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14 Jahre nach Orkan Kyrill - einer der schlimmsten Stürme Deutschlands

„Kyrill“ fegte einmal quer durchs Land

Es war gerade ein paar Monate her, als ein Tornado morgens die Gemeinde Quirla in Thüringen verwüstete, als einer der schwersten Orkane in den letzten zwanzig Jahre durch Deutschland zog. Mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde fegte „Kyrill“ am 18./19. Januar 2007 über Europa hinweg. 47 Menschen starben, elf von ihnen in Deutschland. Hierzulande fielen dem Naturereignis rund 75 Millionen Bäume zum Opfer, fast die Hälfte aller Schäden verzeichnete Nordrhein-Westfalen.

„Kyrill“ in Fakten

  • Öffentliches Leben in weiten Teilen Europas beeinträchtigt
  • Böen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 225 km/h
  • Schäden in Höhe von etwa 10 Milliarden US-Dollar in Europa
  • 5,5 Milliarden Schäden in Deutschland
  • 47 Menschen sterben
  • Über eine Million Menschen zeitweilig ohne Strom
  • 75 Millionen Bäume umgerissen
  • Betriebe, Behörden, Schulen, Universitäten und Kindergärten vorzeitig geschlossen
  • Flüge gestrichen, Fährverbindungen eingestellt und Straßen gesperrt, Bahnverkehr in einigen Teilen Mitteleuropas zeitweise eingestellt
Die 5 teuersten Stürme in Deutschland

Gigantische Probleme für Infrastruktur und Versicherungen

ARCHIV - Zahlreiche Schaulustige sehen zu, wie am 19.01.2007 der Stahlträger (Bildmitte), der in der Nacht zuvor durch den Orkan
Orkan 'Kyrill' - Verwüstungen in Berlin: Zahlreiche Schaulustige sehen zu, wie am 19.01.2007 der Stahlträger (Bildmitte), der in der Nacht zuvor durch den Orkan 'Kyrill' vom Hauptbahnhof in Berlin gestürzt war und sich in der Fassade verkeilt hatte, mit Hilfe eines Krans geborgen wird. © dpa, Steffen Kugler, sm fux

Erstmals in der Geschichte der Deutschen Bahn stand der Schienenverkehr fast völlig still, Tausende Reisende strandeten. Am Berliner Hauptbahnhof, der erst acht Monate zuvor eröffnet worden war, brachte der Wintersturm einen tonnenschweren Träger zum Einsturz.

Europaweit waren Millionen Haushalte stundenlang ohne Strom. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft schätzt den in Deutschland versicherten Schaden auf 2,4 Milliarden Euro. Kein anderer Sturm in den 30 Jahren zuvor habe mehr Zerstörung verursacht.

Was hat sich seit „Kyrill“ geändert?

Von Orkan 'Kyrill' verwüstete Waldfläche: Entwurzelte und abgebrochene Bäume liegen in der Nähe von Wilmsdorf (Kreis Siegen-Wittgenstein) an einem Hang. (Foto vom 20.01.2007)
Von Orkan 'Kyrill' verwüstete Waldfläche: Entwurzelte und abgebrochene Bäume liegen in der Nähe von Wilmsdorf (Kreis Siegen-Wittgenstein) an einem Hang. (Foto vom 20.01.2007) © dpa, Bernd Thissen, fe_cu lof fdt

Für zahlreiche Privatpersonen war „Kyrill“ ein schwerer Schicksalsschlag, aber für die deutsche Forstwirtschaft war der Orkan auch ein Wendepunkt. Mit der Abkehr von Monokulturen wird seitdem zumindest in den Wäldern eine größere Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetterereignisse angestrebt. Zehn Jahre nach dem verheerenden Orkan „Kyrill“ sehen Forstexperten den Wald in Deutschland nun besser für Wetterextreme und den Klimawandel gewappnet. Inzwischen gebe es mehr Mischwälder und weniger sturmanfällige Fichtenbestände, sagen Fachleute.

In Nordrhein-Westfalen stünden auf den von 'Kyrill' zerstörten Flächen heute 47 Prozent Laubbäume, sagte Michael Blaschke vom Landesbetrieb Wald und Holz. Vor zehn Jahren seien es lediglich sieben Prozent gewesen. Im thüringischen Staatsforst seien aus reinen Nadelholzbeständen Mischwälder mit 20 Prozent Laubbäumen geworden, sagte Horst Sproßmann von Thüringen Forst. „Baumarten wie Eiche, Buche oder Weißtanne können trocken-heißen Sommern und Orkanen besser widerstehen.“

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