Sommerblumen nicht zu früh pflanzen: Erst die Eisheiligen abwarten!

Risiko Bodenfrost

Auch wenn es langsam wärmer wird und die Gartensaison beginnt, nicht alle Pflanzen dürfen schon in den Garten. Sommerblumen sollten wegen noch drohender Kälte erst nach den Eisheiligen, also ab dem 15. Mai gepflanzt werden.

Sommerblumen nicht zu früh pflanzen!
Sommerblumen sollten erst nach den Eisheiligen ins Freie.

Bereits ausgepflanzte Sommerblumen - wie Fuchsien, Dahlien oder Geranien - sollten mit Kartons und Decken geschützt werden, denn an besonders sonnigen Tagen mit klaren Nächten, kann es nachts noch Frost geben. Aber Achtung: Diesen Schutz am Morgen nicht zu früh entfernen, da die Temperatur zum Sonnenaufgang noch einmal sinken kann. Das gilt ebenfalls für Kübelpflanzen, die im Freien stehen.

Ein Gemüsebeet kann dafür schon problemlos vor den Eisheiligen angelegt werden. Im März können Spinat, Rote Bete, Mangold, Senf, Lauch und Knollensellerie ins Freie. Ab April stehen dann Kartoffeln, Steckrüben, Radieschen, Pastinaken, Endivie, Kapuzinerkresse oder Petersilie auf dem Aussaatkalender. Aber auch hier sollten kälteempfindliche Pflanzen noch mit einer sogenannten Vegetationsfolie oder einem Vlies vor Frost geschützt werden.

Was sind die Eisheiligen?

Die Eisheiligen sind je nach Region drei bis fünf Heilige, deren Gedenktage Mitte Mai liegen. Im Volksglauben kann man an diesen Tagen Voraussagen über das Wetter der kommenden Wochen und Monate machen. Die Eisheiligen sind: Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia. Insbesondere Letztere kommt als Kalte Sophie in zahlreichen Bauernregeln vor. Verschiedenen Regeln zufolge kann erst nach Sophia mit konstantem Frühlingswetter gerechnet werden.

Bei der Orientierung an den Eisheiligen ist allerdings zu bedenken, dass die entsprechenden Regeln vor der Gregorianischen Kalenderreform geschaffen wurden. Dementsprechend lagen die Gedenktage knapp zwei Wochen später. Die zugehörigen Bauernregeln treffen also für Ende Mai zu. Ab diesem Zeitpunkt, mit Ausnahme der Schafskälte im Juni, muss nicht mehr mit größeren Kälteeinbrüchen gerechnet werden.

Regionale Unterschiede bei den Eisheiligen erklären sich durch unterschiedliche klimatische Bedingungen, so treffen Ende Mai Kaltluftströmungen von Skandinavien her meist einen Tag früher auf Norddeutschland als auf Süddeutschland.