Der Wetter-Tag bei wetter.de

8 Grad - das wird eine ganz schön frische Nacht

von Oliver Scheel

Etwas herbstlich fühlt es sich an.
Etwas herbstlich fühlt es sich an.

Guten Tag liebe Wetter-Freundinnen und -Freunde! Das sind unsere Wetter und Klima-News des Tages

Ein bisschen Frühherbst-Feeling im Juli: In weiten Teilen Deutschlands gab es heute immer wieder Schauer. Aufheiterungen zwischen den Schauern waren selten und nur von kurzer Dauer.

In der Nacht zieht der Schwerpunkt der Schauer und vereinzelten Gewitter in den Osten und Süden. Im Nordwesten bleibt es oft trocken, die Wolken verziehen sich und machen den Himmel frei. Die Temperaturen gehen zurück auf 15 Grad an der See und 8 Grad in den Mittelgebirgen. An der Nordsee und zum Teil bei den Schauern ist es windig.

Und dann kommt der kühlste Tag der Woche. Am Dienstagvormittag regnet es an den Alpen weiterhin ergiebig, sonst leben die Schauer vor allem in den westlichen Landesteilen wieder auf. Am Nachmittag sind von der Eifel bis in die Alpen auch einzelne Gewitter möglich. Von Mecklenburg-Vorpommern und der Oder bis nach Thüringen wird es am freundlichsten mit wenigen Schauern. Bei maximal 14 Grad in Oberstdorf bis 23 Grad in Cottbus ist es windig.

Flutkatastrophe in Texas: Sommerlager meldet Tod von 27 Kindern und Betreuern

Extreme Weather Texas
Aufräumen im Camp Mystic am Ufer des Guadalupe River: Eine Sturzflut war am Sonntag über das Ferienlager hinweggefegt.

Bei der Flutkatastrophe im US-Bundesstaat Texas sind allein in einem christlichen Sommerlager für Mädchen 27 Menschen ums Leben gekommen. Das Mystic Camp gab auf seiner Website am Montag den Tod von insgesamt 27 Kindern und Betreuern bekannt. „Camp Mystic trauert nach dem katastrophalen Hochwasser des Flusses Guadalupe um den Verlust von 27 Campern und Betreuern”, hieß es in der Erklärung.

Die Hütten am Ufer des Guadalupe waren bei der Sturzflut in der Nacht zum Freitag überschwemmt worden. Zum Zeitpunkt der Katastrophe hatten sich rund 750 Mädchen in dem Sommerlager aufgehalten. Auf dem Gelände spielten sich dramatische Szenen ab: Der texanische Gouverneur Greg Abbott berichtete beispielsweise von einem Mädchen, das vor der Überschwemmung auf einen Baum geflüchtet und dann von einem Hubschrauber gerettet worden sei.

Die Zahl der bestätigten Todesfälle war nach Angaben der Behörden bis Sonntagabend auf insgesamt mehr als 80 gestiegen. Am schlimmsten betroffen ist der Landkreis Kerr, wo auch das zerstörte Sommerlager liegt.

Nach Starkregen: Ölschaden im Hafen von Norddeich

Wegen einer großflächigen Ölverschmutzung ist es zu einem größeren Feuerwehreinsatz im Norddeicher Hafen gekommen. Betroffen waren am Sonntag mehrere tausend Quadratmeter, sowohl an Land als auch im Hafenbecken, wie die Feuerwehr in Norden (Landkreis Aurich) mitteilte. Es sei der wohl bisher größte Ölschaden im Norddeicher Hafen gewesen. Ursache sei ein durch Starkregen übergelaufener Ölabscheider auf einem Werftgelände im Osthafen gewesen.

Nach einem anhaltenden Regenschauer entdeckte der Hafenmeister des Betreibers NPorts im Osthafen einen Ölfilm auf der Wasseroberfläche. Aus dem Abscheider war Ölwassergemisch und Ölschlamm ausgetreten.

Kürzungen bei Wetterbehörde: Fällt Trump die Flutkatastrophe auf die Füße?

APTOPIX Extreme Weather Texas
Die Bilder der Zerstörung sind gewaltig.

