Die beliebten Wettermaskottchen gelten in manchen Ländern als Delikatesse
Siebenschläfer: Diese putzigen Tiere kann man essen?

Für Wetterfans ist der Siebenschläfertag am 27. Juni ein kritisches Datum. Dann entscheidet sich, einer alten Bauernregel zufolge, wie der Sommer wird. Deshalb ist der Siebenschläfer ein beliebtes Maskottchen, auch wenn der Siebenschläfertag eigentlich gar nicht nach dem Tier benannt ist. Weniger wetterbegeisterte Menschen dürften der Schlafmaus mit dem gleichen Namen immerhin zugestehen, dass sie ausgesprochen niedlich ist. Kaum vorstellbar, dass jemand auf die Idee kommen könnte, diese putzigen Tiere zu essen. Doch genau so ist es. Der Verzehr von Siebenschläfern hat sogar eine lange Tradition.

Schon die Römer verzehrten Siebenschläfer als Snacks
Die Römer mästeten Siebenschläfer in speziellen Gehegen und in dunklen Terrakotta-Gefäßen. Nach dem Schlachten und Abziehen, wurden die Tiere dann gebacken oder gesotten als Snack serviert. Vermutlich war es eher eine Spezialität für reiche Römer.
Später wurden Siebenschläfer auch von der ärmeren Landbevölkerung gejagt. Als Köder wurden sehr vielfältige Produkte genutzt: von Obststücken bis hin zu in Brandy getränktem Schinken.
Auch heute landen Siebenschläfer auf dem Grill

Siebenschläfer als Speise und als Medikament
In Deutschland sind Siebenschläfer geschützt, aber in anderen Ländern werden sie immer noch gejagt und gegessen – besonders in Slowenien, wo das Aufstellen der Fallen eine lange Tradition hat und volksfestähnlich zelebriert wird.
Es geht den Jägern nicht nur um das Fleisch. Aus den Tieren wird auch ein spezielles Öl hergestellt, was als Medikament verwendet wird. Auch die Felle können verwertet werden.
In Deutschland ist der Siebenschläfer geschützt
Auch wenn bei uns die Jagd nach Siebenschläfern verboten ist, stellen Menschen eine Bedrohung für die kleinen Tiere mit den großen Augen dar: Besonders im Norden Deutschlands haben die Populationen stark abgenommen, weil der Lebensraum der Tiere kleiner wird.
Siebenschläfer benötigen Mischwälder mit alten und toten Bäumen, in denen sie sich verkriechen können. Nutzwälder mit Monokulturen sind ungünstig. In manchen Regionen Deutschlands gibt es aber zahlreiche Siebenschläfer. Insgesamt gelten Siebenschläfer nicht als bedroht.
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