So entsteht ein Tornado

So entsteht ein Tornado
© dpa, A1820 epa anp Meijert de Haan

Über 500 km/h schnell

Die Entstehung von Tornados ist bis heute noch nicht eindeutig geklärt und kann eigentlich während des ganzen Jahres erfolgen.

Tornado-Gefahr besteht immer genau dann, wenn mit kräftigen Gewitterzellen gerechnet werden muss. Die meisten Tornados kommen im Mittleren Westen der USA vor, sehr gute Bedingungen finden wir aber auch in Argentinien, Mittel-, Süd- und Osteuropa, Südafrika, Bengalen, Japan und Australien. Es ist aber ein sehr kompliziertes Zusammenspiel unterschiedlicher Wetterbedingungen.

Voraussetzung für die Entstehung ist einerseits, dass eine labile Luftmasse, die bodennah feucht und warm ist und die in der Höhe kühl und trocken ist, vorhanden ist. Entscheidend für die Entstehung eines Tornados ist dann das Vorhandensein von mit der Höhe drehenden und sich verstärkenden Winden. Damit wird die Rotation von Gewitterzellen (auch Superzellen genannt) in Gang gesetzt und auch aufrecht erhalten. Unter europäischen Bedingungen entwickelt sich jede zehnte Superzelle zu einem Tornado.

Die Bezeichnung Tornado hat seinen Ursprung in der spanischen Sprache (tornar bedeutet im spanischen „umkehren, wenden“ bzw. „wirbeln"). Die Amerikaner sprechen vom so genannten Twister. Charakteristisch für diesen kleinräumigen Luftwirbel ist die annähernd senkrechte Drehachse, bei der sich der Wirbel durchgehend vom Boden bis zur Wolkenuntergrenze erstreckt. Der Durchmesser dieses Wirbels - auch Rüssel genannt - kann über einige Meter bis hin zu 500 m oder sogar bis über 1 km betragen.

Die Klassifizierung von Tornados erfolgt über die Windgeschwindigkeit (Fujita-Tornado-Skala). Ein F0-Tornado erreicht Windgeschwindigkeiten bis zu 117 km/h, ein F5-Tornado beginnt bei 418 km/h. In den USA sind ca. 88% der beobachteten Tornados schwach (F0 und F1), 11% stark (F2 und F3) und unter 1% verheerend (F4 und F5).

Wenn ein Tornado erstmal mit seiner Kraft über das Land fegt sind die Schäden meist dramatisch. Tornados decken die Dächer von Häusern ab und knicken Bäume um, als wären sie aus Papier. Auch Autos können durch die Luft fliegen, als hätten sie quasi kein Gewicht. Die höchste je registrierte Windgeschwindigkeit innerhalb eines Tornados wurde am 03. Mai 1999 in Oklahoma (USA) mit 510 km/h gemessen. Das ist die höchste je registrierte Windgeschwindigkeit auf der Erdoberfläche überhaupt.