Warum wird es immer schlimmer?

Heuschnupfen, Tierhaare oder Milben - die häufigsten Allergien in Deutschland

von Amelie von Kruedener

Hatschi! In Deutschland ist etwa jeder siebte Erwachsene von Heuschnupfen betroffen. Das sind rund 15 Prozent aller Erwachsenen – also zwölf Millionen Menschen, so die Daten des Robert Koch-Instituts. Im Video erklärt Bernd Fuchs, warum der Pollenflug immer früher beginnt und wie der Klimawandel die Pollensaison noch verschlimmern kann.

Die häufigsten Allergien – Anteile bei getesteten Allergikerinnen und Allergikern

Pollen 70–80 Prozent

  • Davon unter anderem:
  • Gräser 56 Prozent
  • Birke 42 Prozent
  • Ambrosia 36 Prozent

Tierhaare rund 40 Prozent

  • Davon unter anderem:
  • Katze 33 Prozent
  • Hund 16 Prozent
  • Pferd 9 Prozent

Hausstaubmilben 35–40 Prozent

Schimmelpilze rund 10 Prozent

Die typischsten Heuschnupfen-Beschwerden sind juckende tränende Augen, Niesreiz, eine laufende Nase, erschwerte Atmung – oft ausgelöst durch die Pollen von Gräsern und Birke.
Die typischsten Heuschnupfen-Beschwerden sind juckende tränende Augen, Niesreiz, eine laufende Nase, erschwerte Atmung – oft ausgelöst durch die Pollen von Gräsern und Birke.

Wann fliegen welche Pollen?

  • Im März und April fliegen besonders die Pollen von Erle, Hasel, Esche und Birke, die Allergikern hier zu schaffen machen.
  • Ende Mai bis in den Juli hinein sind es die Süßgräser, die Allergien auslösen.
  • Von Mai bis Juni fliegen die Pollen von Roggen und anderen Getreidesorten und machen die Nasen dicht.
  • Wenn vom Frühsommer im Juni bis in den Frühherbst die Pollen von Brennnessel, Wegerich, Beifuß und Ambrosia ihren Flug antreten, bekommen Augen und Nasen die nächsten Probleme.

Pollen-Kalender, Beifuß, Birke, Ambrosia, Allergien, Pflanzen
Gemeinsam mit dem gewöhnlichen Beifuß zählt die Ambrosia-Pflanze zu den letzten Allergie-Pollen-Blühern des Sommers.

Kreuzallergien, eine gemeine Nebenwirkung

ARCHIV  - Mit Schutzanzug, Handschuhen und Feinstaubmaske ausgerüstet beseitigt ein angehender Forstwirt im Forstrevier Dammendorf bei Müllrose (Landkreis Oder-Spree) Beifuß-Ambrosiapflanzen (Ambrosia artemisifolia), aufgenommen am 27.08.2009. Die Ambrosia ist in Deutschland alles andere als beliebt: Allergikern verlängert sie die Schniefsaison und verdrängt heimische Pflanzen. Das Bittere: Ausgerechnet an Straßen nimmt sie richtig Fahrt auf. Widerstand ist nicht zwecklos - aber noch zaghaft. (zu dpa "Wo die Ambrosia so richtig aggressiv wird" vom 06.06.2017) Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Ambrosia wurde vor 150 aus Nordamerika zu uns gebracht und vermehrt sich fast ungehemmt. Pollen können schon in kleinen Mengen heftige allergische Reaktionen auslösen.

Viele wissen gar nicht, dass Menschen, die auf Pollen reagieren auch unter Kreuzallergien leiden. Wer also zum Beispiel eine Allergie gegen Beifuß-Pollen hat, reagiert gleichzeitig auf die Pollen von Ambrosia. Oder bei einer Birkenpollen-Reaktion reagieren sie ebenfalls auf Äpfel.

(avo)