Traum-Radweg im Altmühltal

Altmühltal: Schöner radeln geht eigentlich nicht

von Oliver Scheel

Besonders für Familien ist der Altmühl-Radweg gut geeignet
Besonders für Familien ist der Altmühl-Radweg gut geeignet

In Deutschland gibt es tolle Radwege. Einer der schönsten ist sicherlich der durch das beschauliche Altmühltal. Viel näher an der Natur kann man kaum sein in diesem romantischen Stück Deutschland - fernab großer Städte und inmitten einer faszinierenden Oase der Ruhe. Es warten die vielleicht schönsten 240 Kilometer Radweg in Deutschland - Urlaub für das Auge und für die Seele sowieso.

Unfassbare Harmonie zwischen dem Fluss und der Natur

Auf dem Altmühl-Radweg erwarten euch keine großen Städte, kein überladenes Programm, kein Trubel. Es geht hier nicht um irgendein Event, es geht hier um die Kraft der Natur. Das Radeln in diesem Teil Bayerns ist eindeutig eine wunderbare Verschmelzung von Bewegung in einer atemberaubenden Gegend. Dabei ist es die schlichte Schönheit dieses Landstrichs, die Harmonie der Landschaft, die den Aufenthalt so speziell macht. Es passt einfach alles zueinander und genau daraus zieht dieses unberührte, abseits gelegene Stück Deutschland seine Faszination. So wird aus dem eigentlich Unspektakulären gerade das Besondere.

Wie schön kann Natur sein?
Wie schön kann Natur sein?

Der Weg beginnt in Rothenburg ob der Tauber, einer der sehenswertesten Städte in ganz Deutschland. Hier spaziert ihr durch eines der Stadttore und landet schnurstracks im Mittelalter. Die Stadt ist ein Freilichtmuseum, Tausende Gäste aus Asien und den USA werden das gerne bezeugen. Aber wir sind ja zum Radfahren hier, also rauf auf den Sattel.

Wem die knapp 250 km zu wenig sind, dem sei angeraten, vorher schon den Tauber-Radweg bis Rothenburg zu nehmen, der ist eine tolle Einstimmung auf das, was die Altmühl bietet - nämlich Natur vom Feinsten in einer wunderbaren Umgebung. Das Ende des Altmühl-Radweges markiert die Mündung des Flusses in die Donau bei Kelheim. Wer dann immer noch nicht genug hat vom Flussradeln, der kann die Donau entlang weiter fahren, das nächste große Ziel wäre dann zum Beispiel Regensburg.

Die Städte am Weg sind klein, aber sehr einladend

Wir bleiben bei unserer kleinen Reisebeschreibung aber beim eigentlichen Altmühl-Radweg zwischen Rothenburg und Kelheim. Die Altmühl hat sich teilweise tiefe Schluchten gegraben, besonders in dem Teil, wo sie durch das fränkische Jura führt. Daher fällt der Blick oft auf die Felsformationen am Wegesrand. Nicht selten lockt dort ein Biergarten oder gar eine Burg.

Natürlich gibt es auch in den Orten am Radweg viel zu sehen. Es dominiert eine bayerische Gemütlichkeit. Biergärten, Klöster, Zwiebeltürme, wunderschöne Marktplätze, die auf ein Eis einladen. Es lässt sich aushalten in den Orten wie Gunzenhausen, der Thermenstadt Treuchtlingen oder Eichstätt. Wer hier nach einer Zwischenübernachtung sucht, der wird einen entspannten Abend haben und wahrscheinlich zu viel gegessen und den Durst mit ein paar Hellen gelöscht haben. Aber warum nicht, die Kalorien wurden am Tag ja auch verbrannt.

Am Radweg bei Dollnstein
Am Radweg bei Dollnstein

Denn es geht durchaus auch mal auf und ab am Radweg. Nicht immer führt der Weg exakt entlang des Flusses und wir befinden uns in einer prinzipiell hügeligen Gegend. So sammelt ihr auf der Strecke schon den ein oder anderen Höhenmeter ein, vor allem zu Beginn der Tour. E-Biker werden das kaum merken, aber auf einem normalen Rad müsst ihr auch mal einen kleinen Anstieg überwinden.

Das Besondere ist einfach die Zeit auf dem Rad

Auf dem Altmühltal-Radweg reduziert sich alles auf die Zeit auf dem Rad: Es ist einfach so schön, durch diese Oase der Ruhe zu radeln, dass die Kilometer ganz unmerklich auf den Tacho kommen. Der Untergrund ist meist fein gekiest, ihr seid die meiste Zeit abseits des Verkehrs unterwegs, ab und an fahrt ihr auf wenig befahrenen Nebenstraßen.

Die Arnsberger Leite gehört zu den landschaftlich schönsten Partien des Altmühltales
Die Arnsberger Leite gehört zu den landschaftlich schönsten Partien des Altmühltales

Es klingt komisch, aber die Zeit auf dem Rad ist irgendwie eine Erholung, keine Anstrengung. Das liegt an dem Spaß, den diese Gegend einem bereitet. Die kulturellen Highlights entlang des Weges sind die barocke Universitätsstadt Eichstätt und die Burg Prunn - eine der eindrucksvollsten Ritterburgen Deutschlands. Dem traditionellen bayerischen Leben kommt ihr zum Beispiel im Beilngrieser Brauereimuseum auf die Spur - Bayern pur.

Es lohnen auch immer wieder kleine Abstecher oder sogar Kletterpartien. Immer wieder warten Burgen und Felsen mit einer tollen Aussicht über das Tal und den Fluss. Ab Treuchtlingen fließt die Altmühl durch die fränkische Juraplatte, sie hat sich durch das Kalkgestein ein enges Tal gegraben. Mitunter warten daher bizarre Felsformationen auf euch.

Überhaupt der Fluss: Auch über die Altmühl gilt es ein paar Worte zu verlieren. Denn sie ist einer der am langsamsten fließenden Flüsse Deutschlands. Wegen der niedrigen Fließgeschwindigkeit gibt es viele gute Badestellen und sogar einige Fluss-Schwimmbäder. Die Langsamkeit überträgt sich auch auf die Radfahrer - es ist herrlich, einfach am Fluss entlang zu gondeln. Dabei bleibt der Fluss stets gemütlich, erst auf den letzten Kilometern wird die Altmühl schiffbar, dort ist sie dann Teil des Main-Donau-Kanals. Vorher aber ist die Altmühl ein wahres Juwel der Natur.

(osc)