Weiße Weihnachten 2019: Das Schnee-Duell der RTL-Wetterexperten

Weihnachten im Schnee. Es wäre mal wieder an der Zeit

Wenn erst einmal das Herbstlaub nicht mehr bunt ist, sondern braun-matschig am Boden liegt, geht es bald nur noch um eine Farbe: weiß! Weiße Weihnachten! (Ja, ja, physikalisch gesehen ist weiß keine Farbe, sondern die maximale Strahlkraft des Lichtes.) Alle wollen wissen: Gibt es in diesem Jahr - endlich - Weiße Weihnachten? Die RTL-Meteorologen Björn Alexander und Carlo Pfaff nehmen die Herausforderung an und liefern sich im Video eine barmherzige Weiße-Weihnacht-Schlacht.

Der Blick in die Statistik: Wie normal ist Schnee zum Fest?

Seit der letzten deutschlandweiten weißen Weihnacht im Jahr 2010 erlebten alle Winterfreunde eine extreme Durststrecke. Denn danach gab es eine Serie von sehr milden Weihnachtstagen wie seit mindestens 60 Jahren nicht mehr. Wenn man bis in die 1950er-Jahre zurückblickt, dann zeigt sich ein eindeutiges Bild. Wer es an Weihnachten weiß haben möchte, der muss auf die Berge. Oberstdorf, Oberwiesental oder rauf in den Hochschwarzwald oder auf den Brocken. Doch wie sieht es in den größeren Städten aus?

Seit 1950 bekamen die Menschen in Hamburg 12 Mal eine geschlossene Schneedecke von mindestens einem Zentimeter. Ähnlich war es in Frankfurt mit 11 Mal. Davor rangierten Berlin (16 Mal) sowie München mit 25 Jahren, in denen es Schnee zur Weihnachtszeit gab. Deutlich bescheidener sieht es in den Tieflagen im Westen und Nordwesten aus. In Köln bescherte Frau Holle in den vergangenen Jahrzehnten zum Beispiel nur 4 Mal eine weiße Weihnacht.

Die Ausgangslage

Germany, Bavaria, Brauneck, man in winter playing with snow in the mountains model released Symbolfoto PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY DIGF05934
Für den Winterurlaub in den Alpen gilt: So viel Schnee gab es so früh in der Saison seit Jahrzehnten nicht mehr. © imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Pünktlich zum ersten Adventswochenende nimmt der Winter schon mal Anlauf. Kalte Polarluft kommt zu uns und sorgt für ein erstes Auflodern des Frühwinters bis runter ins Flachland.Lesen Sie mehr dazu im 7-Tage-Trend.

Derweil zeigen sich die Berge in den Alpen bereits tief verschneit. Hier brachte der November so viel Schnee wie seit mindestens 30 Jahren nicht mehr. Wer also seinen Winterurlaub im Hochgebirge gebucht hat, der kann ziemlich sicher davon ausgehen, dass es mit einer satten Schneeauflage zur Weihnachtszeit und darüber weitergeht. Bleibt die Frage, ob es auch in der Ebene für Schnee zum Fest reichen wird.

Gibt es weiße Weihnachten im Jahr 2019?

Christnas
So eine Weihnachtsidylle wünschen sich viele. Wie realistisch ist das? © iStockphoto, MARIA_KOVALEVSKAYA

Eine genaue Wettervorhersage für Weihnachten ist nicht möglich. Allerdings gibt es längerfristige Computerberechnungen und eine gehörige Portion Erfahrung, die unsere RTL-Meteorologen zweifelsohne mitbringen. Hier die Einschätzung von Patrick Panke:

„Vorab ist festzuhalten: Eine Prognose für diesen Zeitraum ist natürlich nicht machbar. Dennoch zeichnet sich in den ersten Dezembertagen eine Wetterlage ab, die zumindest Potenzial für weiße Weihnachten bietet. Das sah in den vergangenen Jahren durchaus schlechter aus. Für richtiges Winterwetter bis ins Flachland muss bei uns in Deutschland aber auch einfach alles passen. Und dass sich diese Verhältnisse auch genau zu den Feiertagen einstellen, ist entsprechend unwahrscheinlich. Aber ich sehe für die Mittelgebirgslagen durchaus erhöhte Chancen für Flocken zum Fest, im norddeutschen Tiefland oder am Rhein eher für gering. Denn: Man sollte auch das Weihnachtstauwetter im Auge behalten. Diese Singularität tritt häufig dann auf, wenn eisige arktische Luftmassen auf den Atlantik fließen und dort die Tiefdruckaktivität aufleben lassen. Dies führt dann bei uns oft zu West- oder Südwestwetterlagen. Und dies zeichnet sich zumindest für die Zeit nach Nikolaus ab. Solche Westwetterlagen halten dann auch mal gut und gerne zwei Wochen oder länger, bis sich die Großwetterlage erneut umstellt. Bei einer Westwetterlage sieht es für das Flachland sehr schlecht aus, fürs Bergland dagegen schon besser. Bei Südwest wäre der Traum dann wohl für nahezu alle vorbei."

Fazit: Chancen sind vorhanden

Alles in allem sieht es in diesem Jahr gar nicht so schlecht aus und die Winterfreunde könnten durchaus auf ihre Kosten kommen. Ob es allerdings genau zu Weihnachten was wird mit dem Schnee, das bleibt abzuwarten. Denn es müssen viele Dinge passen. Und auch wenn wir schon bald einwintern, so bleibt doch immer noch das Weihnachtstauwetter, das in unseren Breiten relativ häufig auftritt. So oder so gilt aber: Das Rennen um die weiße Weihnacht ist so spannend wie selten in den letzen Jahren.

Mit der Wetter-App immer auf dem Laufenden sein

 Laden Sie sich auch die Wetter.de-App für Apple- und Android-Geräte herunter.