Wetter-Chaos in Italien: Hitze, Waldbrände und starke Unwetter

In Italien ist das Wetter momentan ziemlich chaotisch. Hitze, Hagelstürme, Downbursts, Wassertornados und extreme Waldbrände setzen dem Land und und Urlaubern zu. 

Ein Tornado hat die Badegäste am Strand von Ostia bei Rom überrascht und zehn Menschen verletzt. Sonnenschirme und Liegen wurden am Sonntag mehr als 300 Meter in die Luft gewirbelt, wie der Manager eines betroffenen Strandclubs, Antonio Perchinunno, in einem Video der Zeitung ‚Il Messaggero‘ sagte. „Es war eine apokalyptische Szene“, sagte eine Frau in demselben Video. Der Nachrichtenagentur 'Adnkronos' zufolge kamen sechs Menschen ins Krankenhaus, einer von ihnen mit Kopfverletzungen. Schwer verletzt sei aber niemand. Ostia liegt etwa 30 Kilometer südwestlich der italienischen Hauptstadt Rom. Die gesamte Küste von Lazio war von dem Sturm betroffen, doch so heftig wie in Ostia war es dort nicht.

Extreme Trockenheit in Italien

Es herrscht seit Monaten eine Bullenhitze, kein Tropfen Regen fällt. In Italien gibt es derzeit so viele Waldbrände wie lange nicht mehr. Innerhalb von vier Wochen ist fast so viel Waldfläche verbrannt, wie im gesamten letzten Jahr. Seit Mitte Juni sind mehr als 26.000 Hektar verbrannt. Das sind mehr als 93 Prozent der verbrannten Fläche des gesamten Vorjahres. Besonders betroffen ist Sizilien, wo in der letzten Woche hunderte Touristen vor den Flammen aus einem Feriendorf in Sicherheit gebracht werden mussten.

Feuer bedrohen in vielen Regionen Ortschaften und Menschen

Im ganzen Land wüten teils heftige Waldbrände. Gleich an 20 verschiedenen Stellen muss die Feuerwehr seit dem Wochenende gegen Waldbrände ankämpfen. So zum Beispiel in der Region Umbrien in der Mitte des Landes. Dort können die Flammen oft nur aus der Luft gelöscht werden. Auch weiter westlich bei Siena bedrohen die Flammen die Menschen. Drei Bauernhöfe und ein Pflegeheim mussten evakuiert werden.

Jetzt ist es ein Campingplatz im Badeort Capalbio, der evakuiert wurde. In der Provinz Siena und auf der Insel Elba wurden große Wälder durch das Feuer zerstört. Die Löschflugzeuge der Feuerwehr sind im Dauereinsatz. In vielen Regionen wurde der Notstand ausgerufen. Häufig steht die Mafia im Verdacht die Brände zu legen.  

In Sizilien kam es zu sturflutähnlichen Regenfällen

Regenfälle in der süditalienischen Region Kalabrien haben die Brandsituation etwas entspannt, dafür haben die extremen Gewitter zu wahren Sturzfluten und Hagelschäden geführt. Besonders Sizilien hat es heftig getroffen. In dem Video sieht man, wie das schlammige Wasser die Straßen überflutet.

Mehrere Tornados haben an der Grenze zu Apulien gewütet

In Melfi, an der Grenze zu Apulien in Süditalien, haben gleich mehrere Tornados gewirbelt. Eine große Gewitterzelle hatte sich entwickelt und wurde zur Superzelle. Ein Downburst, eine schwere Fallböe, hat zu diesen heftigen Bildern geführt. 

Unglaubliche Hagelunwetter in Fermignano

Auf der Adriaseite, in Fermignano, hat ein Hagelsturm zu diesen apokalyptischen Szenen geführt. Die Hagelkörner haben Windschutzscheiben zerschlagen und große Schäden in der Landwirtschaft angerichtet. 

Riesiger Wassertornado vor Brindisi

In Brindisi hat ein anderes Wetterphänomen die Menschen erschreckt. Ein gigantisch großer  Wassertornado bewegte sich vor der Küste Süditaliens.