So war das Wetter im Mai 2016: Von Frost über Starkregen bis hin zu schweren Gewittern

Wetter im April 2016
Erst warm, dann kühl – ein typischer April © dpa, Jan-Philipp Strobel

Anfangs vereinzelt noch Frost, Pfingsten sehr kühl, später oft sommerlich warm

Der Monat begann zunächst oftmals freundlich und zunehmend warm, Mitte Mai schlugen dann die Eisheiligen mit deutlich kühleren Temperaturen und Nachtfrösten zu. Zu Beginn der dritten Dekade dominierten feucht warme Luftmassen, örtlich gab es erste heiße Tage. Danach traten Unwetter mit Starkregen und Hagel auf. Insgesamt war der Mai in weiten Teilen Deutschlands zu trocken, überall zu warm und überdurchschnittlich sonnig.

Wie bereits in den Vormonaten, dominierten auch im Mai 2016 abwechselnd Hoch- und Tiefdruckgebiete. Dadurch gelangte teils kühle und feuchte, teils warme und trockene Luft nach Deutschland. Dabei profitierte der Nordosten Deutschlands von überwiegend hohem Luftdruck. Anders im Westen und Süden – heftige Gewitter brachten im letzten Drittel verbreitet Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Lange sonnig und warmer Monatsauftakt, an den Eisheiligen kühler werdend

Der April endete kühl mit Temperaturen im einstelligen Bereich. In den letzten beiden Tagen änderte sich das Strömungsmuster und südwestlicher Wind unter Hochdruckeinfluss brachte Deutschland steigende Temperaturen. So stiegen die Temperaturen langsam an und Hoch 'Peter' bescherte uns angenehme Temperaturen, so wurden am zwischen dem 07. und 09. Mai häufig über 25 Grad erreicht, in Kleve und im Raum Mannheim wurden sogar bis zu 28 Grad gemessen. Doch ließen die Eisheiligen nicht lange auf sich warten: Der Tiefdruckkomplex Tief 'Zooey' über Nordeuropa und dem Nordmeer brachte eine deutliche Abkühlung. Auf dessen Rückseite floss ab dem 14. Polarluft in Mitteleuropa ein. So wurden ab Bonifatius (14.05.) deutschlandweit kaum mehr 18 Grad erreicht. Zudem gab es selbst in höheren Mittelgebirgslagen noch einmal Schnee, in tiefen Lagen ungemütliches "Aprilwetter". So wurden zur kalten Sophie (15.05.) sogar nur noch höchstens 15 Grad z.B. in Berlin erreicht. In den Nächten gab es häufig Bodenfrost, in den Mittelgebirgen zum Teil sogar Luftfrost.

In der dritten Monatsdekade stiegen die Temperaturen wieder an, erneut wurden verbreitet sommerliche Tage registriert. Wenngleich es eher wechselhaft war. Die letzte Dekade war gekennzeichnet von Tiefdruckeinfluss, vor allem durch die Tiefs 'Barbara' und 'Elvira'. Dabei dominierten feuchtwarme Luftmassen mit vorübergehend deutlicher Abkühlung. Vor allem im Osten, später im Norden gab es sommerliche Temperaturen mit häufig um oder über 25 Grad.

Mit durchschnittlich 13,6 Grad lag der Mai um 1,5 Grad über dem Soll der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Gegenüber der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 betrug die Abweichung +0,6 Grad. In der windschwachen Zone des über Deutschland hinwegziehenden Hochs 'Peter' sank der Tagestiefstwert im Süden am 5. des Monats vereinzelt bis in den Frostbereich ab: Oberstdorf meldete mit -4,1 Grad den tiefsten Wert. Anschließend bescherte das Hoch besonders dem Nordosten noch eine ganze Reihe von Tagen mit Höchstwerten über 25 °C. Ein Temperatursturz von teilweise mehr als 10 Grad folgte zu den „Eisheiligen“. Dadurch war Pfingsten Mitte des Monats vor allem im Süden Deutschlands oftmals kälter als das extrem warme Weihnachten 2015. Eine Woche später stieg das Quecksilber dann wieder auf frühsommerliches Niveau. Heißester Ort war am 22. Jena mit 31,4 Grad. Nachfolgend sorgte eine Luftmassengrenze mit Gewittern für große Temperaturunterschiede zwischen dem Norden und Süden. So meldete am 25. Grambow-Schwennenz in Vorpommern 29 Grad, Stuttgart aber ledig 11 Grad.

