Regengüsse, Hagel, Tornados und Wasserhosen

Unwetter am Mittelmeer: Adria und Italien besonders stark betroffen

von Carlo Pfaff & Oliver Hantke

Die Unwetter über Mitteleuropa haben sich verzogen, jetzt versauen Unwetter am Mittelmeer dort das spätsommerliche Herbstfeeling. Besonders betroffen sind Italien und die Adria. Hier die Details:

Wetterlage: Über dem westliche Mittelmeer dreht sich ein Tief ein

Wetterlage: High over Low
Wetterlage: Hoch Serkan und Hoch Quentin vereinigen sich zu gigantischer Hochdruckbrücke. Über dem Mittelmeer sind mehr Tiefs unterwegs.

Die umfangreiche Hochdruckzone Serkan erstreckt sich von den Britischen Inseln über Südskandinavien und große Teile der Ostsee bis zum Baltikum. Südlich der Alpen treibt tiefer Luftdruck sein Unwesen. Über dem westlichen Mittelmeer kringelt sich ein Tief regelrecht ein und sorgt für wechselhaftes Wetter. Auf der Vorderseite wird über die Adria sehr warme Luft geführt, die vor allem über Italien für große Regenmengen sorgen kann.

Bis zu 200 Liter Regen, Hagel sowie Tornados und Wasserhosen

Die Grafik zeigt die Niederschlagsmengen am Donnerstag, 19.09.2024
Auch am Donnerstag kann noch viel Regen rund um Italien runterkommen.

Über der Adria und Mittelitalien sind von Mittwochmorgen bis Donnerstagfrüh heftige Regengüsse und Gewitter (stellenweise mit Hagel) unterwegs, speziell von der Emilia-Romagna bis zu den Abruzzen sind dabei Regenmengen von 100 bis 150, im Oststau des Apennins auch bis zu 200 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von 24 Stunden möglich. Auch das Risiko für Tornados bzw. für Wasserhosen über der Adria ist erhöht.

Feuerwehrmann in Italien bei Unwetter getötet

ARCHIV - 05.09.2024, Italien, Mailand: Einsatzkräfte sprechen am Ort einer überschwemmten Straße, nach einem Unwetter. (zu dpa: «Feuerwehrmann in Italien bei Unwetter getötet») Foto: Stefano Porta/LaPresse via ZUMA Press/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Unwetter wüten schon wieder in Italien.

Bei heftigen Regenfällen in der Region Apulien im Süden Italiens ist ein Feuerwehrmann ums Leben gekommen. Der Geländewagen des Mannes wurde in der Nähe der Gemeinde San Severo von Wassermassen mitgerissen. Dabei ertrank er. Der Mann wollte anderen Autofahrern helfen.

Auch in anderen italienischen Regionen wie in der Toskana und der Emilia Romagna gab es heftige Niederschläge. Viele Flüsse traten über die Ufer. In vielen Gemeinden musste die Feuerwehr wegen Hochwasser ausrücken. Auch die Rettungsdienste bereiteten sich auf weitere Einsätze vor.

Tief Boris soll noch bis Freitag über Italien wüten

Nach den Prognosen der Wetterdienste wird in weiten Teilen Italiens durch den Sturm Boris zumindest bis Freitag heftiger Regen bis hin zu Wolkenbrüchen erwartet. Der Meteorologe Lorenzo Tedici warnte am Mittwoch: „Wir werden mindestens 48 Stunden lang ein Unwetter erleben, das voll und ganz dem Herbst entspricht. Dieses Jahr sind die sintflutartigen Regenfälle ein wenig zu früh gekommen.“

(oha,apf)