Krankenhaus nach Zusammenbruch
Trotz dicker Wolken: Mutter erleidet in den Flitterwochen schlimmste Verbrennungen
Sobald sich im Sommer der Himmel mit Wolken zuzieht, wiegen sich viele Sonnenanbeter in der trügerischen Sicherheit, dass ihre Haut nicht verbrennen kann. So ging es auch der frisch verheirateten Nicola Law (47), die auf ihrer Hochzeitsreise einen entsetzlichen Sonnenbrand an den Beinen erlitt – und das, obwohl der Himmel bedeckt war. Die Bilder und wie es zu den Verbrennungen zweiten Grades kommen konnte, sehen Sie im Video.
Hälfte der UV-Belastung im Schatten
Viele sind sich dieser Gefahr vermutlich nicht bewusst! Aber Wolken sind kein Schutz vor UV-Strahlung. Bis zu 90 Prozent landen auf unserer Haut und können dort ihr Unheil anrichten. Selbst wenn wir im Wasser sind, dringt die UVA-Strahlung noch mit 75 Prozent bis in einen Meter Tiefe vor. Die UVB-Strahlung wirkt dort noch zu 50 Prozent.
Wer jetzt glaubt, er sei im Schatten sicher - blöd gelaufen - hier sind noch die Hälfte der UV-Strahlen wirksam. Ohne Sonnenschutz geht es also nicht. Und die Warnkarten mit der UV-Belastung sind nichts für Hysteriker, sondern sollten auf jeden Fall ernst genommen werden.
Der UV-Index warnt uns vor gefährlicher Strahlung

Je höher der UV-Index ist, desto schneller kann bei unserer Haut ein Sonnenbrand auftreten. Sonnenschutzmaßnahmen werden dann immer wichtiger.
Ein leicht bewölkter Himmel macht alles noch schlimmer
Alles bewölkt und trotzdem super braun - oder eben rot. Die UV-Strahlung macht vor den Wolken keinen Halt.
Warum das so ist, erklärt uns Meteorologe Sebastian Keßler: "Wenn das Sonnenlicht auf Wassertröpfchen oder Eiskristalle trifft, kommt es zu Wechselwirkungen. Die Lichtstrahlen werden von ihrer geradlinigen Bahn in unterschiedliche Richtungen abgelenkt. Dieser Prozess wird "Streuung" genannt."
Und genau das passiert bei einer Wolke. Die UV-Strahlung wird bei hellen Wolken dadurch sogar intensiver als bei blauem Himmel. "Wenn der Himmel leicht bewölkt ist, wird mehr Licht zum Boden gestreut", so Keßler. Hinzu kommt die Rückkopplung: "Der Boden reflektiert teilweise die UV-Strahlung wieder zurück zur Wolke und lenkt die UV-Strahlung wieder Richtung Boden". Dadurch kann dann wieder mehr Strahlung am Boden ankommen. Ein übler Teufelskreis.
Beste Bedingungen für intensive UV-Strahlung
Die Stärke der UV-Strahlung ist abhängig von...
- Jahreszeit
- Tageszeit
- Breitengrad
- Höhe des Ortes
- Wolkenbedeckung
- Albedo der Umgebung
Was heißt das? Wegen des höheren Stands der Sonne ist die UV-Strahlung im Sommer am intensivsten, im Winter am niedrigsten. Entsprechend gilt das für Mittagszeit verglichen mit den Früh- und Morgenstunden. Die UV-Strahlung ist am Äquator am höchsten und steigt mit der Höhe: Die UV-Strahlung nimmt um ca. 10 Prozent pro 1000 Höhenmeter zu. Wasser, Schnee und auch Sand (am Strand) haben zudem eine hohe Albedo, eine hohe Reflexionsstrahlung und verstärken die UV-Strahlung auf diese Weise. Schatten dagegen verringert sie.
Warum sind UV-Strahlen gefährlich?

Mit ca. 95 Prozent macht die UV-A-Strahlung den größten Teil der ultravioletten Strahlung aus. Die Strahlen des UV-A-Lichts gelangen bis in die tieferen Hautschichten unseres Körpers. Die UV-B-Strahlen sind die sanftere Variante. Sie verhelfen zu einer anhaltenden Bräunung, die sich aber langsamer als bei der UV-A-Strahlung aufbaut. Die Strahlen dringen in die Oberhaut ein. Hierdurch wird das Pigment Melanin gebildet, welches die Hautbräunung hervorruft. Zusätzlich wird eine Schutzschicht, die sogenannte Lichtschwiele aufgebaut. Ein Sonnenbrand kann trotzdem entstehen, wenn die Haut nicht durch genügend Sonnenschutzmittel geschützt wird. Als Spätfolge übermäßiger UV-B-Bestrahlung kann ebenfalls Hautkrebs auftreten.
Die UV-Strahlung kann vor allem Augen und Haut schädigen - kurz- und langfristig. Sonnenbrand und Bindehautentzündung gehen zwar wieder vorüber, aber langfristig können eben Grauer Star und Hautkrebs entstehen. Aber so weit muss es ja gar nicht kommen: So geht cleverer UV-Schutz!



