Wo ist das Winterwetter hin?

Weitere Kältewelle noch in diesem Monat möglich

von Claudia Träger

Im letzten Monatsdrittel spekulieren einige Wettermodelle auf eine Rückkehr von Schnee und Frost bis in tiefe Lagen. Selbst im Westen könnte es demnach noch mal was werden mit einer geschlossenen Schneedecke.

Erstmal Milderung und Tauwetter

Nach dem brachialen Wetterwechsel mit Schnee und Regen auf gefrorenen Böden zu Wochenbeginn, ist jetzt erstmal Tauwetter angesagt. Mit einer kräftigen südwestlichen Höhenströmung gelangen milde Luftmassen ins Land, die vor allem im Westen und in der Mitte für deutliche Plusgrade sorgen. Hier steigen die Temperaturen in der zweiten Wochenhälfte locker über 10 Grad und visieren gar die 15 Grad an. Ganz im Nordosten und im Südosten hält sich noch etwas Kaltluft und auch die Böden sind stellenweise noch etwas gefroren.

So geht es in der Wetterwoche weiter: Erst sehr mild, dann ziemlich kühl.
So geht es in der Wetterwoche weiter: Erst sehr mild, dann ziemlich kühl.

Der Aufwärtstrend geht aber nicht endlos weiter. Zum Wochenende wird es von Osten her wieder kühler. Im Osten herrscht dann teilweise wieder Dauerfrost und auch im Westen droht in den Nächten wieder Frost.

Nachtfrost meldet sich zurück: Erst ein Hauch vom Frühling, dann wieder kühler

Aktuelle Wetter-Trends: Es wird kalt und bleibt kalt

Ein Blick auf das amerikanische Wettermodell GFS zeigt sogar: Es geht weiter bergab. Zumindest stehen aktuelle Prognose wie hier für das Beispiel Hamburg im Norden wieder auf Winter. Der Schnitt der Modellläufe (rote Temperaturlinie) geht im letzten Januar-Drittel zurück in den Dauerfrostbereich. Kommt dann noch Niederschlag dazu, ist auf jeden Fall Schnee möglich. Die Unsicherheiten sind natürlich zwar groß, aber der Trend ist eindeutig: Es wird immer kälter.

Temperaturtrend für Hamburg nach GFS (Prognose vom 13.1.2026)
Temperaturtrend für Hamburg nach GFS (Prognose vom 13.1.2026)

Für München im Süden Deutschlands berechnet das Modell einen milderen Verlauf. Demnach gibt’s Frost hier erstmal nur nachts, bis zum Ende des Prognosezeitraums auch hier die Tageshöchstwerte unter null verschwinden. Klar: Die Spanne der Berechnungen ist noch groß und es könnte durchaus kältere oder mildere Szenarien geben. Im Schnitt steht aber auch hier eine weitere winterliche Phase bevor.

Temperaturtrend für München nach GFS (Prognose vom 13.1.2026)
Temperaturtrend für München nach GFS (Prognose vom 13.1.2026)

Zum Vergleich einmal das europäische Wettermodell: Da liegen die Aussagen gar nicht so weit auseinander. Selbst für den Westen zeichnet das ECMWF-Modell einen leicht frostige Entwicklung im letzten Januar-Drittel. Voraussichtlich beschränkt sich Frost zwar auf die Nächte, aber auch tagsüber ist Frühlingsluft in weiter Ferne und es gibt nur mickrige Plusgrade. Dann ist auch hier wieder Schnee möglich.

Temperaturtrend für Köln nach ECMWF (Prognose vom 13.1.2026)
Temperaturtrend für Köln nach ECMWF (Prognose vom 13.1.2026)

Fazit: Der Winter 2026 ist nicht etwa mit dem aktuellen Schwung milder Luft aus dem Südwesten vorbei. Es könnte sich wieder eine ähnliche Wetterlage einstellen wie zuletzt - mit Schnee und Kälte im Norden, wobei auch der Westen sogar wieder Schneefall abbekommen könnte. Im Süden scheint es wieder die Frage nach Niederschlag zu sein, ob es Winter wie aus dem Bilderbuch gibt. Die Temperaturen sollten jedenfalls passen für eine Rückkehr des Winters.

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Verwendete Quellen: wetter.de