäre und sich deshalb Wasser aus ihr in Form von Tröpfchen, z. B. als Nebel oder Tau, absetzen kann.

Liegt auch der Taupunkt über 0 Grad, taut der Schnee - ein noch effektiverer Vorgang als das Schmelzen. Der Schnee geht dann nur noch in die flüssige Phase über. So kann sich der Schnee am schlechtesten halten.

Angetaut ist am Dienstag (30.01.2007) das Eis auf einem Gehweg bei Stötten (Schwaben). Sonne und milde Temperaturen bestimmen das Wetter am Alpenrand. Foto: Karl-Josef Hildenbrand dpa/lby +++(c) dpa - Bildfunk+++
Tauwetter am Alpenrand: Das wird oft eine sumpfige, matschige Angelegenheit.

Ungefähre Grenzen für Tauen, Schmelzen, Sublimieren

Legt man eine mittlere relative Luftfeuchtigkeit von 50 % zugrunde, so sublimiert Schnee unterhalb einer Temperatur von +3,5 Grad, schmilzt bei 3,5 bis 10 Grad und taut oberhalb von 10 Grad.

Schnee-Killer und Schmilz-Beschleuniger

Klar, je höher die Temperaturen, desto schneller verschwindet der Schnee. Wenn Regen auf Schnee fällt, verabschiedet er sich noch schneller. Auch Wind beschleunigt den Prozess. Denn er pustet die kalte Luftschicht über der Schneedecke weg.

Der gnadenloseste "Schnee-Killer" überhaupt ist aber der Mensch, indem er Salz oder Salzlösungen auf Straßen und Wege ausbringt. So wird der Gefrierpunkt von Wasser herabgesetzt und Schnee kann sich nicht mehr in fester Form halten.