Nach der Flutkatastrophe mit rund 80 Toten und 40 Vermissten im US-Bundesstaat Texas drohen dort neue gefährliche Unwetter. Der Wetterdienst warnte vor weiteren Sturzfluten. Es sei schwierig, die genauen Orte dafür zu bestimmen, aber jeder starke Regen sei jetzt potenziell gefährlich. In Medien und sozialen Netzwerken wurde zugleich Kritik an dem Krisenmanagement laut. Die Flutwarnungen seien zu spät gekommen, hieß es. Am Freitagmorgen war es in einem Urlaubsgebiet im Süden der USA binnen kurzer Zeit zu heftigen Überschwemmungen gekommen. Viele Kinder und Erwachsene hatten an Flussufern gecampt und sind nun tot.

Präsident Donald Trump redet die Kritik an seine eklatanten Kürzungen in den Behörden, so auch bei der NOAA und dem nationalen Wetterdienst (NWS) nun klein: Die Katastrophe sei unvorhersehbar gewesen. „Dies geschah innerhalb von Sekunden, niemand hat das erwartet”, sagte er vor Journalisten. „Das ist eine Jahrhundertkatastrophe, und es ist so schrecklich, das mit anzusehen”, ergänzte er. Voraussichtlich am Freitag werde er das Flutgebiet besuchen.

Seit Trumps Amtsantritt im Januar waren Mittel für den NWS und die Klimabehörde NOAA gekürzt und zahlreiche Wissenschaftler entlassen worden. Die Behörden haben aber offenbar frühzeitig gewarnt. Der Nationale Wetterdienst warnte nach eigenen Aussagen 15 Stunden vor dem Flut-Desaster. So wurde vor „lebensbedrohlichen Fluten”, also “life threatening flash flooding” gewarnt. Ein Behördensprecher geht von einem sogenannte „Last-Mile-Problem” aus. Das bedeutet, die Warnungen wurden zwar verschickt, erreichten aber die Menschen nicht oder zu spät oder sie zogen aus den Warnungen keine Konsequenzen und blieben einfach an Ort und Stelle.

Klimawandel schreitet schneller voran als gedacht: Korallenriffe, Meeresströmungen und Amazonas vor dem Ende

Der ungebremste voranschreitende Klimawandel läuft nach Erkenntnis vieler Meteorologen und Messungen schneller voran als gedacht. Auch Kipppunkt könnten viel früher erreicht werden als vorgesehen. Viele Berechnungsmodelle von Temperaturentwicklungen sind statt im Jahr 2050 schon jetzt im Jahr 2025 eingetreten. Hitzewellen von 40 Grad zwischen Lissabon und Budapest werden schon als normal betrachtet. Bei der „Global Tipping Points Conference”, die letzte Woche in Exeter (Großbritannien) abgehalten wurde, sendeten die Teilnehmenden eine eindringliche Warnung an die Welt.

Coral Transplant-Florida
Die Korallenriffe leiden massiv unter der Erderwärmung.

„Um verheerende Klima-Kipppunkte zu verhindern, müssen die Staats- und Regierungschefs der Welt „sofortige, beispiellose Maßnahmen“ ergreifen, sagten Experten. „Die tropischen Korallenriffe haben bereits ihren Kipppunkt überschritten und erleben ein beispielloses Absterben. Dies gefährdet die Lebensgrundlage von Hunderten Millionen Menschen, die von ihnen abhängig sind”, schieben die Experten und warnen, dass eine Kaskade weiterer Kipppunkte wie der Zusammenbruch wichtiger Meeresströmungen und das Absterben des Amazonas-Regenwalds folgen könnte.

Ein Funken Hoffnung - Regen in den ostdeutschen Waldbrandgebieten

Nach Tagen erbarmungsloser Trockenheit und flammender Bedrohung bringt ein Wetterumschwung erste Hoffnung in das von Waldbränden geplagte Gebiet der Gohrischheide. Schauer und Gewitter zogen über Teile Sachsens hinweg und sorgten in der Nacht auf Montag für leichte Niederschläge. Doch die ersehnte Entlastung bleibt vorerst begrenzt.

