Wie übel wird es?

Winterunwetter Elli: Glättechaos und Blizzard-Bedingungen!

von Paul Heger

Glatteis, Schnee, Sturm - da kommt einiges zusammen!
Glatteis, Schnee, Sturm - da kommt einiges zusammen!

Das Winterwetter in Deutschland dreht von Donnerstag zu Samstag erneut richtig auf mit gefrierendem Regen, Schnee, Sturmböen und entsprechenden Verwehungen. Im Verkehr dürfte es regional zum Chaos kommen, bevor es am Wochenende bitterkalt wird.

Winterorkan rutscht am Donnerstag von Frankreich zu uns

Nachdem Tief Constanze uns schon von Mittwoch zu Donnerstag mit etwas Rutsch-Wetter versorgt, wird Tief Elli – dort „Goretti“ genannt – am Donnerstag eine andere Hausnummer sein. Am Donnerstag fegt der Sturm mit Orkanböen über den Süden Großbritanniens und den Nordwesten Frankreichs und sorgt dabei regional für viel Schnee, besonders in Wales und England.

Bei uns sind die letzten Schneefälle von Constanze am Donnerstagnachmittag noch gar nicht richtig abgezogen, da macht sich im Südwestenschon neuer Schneefall bemerkbar. Am Mittag sind die Niederschläge noch recht schwach, bis zum Abend werden sie dann intensiver und breiten sich bis in die höheren Lagen von Nordrhein-Westfalen und in den Osten Bayerns aus. Aber damit nicht genug.

Örtliches Glättechaos durch gefrierenden Regen möglich

Mit dieser Front wird es gleichzeitig milder. Der Schnee geht von Südwesten und Westen in Regen über. Meist sind die Böden aber gefroren. Dadurch kann es zu gefrierendem Regen und gefährlichem Glatteis kommen. Betroffen sind erst Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, dann aber recht schnell auch Südhessen, Unter- und Mittelfranken, Schaden und Oberbayern.

In der Nacht zu Freitag arbeitet sich die Front langsam nordostwärts voran. Zum Berufsverkehr soll es laut Wettermodellen von der Nordsee über Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt bis nach Sachsen intensiv schneien. Auch Hamburg sowie der Südwesten von Brandenburg werden wohl schon vom Schnee gestreift, die Schneemengen sind aber wohl überschaubar. Knapp Südlich der Schneezone kann es aber weiterhin gefrierenden Regen geben, besonders in Hessen, Thüringen, West-Sachsen und Ost-Bayern.

Wetterfahrplan Donnerstagabend bis Freitag für das Flachland. In den Hochlagen schneit es am Freitag auch in der Mitte und teilweise im Süden.
Fahrplan bis Freitag für das Flachland. In den Hochlagen schneit es am Freitag auch in der Mitte und teilweise im Süden.

Freitag: Schnee- und Glättesturm Elli tobt sich in Deutschland aus

Zunächst zum Sturm: Der Wind lebt in der Nacht zu Freitag schon von Südwesten her auf und wird am Freitagmorgen mit teils über 100 km/h durchs Bergland stürmen. Auf den höchsten Bergen sind Orkanböen wahrscheinlich, aber auch in den Niederungen sind Sturmböen ziemlich sicher. Im Laufe des Tages wird es generell südlich der Linie Rheinland-Vogtland sehr windig bis stürmisch. Am Abend lässt der Wind nach.

Auch im Norden wird es windiger, an den Küsten stürmisch. Vereinzelt kann der Ostwind an der Ostsee mit Orkanstärke wehen und ein Sturmhochwasser erzeugen. Auf den Nordseeinseln drohen ebenfalls vereinzelt Orkanböen. Im Norden Deutschlands kommt zum Wind auch Schnee mit entsprechenden Schneeverwehungen. Der Schnee kommt Stand Mittwochnachmittag mindestens bis in den Süden Schleswig-Holsteins und bis Berlin voran. Eventuell sind aber selbst weite Teile Mecklenburg-Vorpommerns mit betroffen. Teilweise dürften die Bedingungen an einen Blizzard erinnern.

Blitzeis: Besonders gefährlich!
Blitzeis: Besonders gefährlich!

Auch Glatteis kann weiterhin ein Thema sein, besonders von Nordrhein-Westfalen über Süd-Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, Thüringen bis Sachsen und Süd-Brandenburg. Im Bergland in der Mitte und im Süden Deutschlands geht der Regen aber auch wieder in Schnee über – in der Nacht zu Samstag sogar in fast allen Regionen Deutschlands.

Samstag: Weiterer Schnee und eisige Kälte

Nach dem wettertechnisch sehr ereignisreichen Freitag bleibt es am Samstag winterlich und stürmisch. Gerade an den Küsten kann es bei Schauern einige Zentimeter Schnee geben, die gleichzeitig bei weiteren Sturmböen verweht werden können. Wie viele Zentimeter Schnee nach diesem Ereignis liegen werden, ist also schwer zu beantworten. Es sollte uns am Samstagabend im Norden und Osten Deutschlands nicht wundern, wenn örtlich auch um 20 Zentimeter Schnee liegen.

Schnee und Sturm machen den Blizzard-Eindruck „perfekt”.
Schnee und Sturm machen den Blizzard-Eindruck „perfekt”.

In der Mitte und im Süden Deutschlands schneit es am Samstag ebenfalls weiter. Spätestens am Abend sollten die Regenfälle selbst am Oberrhein wieder in Schnee übergegangen sein, bevor es in der Nacht langsam überall etwas ruhiger wird.

Dann breitet sich aber eisige Kälte aus. Während es am Freitag im Südwesten teils um +10 Grad gibt und auch in der Mitte Tauwetter einsetzt, liegen die Temperaturen am Samstagmorgen oft wieder um 0 Grad, im Osten bei rund -10 Grad. Die Luft erwärmt sich tagsüber kaum im bissig kalten Wind und fällt in der Nacht zu Samstag auf meist -5 bis -10 Grad, örtlich sogar auf -20 Grad!

Verwendete Quellen: wetter.de