Sternenhimmel im Juni
Funkelnder Edelsteinstern und ein kleiner Meteorschauer
Während sich die Planeten unseres Sonnensystems am Nachthimmel rar machen, lassen sich Sternenbilder gut beobachten. Einen kleinen Meteorschauer gibt es auch.
Sommerdreieck vollständig sichtbar

Im Juni steht der Bootes, gekrönt von dem leuchtenden, rötlichen Stern Arktur, hoch im Süden und dominiert die Himmelslandschaft. Bekannt als Ochsentreiber oder Rinderhirt, gilt dieses Sternbild als Leitsternbild des Frühsommers. Der Große Wagen hat die Mittagslinie überschritten und sinkt allmählich herab. Die Römer sahen in den sieben Sternen des Großen Wagens sieben Dreschochsen, die von Bootes um den Polarstern getrieben werden.
Am Osthimmel kündigt sich der Sommer an. Das Sommerdreieck ist bereits vollständig sichtbar, bestehend aus den hellsten Sternen dreier Sternbilder: der bläulichen Wega in der Leier, dem Schwanzstern Deneb im Schwan und dem bläulich-weißen Atair im Adler. Wega und Arktur sind die beiden hellsten Sterne des Nordhimmels.
Waage überschreitet die Mittagslinie

Ein wenig nordöstlich des hellen Arktur begegnet man einem markanten Halbkreis von Sternen, der das Sternbild Nördliche Krone darstellt. Der hellste Stern im Halbkreis wird Gemma genannt, der funkelnde Edelstein in der Krone.
Die Westhälfte des Firmaments wird noch von den Frühlingssternbildern dominiert. Weit im Westen bereitet sich der Löwe mit Jupiter auf seinen Untergang vor. Im Südwesten thront das Sternbild Jungfrau mit dem bläulichen Hauptstern Spica. Tief im Süden überschreitet die Waage die Mittagslinie. Östlich der Waage finden wir den Skorpion und den Schlangenträger.
Juni-Lyriden aus dem Sternbild Leier
Einen bekannten Meteorstrom gibt es im Juni auch, wenn auch er seinen Beginn bereits am 14. Mai feierte. Die Arietiden haben ihren Höhepunkt zwar schon am 7. Juni, sind aber noch bis zum 24. Juni aktiv. Allerdings sind sie in Mitteleuropa nicht zu sehen, da sie nur tagsüber oberhalb des Horizonts über den Himmel wandern.
Etwas besser zu sehen, wenn auch in kleiner Version, sind die Juni-Lyriden, die am 11. Juni starten und aus dem Sternbild Leier entspringen. Den Höhepunkt feiert der kleine Meteorschauer am 16. Juni mit etwa drei Sternschnuppen pro Stunde. Bis zum 21. Juni sind die Juni-Lyriden noch aktiv.
Helle Planeten machen sich am Nachthimmel rar

Am Abendhimmel fehlen weiterhin helle Planeten. Erst in der zweiten Nachthälfte taucht Saturn am Osthimmel auf, der sich derzeit im Sternbild Wassermann aufhält und im Laufe des Monats etwas an Helligkeit zunimmt. Als zweiter heller Planet am Morgenhimmel ist Mars zu nennen, der durch das Sternbild Fische wandert und am 10. in den Widder wechselt. Auch Mars nimmt leicht an Helligkeit zu und geht am 1. Juni um halb vier Uhr morgens auf, Ende des Monats schon eine Viertelstunde nach zwei Uhr. Auf der Nordhalbkugel des Mars beginnt am 7. Juni der Winter. Venus verschwindet am 4. Juni hinter der Sonne und bleibt nachts unbeobachtbar. Ab August wird sie wieder als Abendstern erscheinen. Merkur zeigt sich im Juni nicht.
Jupiter erscheint ab Mitte Juni am Morgenhimmel und wandert durch das „Goldene Tor der Sonnenbahn“ im Sternbild Stier. Da die Morgendämmerung bereits begonnen hat, wenn Jupiter aufgeht, kann ein Fernglas hilfreich sein, um ihn zu entdecken.
Vollmond am 22. Juni

Der Neumond tritt am 6. Juni um 14:38 Uhr ein. Vier Tage zuvor befindet sich der Mond mit 368.102 Kilometern in Erdnähe, während er am 14. Juni mit 404.076 Kilometern seinen erdfernsten Punkt erreicht. Der Vollmond tritt am 22. Juni um 3:08 Uhr im Sternbild Schütze ein. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juni zieht der abnehmende Halbmond knapp nördlich an Saturn vorbei. Im Deutschen trägt der Juni-Vollmond den Namen Brachmond, was auf die Dreifelderwirtschaft der Bauern zurückzufüren war. Landwirte beackerten zwei Felder, während ein drittes brach lag. Im Juni wurde dieses schließlich bearbeitet. Bei den nordamerikanischen Urweinwohnern wurde die volle Mondscheibe Erdbeermond genannt und orientierte sich an der im Juni anfallenden Ernte der Frucht.
Längster Tag des Jahres im Juni
Die Sonne erreicht am 20. Juni um 22:51 Uhr den höchsten Punkt ihrer Jahresbahn. Der Sommerpunkt liegt im Sternbild Stier an der Grenze zu den Zwillingen und markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb auch vom Wendekreis des Krebses gesprochen wird. Nach dem Passieren dieses Punktes sinkt die Sonne wieder zum Himmelsäquator hinab. Die Sommersonnenwende markiert den Beginn des astronomischen Sommers mit dem längsten Tag und der kürzesten Nacht des Jahres.
Auf der Sonne herrscht derzeit reges Treiben. Man beobachtet riesige Fleckengebiete, die Zeichen gewaltiger Sturmgebiete sind. Sonnenphysiker sprechen von einer aktiven Sonne, bei der es zu gewaltigen Eruptionen kommt, die Plasmawolken ins Weltall schleudern. Diese Wolken bestehen aus elektrisch geladenen Teilchen, hauptsächlich Protonen, Alphateilchen und Elektronen.
Treffen solche Plasmawolken auf die Erde, kommt es zu Wechselwirkungen mit dem irdischen Magnetfeld, was enorme geomagnetische Stürme zur Folge hat. Diese rufen nicht nur Polarlichter hervor, sondern stellen auch eine Gefahr für elektronische Bauteile dar. Satellitennavigation und Trafostationen können ausfallen, wie es bereits häufiger registriert wurde.
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(kfb mit dpa)