Waldbrand in der Gohrischheide
Waldbrand: Der Regen hilft nur wenig

Laut Deutschem Wetterdienst waren die nächtlichen Regenfälle zu schwach, um im Kampf gegen das Feuer entscheidend zu wirken. Und auch heute wird es wohl nicht viel sein, was da runterkommt. Linderung bringt es aber allemal, aber angesichts einer möglichen Hitzewelle ab dem Wochenende stehen die Zeichen für die Feuerwehr und die Natur nicht auf Entlastung.

„Das liegt daran, dass die Schauer und Gewitter zellenartig auftreten und dann ostwärts ziehen. Das heißt, örtlich können höhere Mengen an Regen dabei sein (10-25 l/qm), aber abseits der Zugbahnen dieser Regenschauer sind die Mengen leider eher geringfügig prognostiziert”, sagte unser Meteorologe Joshua Pillar beim Blick auf die Modelle.

Flutkatastrophe in Texas: Zahl der Todesopfer steigt, Rettungsaktionen laufen

Die Überschwemmungen in Texas fordern immer mehr Opfer, insbesondere in Kerr County, wo 68 bestätigte Todesfälle gemeldet wurden. Insgesamt wird die Zahl der Toten auf rund 80 geschätzt, während etwa 40 Personen weiterhin vermisst werden. Besonders betroffen ist ein Sommercamp, in dem viele Kinder und Erwachsene campierten. Texas Gouverneur Greg Abbott zeigte sich erschüttert von den Zerstörungen und US-Präsident Trump kündigte zusätzliche Bundeshilfen an. Rettungsteams sind im Einsatz, um die Vermissten zu finden.

Taifun „Danas”: Tote und Hunderte Verletzte

In der ostasiatischen Inselrepublik Taiwan sind während eines Taifuns zwei Menschen gestorben und Hunderte verletzt worden. Wie die Behörden mitteilten, ging bei einem 60 Jahre alten Mann nachts in der südlichen Stadt Tainan das Beatmungsgerät wegen eines Stromausfalls aus. Zwar kam der Mann noch in ein Krankenhaus, konnte dort aber nicht wiederbelebt werden.

Ebenfalls in Tainan prallte das zweite Opfer (69) mit seinem Fahrzeug gegen einen umgestürzten Baum und wurde tödlich verletzt. Wie die Behörden weiter mitteilten, lag die Zahl der Verletzten zuletzt bei mindestens 334. Mittlerweile schwächte sich Taifun „Danas” den Angaben zufolge auf die Kategorie eines Tropensturms ab.

Autobahn A5 wegen Hitzeschäden voll gesperrt

Aufgrund von Hitzeschäden muss die A5 zwischen Hirschberg und Weinheim in Fahrtrichtung Darmstadt von Montag, 20:00 Uhr, bis Dienstag, 6:00 Uhr, voll gesperrt werden. Autofahrer müssen mit Umleitungen rechnen, die über die U59 und U61 zur Anschlussstelle Hemsbach führen. Die Schäden sind durch hohe Temperaturen und Schwerlastverkehr entstanden und erfordern eine umfassende Reparatur der Fahrbahndecke. Diese Sperrung erfolgt zu Beginn der hessischen Sommerferien, wo bereits andere Abschnitte der A5 betroffen sind.

Schwere Überschwemmungen auf Java - mindestens drei Tote und Vermisste

Bei schweren Überschwemmungen und Sturzfluten auf der indonesischen Hauptinsel Java sind mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Besonders betroffen ist die touristisch beliebte Region um Bogor, wo Erdrutsche zahlreiche Häuser und eine Schule beschädigten.

Der Zivilschutz meldete zudem eine vermisste Person. Auch Teile der Hauptstadt Jakarta stehen unter Wasser, was zu Verkehrschaos führte. Zudem sieht es in den kommenden Tagen nicht nach einer Entspannung aus, da weiterer Regen in Sicht ist. Die Stadt leidet zunehmend unter den Folgen des Klimawandels, was die Situation verschärft.

