Der Wetter-Tag bei wetter.de

Stürmischer Wind im Norden Deutschlands

In der Nacht sind mit kräftigem, an der Nordsee stürmischem Wind Regenschauer unterwegs. Teilweise können Böen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 100 Kilometern pro Stunde. Allmählich gehen diese im höheren Bergland wieder in Schnee über. Meist trocken bleibt es im Osten. Die Tiefstwerte liegen zwischen 1 im Bergland und 6 Grad im Raum Berlin. Der Vormittag startet im Osten sowie in Nordbayern zeitweise sonnig und trocken. In den anderen Regionen ziehen dagegen Schauer durch, im Bergland fällt Schnee.

Eiswettprobe in Bremen

06.01.2025, Bremen: Der Eiswettenschneider Peter Lüchinger fährt auf einem Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) über die Weser. Der Brauch der Bremer Eiswette geht auf Bremer Kaufleute zurück, die 1828 wetteten, ob die Weser Anfang Januar 1829 zugefroren sein würde. Das Spektakel lockt jährlich viele Schaulustige an die Weser. Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Der Eiswettenschneider Peter Lüchinger fährt auf einem Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) über die Weser. Der Brauch der Bremer Eiswette geht auf Bremer Kaufleute zurück, die 1828 wetteten, ob die Weser Anfang Januar 1829 zugefroren sein würde.

Ist die Weser zugefroren oder nicht? Um diese Frage dreht sich traditionell die Eiswettprobe in Bremen. Die Frage war bei einer Lufttemperatur von elf Grad Celsius jedoch schnell geklärt. Zu dem traditionellen Schauspiel mit einem Schneider, den Heiligen Drei Königen und schwarz gekleideten Herren gehören vor allem Reden, in denen die Bundes- und Landespolitik aufs Korn genommen werden. Trotz strömenden Regens verfolgten Hunderte Schaulustige das Spektakel am Weserufer. Dabei überprüft ein Schneider mit einem Bügeleisen in der Hand, ob die Weser zugefroren ist. Wenn nicht, hat er die Wette verloren.

Die Inszenierung sieht stets vor, dass der Schneider, dargestellt von Schauspieler Peter Lüchinger, zu spät kommt. In diesem Jahr war er zum Erstaunen der Anwesenden pünktlich – mit einer gelben Warnweste bekleidet und einer mit Sand gefüllten Schubkarre vor sich herschiebend.

„Ich bin die ultimative Antwort auf den Zustand unseres Stadtstaates“, sagte er mit Verweis auf den Sanierungsbedarf von Brücken, Schulen und Straßen. Über die Weser kam er später wie üblich mit einem Boot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGZRS).

Das Präsidium der Eiswette und die Teilnehmer des Eiswettfestes am dritten Samstag im Januar bestehen traditionell nur aus Männern. Vor zwei Jahren gab es die ersten drei Novizinnen in der Geschichte der Eiswette. Bereits drei Jahre früher nahmen erstmals beim Eiswettfest mit rund 800 Gästen auch einige Frauen teil. Das diesjährige Eiswettfest wird am 18. Januar im Congress Centrum ausgetragen. Dabei werden Spenden für die Seenotretter gesammelt.

Der Wind wird ruppiger

Von Westen her wird es in den kommenden Stunden immer windiger. Die höchsten Windgeschwindigkeiten wurden momentan aber noch in den höheren Lagen gemessen. An der Spitze liegt, wie so oft, der Brocken mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 97 Kilometern pro Stunde.

Brocken (Sachsen-Anhalt) 1142 Meter über dem Meeresspiegel, 97 Km/h

Braunlage-Wurmberg (Niedersachsen), 965 m, 68 Km/h

Zugspitze (Bayern), 2960 m, 68 Km/h

Fichtelberg (Sachsen), 1213 m, 58 Km/h

Wasserkuppe (Hessen), 921 m, 54 Km/h

Warnung vor Aufenthalt im Freien

ARCHIV - 05.11.2023, Baden-Württemberg, Schwäbisch Gmünd: Ein Windsack weht am Segelflugplatz Hornberg auf der Schwäbischen Alb. Der Deutsche Wetterdienst hat eine Sturmwarnung für weite Teile Baden-Württembergs herausgegeben.