Im Süden viel Regen, im Nordosten sehr trocken, zum Monatsende Gewitter

Der Mai verfehlte mit etwa 68 l/m² sein Soll von 71 Litern pro Quadratmeter (l/m²) lediglich um fünf Prozent. Dabei traten, wie schon 2015, in Deutschland sehr unterschiedliche Niederschlagssummen auf. Im Nordosten blieben die Mengen örtlich unter 5 l/m², und es kam durch Trockenheit zu ersten Waldbränden. Im Chiemgau fielen dagegen an manchen Stationen mehr als 270 l/m². In den letzten Tagen bestimmte das Tief 'Elvira' das Wetter in Deutschland und brachte starke Gewitter und zum Teil Unwetter mit Hagel und Starkregen. Besonders betroffen waren am 22. Nordrhein-Westfalen, am 23. Sachsen, am 27. Rheinland-Pfalz und Hessen sowie am 29. Baden-Württemberg. Gewaltige Flutwellen strömten durch manche Orte, es gab mehrere Todesopfer. Am 29. meldete Gundelsheim, nördlich von Heilbronn, eine Tagessumme von 122,1 l/m². Auch im Norden wurden teils unwetterartige Schauer und Gewitter an den beiden letzten Tagen gemeldet.

Sonnenschein leicht im Plus

Die Sonnenscheindauer im Mai überstieg ihr Soll von 196 Stunden mit rund 208 Stunden um sechs Prozent. Besonders begünstigt war dabei Vorpommern mit teils mehr als 335 Stunden. In Südbayern kamen dagegen örtlich nur etwa 150 Stunden zusammen.

Bilanz

Der Monat war in Deutschland insgesamt um etwa 1,4 Grad zu warm. In Süddeutschland fielen diese Abweichungen weniger stark aus wie den übrigen Regionen, vor allem in der Nordhälfte. Am Alpenrand gab es eine Temperaturabweichung von 0,2 Grad, in Stuttgart von 0,9 Grad vom langjährigen Mittel, im Nordosten dagegen von rund 2,1 bis 2,7 Grad.

Die Sonne schien im Süden zu wenig mit teilweise nur 86% des Klimamittels und selten über 200 Stunden. Jedoch waren weite Teile Deutschlands sonnenbegünstigt, vor allem im Norden und Osten gab es mehr Sonnenstunden als üblich. Spitzenreiter ist dabei die Region Leipzig mit etwa 120% des Mittelwertes und einer absoluten Sonnenscheindauer von über 250 Stunden.

Generell regnete es in Deutschland zu wenig, d.h. im Mittel nur knapp 90% der mittleren Niederschlagsmenge für den Monat Mai. In weiten Teilen des Nordens und Ostens gab es nicht mal 50 Prozent, am Bodensee fiel dagegen fast das Doppelte der üblichen Niederschlagssumme. Auch muss beachtet werden, dass es viele Gewitter gab und diese naturgemäß keine große räumliche Ausdehnung haben, weswegen an manchen Orten deutlich mehr Niederschlag fiel als für Mai üblich, manche Orte aber auch in den letzten Maitagen komplett trocken blieben.

Das Wetter in den Bundesländern im Mai 2016

Schleswig-Holstein und Hamburg:

Der Mai brachte in Schleswig-Holstein 13,8 °C, etwa 40 l/m² und 255 Sonnenstunden, in Hamburg 14,7 °C, rund 45 l/m² und 255 Sonnenstunden.

Niedersachsen und Bremen:

Niedersachsen verzeichnete 14,3 °C, etwa 35 l/m² und 235 Sonnenstunden, Bremen 14,6 °C, rund 50 l/m² und 235 Sonnenstunden. Am Pfingstsonntag, dem 15. zeigte das Thermometer um 14 Uhr in Soltau während eines Schauers lediglich 5 °C.

Mecklenburg-Vorpommern:

Hier lag die Mitteltemperatur bei 14,5 °C. Mecklenburg-Vorpommern war mit kaum 30 l/m² das trockenste und mit fast 275 Stunden das sonnenscheinreichste Bundesland. In Arkona schien die Sonne etwa 340 Sunden und damit durchschnittlich 11 Stunden pro Tag. Örtlich kamen im ganzen Monat weniger als 5 l/m² zusammen. Durch die Trockenheit entstanden mehrere Waldbrände, wie am 5. bei Wredenhagen sowie am 7. bei Torgelow und Ueckermünde.

