Einige eindrucksvolle Fälle
Rückblick: Tornado-Bilanz für das Jahr 2024
Zahlreiche Tornados haben in diesem Jahr über Deutschland getobt – wie in jedem Jahr. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat nun eine erste Bilanz über diese besonderen Unwetter in Deutschland für das Jahr 2024 veröffentlicht. Hier stellen wir wichtige Erkenntnisse daraus vor.
Oben im Video: Christian Häckl erläutert die Frage, ob die Anzahl der Tornados in Deutschland allgemein zunehmen könnte.
8. August: Sieben Tornados an einem Tag
Bevor wir in die statistischen Feinheiten einsteigen, möchten wir die Wetterereignisse am 8. August hervorheben. Denn an diesem Donnerstag war viel los. Es war der Tag mit den meisten Tornados in Deutschland in diesem Jahr: sieben Trichterwolken wurden registriert. Es waren Wasserhosen, die im Zeitraum von 9:30 Uhr und 10:45 Uhr über der Nordsee von Föhr und Borkum aus gesichtet wurden. Eine Wasserhose erreichte schließlich den Strand und warf zahlreiche Strandkörbe um.
Statistik: Gab es viele oder wenige Tornados im Jahr 2024 in Deutschland
Am 1. September hatten wir es noch für möglich gehalten, dass 2024 ein besonders intensives Tornadojahr werden könnte. Das ist nach jetzigem Stand nicht eingetreten. Bisher wurden 40 Tornados im Jahr 2024 in Deutschland offiziell bestätigt. Das bedeutet, dass Experten davon ausgehen, dass es sich um echte Tornados gehandelt hat. Dann gibt es noch die sogennanten Verdachtsfälle, bei denen (noch) nicht klar ist, ob es wirklich Tornados waren oder andere Wetterphänomene. Wenn Spezialisten einige dieser Fälle noch intensiver untersuchen, dann kann die Tornadozahl für das Jahr 2024 noch steigen.
40 Tornados wären nach Angaben des DWD relativ nahe am Durchschnitt. Der würde für die Jahre 2000 bis 2023 bei 45 liegen.
Tornados über Wasser werden als Wasserhosen bezeichnet

Es gab gemäß der DWD-Statistik 15 Wasserhosen und 25 Tornados über Land. Verteilt waren diese über ganz Deutschland. Nur ein Tornado ist als signifikanter Tornado der Stärke IF2 eingestuft. Die anderen waren schwächer.
Dunkelziffer bleibt groß
Damit Tornados in der Statistik erfasst werden, müssen sie in der Regel von Menschen beobachtet und gemeldet werden. Inzwischen werden sie häufig gefilmt, was die Klassifizierung vereinfacht. Trotzdem können besonders in dünn besiedelten Gebieten vermutlich viele unbemerkt bleiben. Die Dunkelziffer dürfte deshalb groß sein. (cli)