In den kommenden Tagen soll es in Deutschland sehr windig werden. (zu dpa: «Ein Sturm kommt auf vor dem vierten Advent») Foto: Marius Bulling/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wetter in Baden-Württemberg

Aufgrund der aktuellen Wetterprognose warnt die Stadt Köln von Mittag bis Abend vor dem Aufenthalt im Freien. Zudem ist der Düsseldorfer Wildpark ab 13 Uhr aus Sicherheitsgründen geschlossen, wie die Stadt mitteilte. In einer Mitteilung der Stadt Köln heißt es: „Es können Bäume umstürzen und Äste abbrechen. Die Stadt Köln bittet daher die Bevölkerung, Waldgebiete, Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen zu meiden.“ Zudem behalte man sich vor, städtische Anlagen und einzelne Friedhöfe kurzfristig zu schließen.

Ab der Mittagszeit sind teils schwere Stürme vorhergesagt, die zunächst vor allem im Westen von NRW auftreten. Ab dem Nachmittag treten demnach auch bis in den Osten verbreitet Sturmböen und teils schwere Sturmböen auf. Im Bergland seien auch orkanartige Böen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde nicht ausgeschlossen. Am Abend schwächt der Wind aus Westen kommend allmählich ab.

Sturm erreicht jetzt den Westen und Norden - Fährverkehr teilweise eingestellt

05.01.2025, Sachsen, Dresden: Techniker der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) enteisen Oberleitungen der Straßenbahn auf der Marienbrücke über der Elbe. Blitzeis hat den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf der Marienbrücke in der Altstadt komplett zum Erliegen gebracht. Foto: Benedict Bartsch/xcitepress/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Wetter in Sachsen - Blitzeis in Dresden

Keine Ruhe beim Wetter: Gestern hat uns das Schneetief Bernd in Atem gehalten. Es gab Chaos auf den Straßen und Flughäfen, zuvor Schneespaß auf vielen Rodelwiesen. Dagegen sieht das Wetter heute deutlich angenehmer aus. Von Schneesturm ist keine Spur mehr zu sehen, dafür wird es frühlingshaft warm mit Tauwetter. Aber Vorsicht: Jetzt kommt der Sturm in den Norden und Westen!

Das Wetter heute: Es wird im Westen und Nordwesten zunehmend stürmisch. Dort kommt es verbreitet zu Sturmböen, in der Eifel und an der Nordsee auch zu schweren Sturmböen bis 100 km/h. Im Westen wird der Höhepunkt zum Nachmittag hin und an der Nordsee am Abend erreicht.

Wegen des kräftigen Windes fallen teils einige Fährabfahrten von und zu einzelnen ostfriesischen Inseln aus. Die Deutsche Bahn (DB) etwa, die mit einer Tochtergesellschaft den Fährverkehr von und zur Insel Wangerooge betreibt, strich zwei Verbindungen. Auch im Fährverkehr zwischen Bensersiel und Langeoog wurden Fährfahrten abgesagt. Im Spiekeroog-Fährverkehr gab es ebenfalls Fahrplanänderungen.

Neuer Präsident Trump im Schneesturm - heftigster Schneefall seit zehn Jahren

05.01.2025, USA, Indianapolis: Fans der Indianapolis Colts laufen nach einem NFL-Footballspiel zwischen den Colts und den Jacksonville Jaguars durch den fallenden Schnee. Foto: Michael Conroy/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Heftiger Wintersturm in den USA

Ein schwerer Wintersturm mit Schnee und Eiseskälte hat weite Teile der USA heimgesucht. Für rund 60 Millionen Einwohner in mehr als einem Dutzend Bundesstaaten gelten Unwetterwarnungen, wie US-Medien unter Berufung auf Meteorologen berichten. Die Kaltfront erstrecke sich vom Mittleren Westen bis an die Ostküste.