Brandenburg und Berlin:

Brandenburg war mit 15,5 °C das zweitwärmste Bundesland, die Niederschlagsmenge lag bei rund 35 l/m². Mit gut 260 Stunden belegte Brandenburg auch beim Sonnenschein den zweiten Platz. Berlin zeigte sich mit 16,1 °C als wärmstes und mit etwa 30 l/m² als zweittrockenstes Bundesland. Die Sonne schien fast 255 Stunden. Ein kleiner Tornado zog am Nachmittag des 15. durch Dallgow, westlich von Berlin und schleuderte das Dach eines Gartenschuppens auf das Dach eines Nachbarhauses. Kräftige Gewitter brachten am Abend des 23. in Wusterwitz, westlich von Brandenburg an der Havel, 66,8 l/m². Im Gegensatz dazu fielen an einigen anderen Orten weniger als 5 l/m² im ganzen Monat.

Sachsen-Anhalt:

Hier lag die Mitteltemperatur 14,7 °C, eine Niederschlagsmenge vonetwa 45 l/m² und eine Sonnenscheindauer von knapp 250 Stunden.

Sachsen:

Sachsen kam im Mai 2016 auf 13,9 °C, fast 50 l/m² und rund 235 Sonnenstunden. Schwere Gewitter tobten am Abend des 23. im östlichen Sachsen. Im Landkreis Bautzen türmten sich Hagelkörner an manchen Stellen fast einen halben Meter hoch. Im Elbsandsteingebirge bei Bad Schandau löste sich eine Gerölllawine und begrub die Bahnstrecke Dresden-Prag auf einer Länge von 150 Metern unter sich. Im nahe gelegenen Lichtenhain-Mittelndorf fielen an diesem Tag zwischen 19 und 21 Uhr insgesamt 42,1 l/m².

Thüringen:

Im Mai 2016 meldete Thüringen 13,4 °C, rund 55 l/m² und etwa 215 Sonnenstunden. Die deutschlandweit höchste Temperatur im Mai trat am 22. mit 31,4 °C in Jena auf.

Nordrhein-Westfalen:

Nordrhein-Westfalen erreichte eine Temperatur von 14,1 °C, eine Niederschlagsmenge von kaum 45 l/m² und knapp 210 Stunden (190 Stunden) Sonnenschein. Ein Gewittersturm

verursachte am 22. in Minden-Meißen schwere Schäden: Fünf Häuser wurden wegen Einsturzgefahr geräumt.

Hessen:

In Hessen lag die Mitteltemperatur bei 13,4 °C, die Niederschlagssumme bei gut 70 l/m² und der Sonnenschein bei etwa 205 Stunden (194 Stunden). Schwere Gewitter am Abend des 27. verwandelten in Wiesbaden und Umgebung zahlreiche Straßen in Flüsse. In Wiesbaden-Kloppenheim fiel 30 cm Hagel.

Rheinland-Pfalz:

Im Mai 2016 notierten die Meteorologen hier 13,3 °C und fast 85 l/m². Rheinland-Pfalz gehörte mit nur rund 190 Stunden (191 Stunden) zu den sonnenscheinarmen Bundesländern. Nach schweren Gewittern am 27. lag der Hagel in der Osteifel stellenweise 30 cm hoch auf den Straßen. Bei Hatzenport an der Mosel entgleiste ein Zug auf der Strecke Koblenz-Trier wegen eines Erdrutsches. Einen Tag später schlug der Blitz bei Hoppstädten in der Westpfalz in eine Gruppe von Fußballspielern und ihre Betreuer. 35 Menschen wurden in eine Klinik gebracht.

Saarland:

Das Saarland präsentierte sich im Mai 2016 mit 13,1 °C als ein kühles, mit gut 100 l/m² als ein niederschlagsreiches und mit kaum 175 Stunden (199 Stunden) als das sonnenscheinärmste Bundesland. Heftige Gewitter führten am 13. im Raum St. Ingbert, nordöstlich von Saarbrücken, zu Überflutungen.

Baden-Württemberg:

Baden-Württemberg war im Mai mit 12,6 °C das kühlste, mit gut 125 l/m² das niederschlagsreichste und mit rund 180 Stunden das zweitsonnenscheinärmste Bundesland. Extreme Wolkenbrüche führten am 29. zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall zu meterhohen Flutwellen, die Autos durch die Ortschaften schwemmten und mehrere Todesopfer forderten. In Gundelsheim, nördlich von Heilbronn, fielen dabei 122,1 l/m² vom Himmel.

Bayern:

Bayern war mit 12,7 °C das zweitkühlste und mit etwa 105 l/m² das zweitniederschlagsreichste Bundesland. Der üpSonnenschein betrug knapp 195 Stunden. Die kälteste Nacht im Mai war am 5. in Oberstdorf mit -4,1 °C. Der bundesweit meiste Niederschlag fiel im Chiemgau mit teilweise mehr als 270 l/m².

Quelle: dwd