Ungemütlich in die neue Woche: Schauer, Gewitter, Wind

Tief Friedemann liegt derzeit mit seinem Zentrum über Südskandinavien und der Ostsee. Eine Situation, die uns einen teils sehr ungemütlichen Start in die neue Wetterwoche kredenzt, wie Meteorologe Patrick Panke zusammenfasst: „Immer wieder ziehen Schauer und Gewitter durch, wobei es im Osten vormittags noch meist trocken bleiben dürfte. Vor allem im Westen kommt die Sonne indes nur sporadisch mal raus. An der Nordsee wird es zum Nachmittag freundlicher. Die Höchstwerte erreichen im Norden und Westen nur noch frische 17 bis 20 Grad. Sonst wird es leicht schwül bei 22 bis 25 Grad. Der Wind weht zeitweise kräftig aus West.”

Dürre-Sommer in Deutschland immer wahrscheinlicher

Die tägliche Niederschlagsabweichung im Juli ist in weiten Teilen Europas laut NOAA-Prognose extrem.
Die tägliche Niederschlagsabweichung im Juli ist in weiten Teilen Europas laut NOAA-Prognose extrem.

Jeder Tropfen, der jetzt fällt, könnte am Ende wichtig sein. Denn die Langfristvorhersage schwören Deutschland inzwischen auf einen sehr trockenen Hochsommer ein. Das gilt schon seit längerer Zeit für die wetter.de-Langfrist-Vorhersage, die auf dem europäischen Wettermodell fußt. Aber auch die Langfrist-Trends der NOAA (Amerikanischer Wetterdienst) prophezeit einen viel zu trockenen Verlauf von Juli und August.

Sollte es tatsächlich so kommen wie derzeit vorhergesagt, dann wäre es in diesem Jahr - abgesehen vom teils sehr nassen Januar - in alle Monaten durchweg zu trocken.
Sollte es tatsächlich so kommen wie derzeit vorhergesagt, dann wäre es in diesem Jahr - abgesehen vom teils sehr nassen Januar - in alle Monaten durchweg zu trocken.

In diesem Sommer sind beispielsweise in Rheinland-Pfalz und im Saarland ungewöhnlich viele Zecken unterwegs. Zeckenexpertin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim berichtet laut dpa von einem starken Anstieg der Zeckenpopulation, bedingt durch milde Wintertemperaturen, die das Überleben der Tiere begünstigen.

Ungewöhnlich hohe Zeckenaktivität

Die häufigste Art, der Gemeine Holzbock, ist mittlerweile ganzjährig aktiv und auf Wirtssuche, was bedeutet, dass die traditionelle Zeckenzeit von März bis Oktober nicht mehr gilt. Mit der steigenden Zeckenpopulation erhöht sich auch das Risiko der Übertragung von Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Tipps zum Zeckenschutz

Um sich vor Zeckenbissen zu schützen, empfiehlt die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz:

  • Geschlossene Schuhe, lange Hosen und langärmlige Kleidung tragen.
  • Anti-Insektenspray auf Haut und Kleidung verwenden.
  • Nach dem Aufenthalt in der Natur Körper und Kleidung gründlich absuchen.
  • Zecken schnell und sachgerecht entfernen.

Ein gründliches Absuchen ist wichtig, da Zecken nicht sofort zustechen und bis zu 20 Minuten auf der Haut wandern können. Besonders hinsichtlich Borreliose ist es entscheidend, Zecken innerhalb von 12 bis 15 Stunden zu entfernen, um eine Übertragung der Bakterien zu verhindern.

Im Video: So breiten sich die Schauer und Gewitter jetzt immer weiter aus

Die Wetterlage: Tief Friedemann schickt uns gefühlten Frühherbst

Tief Friedemann schickt uns kühle Luft und kocht der Sommer auf kleiner Flamme.
Tief Friedemann schickt uns kühle Luft und kocht der Sommer auf kleiner Flamme.

Der Sommer geht auf auf Tauchstation - zumindest vorübergehend. Grund ist Tief Friedemann, das uns auf seiner Rückseite kühle Luft polaren Ursprungs schickt. Erst ab Mittwoch nähert sich von Südwesten her ein Ableger des Azorenhochs, was wiederum den Sommer zurück in die Spur schicken wird.

Ein Blick auf das Regenradar