Klimafreundliche Baumriesen aus Nordamerika

Die gigantischen Redwoods holen megaviel Kohlendioxid aus der Luft

von Claudia Träger & Bernd Fuchs

Heute geht es in den Sequoia Nationalpark in Kalifornien. Der ist mit 1.600 Quadratkilometern mehr als doppelt so groß ist wie die Stadt New York. Und vor allem die gigantischen Mammutbäume locken jedes Jahr viele Touristen an, seit Neuestem auch Klimaforscher. Warum erklärt Bernd Fuchs im Klima Update.

Lese-Tipp: So sollen effiziente Roboter-Bäume unseren Wäldern und der Erde helfen

Kohlenstoff in Holz umwandeln - wer könnte es besser als ein Mammutbaum?

Image of Drive through Redwoods tree in California
Tunnel im Mammutbaum - die Baumriesen sind wirklich resilient.

Die Redwoods, auf Deutsch Mammutbäume genannt, die jährlich zwischen 60 und 300 Kilogramm CO₂ aus der Luft aufnehmen können, wuchsen ursprünglich nur in Nordamerika – in der kalifornischen Sierra Nevada und an der Küste. Das sind die natürlichen Verbreitungsgebiete von Riesenmammutbaum bzw. Küstenmammutbaum. In der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen ihre Samen durch den Menschen auch nach Europa.

Auf den Britischen Inseln gedeihen sie sogar erstaunlich gut. Im Vereinigten Königreich gibt es heute schätzungsweise eine halbe Million Riesenmammutbäume und eng verwandte Küstenmammutbäume. Lohnt es sich da nicht, angesichts ihrer Speicherkapazität von Kohlendioxid mehr davon anzupflanzen?

Redwoods wachsen in Großbritannien genauso schnell

Ein Forschungsteam um Ross Holland und Mathias Disney vom University College London, wollte mehr über ihr Wachstum und ihre Kohlenstoffaufnahme unter britischen Bedingungen herausfinden. Sie entdeckten, dass die Mammutbäume in Großbritannien in einigen Regionen und wenn sie gut gepflegt werden, fast genauso schnell wachsen wie in ihrer ursprünglichen Heimat in Nordamerika.

Redwoods können mehr als 3.000 Jahre alt und höher als 100 Meter groß werden. Das größte Exemplar in Großbritannien ist 160 Jahre alt und erreichte 2014 eine Höhe von 56 Metern. Der größte Mammutbaum in Frankreich ist mit etwa 58 Metern noch etwas größer. In Italien gibt es auch einige Bäume mit einer Höhe zwischen 40 und 50 Metern.

Klima in feuchten und gemäßigten Zonen Europas passt dem Mammutbaum gut

Large Redwood and Sequoia in Northern California, USA.  A young Caucasian girl wraps her arms around a large tree in a hug.
Soooo groß und dick - Mammutbäume faszinieren.

Offenbar können die Redwoods sich in ihrer ursprünglichen Heimat immer schlechter gegen den Klimawandel behaupten. In Kalifornien ist es heute viel trockener, und immer mehr und heftigere Waldbrände bedrohen die Baumbestände. Nur noch knapp 80.000 Mammutbäume gibt es in Kalifornien.

Das Klima in Großbritannien ist trotz Klimawandel immer noch gemäßigter und feuchter und langfristig besser für diese Bäume geeignet, meint Mathias Disney. Also sind sie wahrscheinlich eine gute Wahl für die Zukunft – allerdings nur, wenn es um die Kohlenstoffaufnahme geht. Die Forschenden geben zu bedenken: wie bei allen gepflanzten Bäumen sind Überlegungen zu den ökologischen Auswirkungen, zur Klimaresistenz, zur öffentlichen Wahrnehmung usw. wahrscheinlich ebenso wichtig.

(bfu, ctr)