Besonders hart traf es demnach Kansas und Missouri, wo bis zu 25 Zentimeter Schnee fielen. In einigen Regionen sei der heftigste Schneefall in einem Jahrzehnt zu erwarten, hieß es vom Wetterdienst. Stellenweise seien zehn Grad minus gemessen worden. Wintersturmwarnungen gelten auch für die Hauptstadt Washington, wo heute im US-Kongress die Bestätigung des Sieges von Donald Trump bei der Präsidentenwahl ansteht.

Hochwasser: Mosel tritt über die Ufer

Anhaltender starker Regen und die Schneeschmelze haben die Mosel an einigen Stellen über die Ufer treten lassen. Der Pegel-Höchststand in Cochem werde etwa in der Nacht zum Dienstag erwartet, hieß es von der Hochwasservorhersagezentrale in Rheinland-Pfalz. Dann würde der Pegel zwischen 600 und 650 Zentimetern liegen. Für Trier wird der Höchststand für den Verlauf des Montags zwischen 670 und 720 Zentimetern erwartet.

Auch für die kommenden Tagen erwarten wir Regen und Schnee. Deshalb könnte an der Mosel zur Wochenmitte ein weiterer Anstieg der Wasserstände möglich sein. An den kleineren Mosel-Zuflüssen wie Ruwer, Kyll, Salm, Drohn und Lieser steigen die Wasserstände ebenfalls deutlich an. Die Vorhersagen für Hochwasser sind aber aufgrund der Kombination aus Schnee, Regen und Tauwetter aktuell unsicher. Wenn es schneit, ist das gut für die Flüsse, weil das Wasser dann gebunden wird und nicht abfließt. Die Böden jedenfalls sind gesättigt und können kaum mehr Wasser aufnehmen.

Am Dienstag geht es zurück in den Winter

Morgen sinkt die Schneefallgrenze schon wieder bis 300 Meter ab, aber auch in tiefen Lagen können sich die Schauer je nach Intensität mit Schnee oder Graupel vermischen. Besonders an Nordsee kommt es auch zu Graupelgewittern.

Blitzeis in Dresden - Unfälle auf der Autobahn

Einmal quer über Deutschland zog sich die Schneefront mit anschließender Milderung. Das führte im Zugverkehr rund um Frankfurt zu Ausfällen, auch auf den Flughäfen in Frankfurt und Berlin konnte der Plan nicht eingehalten werden. Und auf den Straßen war es vielerorts gefährlich glatt.

So meldeten der Airport München und der Frankfurter Flughafen ausgefallene Flüge. Am Stuttgarter Flughafen kam es zu einzelnen Verspätungen. Der Hauptstadtflughafen BER halbierte vorsorglich die Zahl der Landungen ab 17.00 Uhr von 40 auf 20 Maschinen pro Stunde. Während in Frankfurt 120 Flüge ausgefallen waren, meldete der Airport München nur „vereinzelte Ausfälle“.

In Dresden gab es Blitzeis auf der Marienbrücke – da ging nichts mehr. Weder für Fußgänger, noch für Autos oder Straßenbahnen. Selbst die Oberleitungen waren vereist.

Ein Mann überschlug sich auf der Autobahn 3 im Landkreis Aschaffenburg mit seinem Wagen und ist schwer verletzt worden. Das Auto sei am Sonntagabend zwischen Bessenbach und Waldaschaff auf nasser Straße ins Schleudern geraten, teilte die Feuerwehr mit.

Video: Temperaturverlauf in Deutschland für die nächste 14 Tage

(mit dpa)