So macht Klima retten sogar Spaß

So einfach! Die Butter weglassen und Klimaretter sein

Das kann wirklich jeder einmal tun - die 9 Tipps

Es ist gar nicht so schwer, einen Tag klimafreundlich zu gestalten. Und es macht sogar Spaß. Kurz bevor am Freitag die Schülerinnen und Schüler wieder für ein besseres Klima demonstrieren – diesmal unter dem Motto „Kein Grad weiter“ – möchten wir euch an dieser Stelle einmal zeigen, wie einfach jeder etwas für die Rettung unseres Klimas tun kann. Ein Tag im Sinne unseres Klimas: einfach mitmachen.

Tipp 1: Tee statt Kaffee

Der morgendliche Kaffee darf nicht fehlen. Soll er auch nicht. Vielleicht ersetzt man die zweite Tasse aber mit einer Tasse Tee.
Der morgendliche Kaffee darf nicht fehlen. Soll er auch nicht. Vielleicht ersetzt man die zweite Tasse aber mit einer Tasse Tee. © dpa, Friso Gentsch, frg cul Ken jai lof

Der Wecker klingelt, aufstehen macht natürlich keinen Spaß. Aber immerhin lockt der erste Kaffee des Tages. Allerdings werden für die Produktion einer Tasse Kaffee 140 Liter Wasser benötigt. Und pro Tasse werden ungefähr 75 Gramm CO2 freigesetzt. Das macht im Jahr bei drei Tassen am Tag immerhin 82 Kilo. Unser Tipp: Auch mal einen Tee trinken, Tee steht in der Umweltbilanz besser da. Niemand muss auf Kaffee verzichten, aber vielleicht tut es ja ein Tässchen weniger.

Tipp 2: Sparduschkopf

Ein Sparduschkopf senkt die verbrauchte Wassermenge enorm!
Ein Sparduschkopf senkt die verbrauchte Wassermenge enorm!

Okay, der erste Kaffee ist intus. Jetzt ab unter die Dusche. Dabei ist wichtig: Nicht zu lange duschen, denn eine kurze Dusche spart Wasser und Geld und sauber ist man trotzdem – versprochen. Wer aber wirklich gerne länger unter der Dusche steht, dem sei ein Sparduschkopf empfohlen. Die gibt es schon für 20 Euro im Baumarkt und die können einen Duschvorgang von 60 Liter Wasser auf 10 reduzieren. Und die ganz Harten können die letzten 30 Sekunden der Dusche das Wasser auf kalt stellen. Das ist gesund und macht richtig wach für den Tag. Und es schont Klima und Geldbeutel.

Tipp 3: Frühstück ohne Butter

Butter
Butter weglassen = Klima retten. So einfach ist das. © Getty Images/iStockphoto, YelenaYemchuk

Jetzt kommt ein toller Tipp, weil er so einfach und effektiv ist: Beim Frühstück einfach die Butter weglassen. Denn Butter ist für unser Klima das schlimmste Lebensmittel. Bei keinem anderen entsteht in der Produktion so viel CO2 – doppelt so viel wie bei Rindfleisch. Einfach pflanzliche Margarine verwenden – fertig ist der Klimaschutz. Wir Deutschen sind mit den Dänen und Franzosen die größten Butter-Monster. Da kann man sich doch ein klein bisschen einschränken, oder? :-)

Tipp 4: Mit dem Rad ins Büro

Teilnehmer einer Fahrraddemonstration unter dem Motto «Rauf aufs Rad für die nächste Generation» fahren über die Gitschiner Straße in Berlin-Kreuzberg. Mit der Kreisfahrt rund um das Berliner Stadtzentrum fordert der Allgemeine De
Ist doch schöner als ein Stau auf der Autobahn, oder? © dpa, Christoph Soeder, christoph soeder lop

Gut. Wir haben Kaffee getrunken, geduscht und gefrühstückt und dabei schon einiges gegen die Erderwärmung getan. Jetzt geht es zur Arbeit. Wie weit ist es denn? Ist der Weg wirklich nicht mit dem Rad zurückzulegen? Wenigstens einmal pro Woche? Bestimmt, oder? Falls die Strecke wirklich zu weit ist, tut es vielleicht die S-Bahn oder der Zug? Oder wohnt nicht ein Kollege oder eine Kollegin in der Nähe, und wir können ab und an mal zusammen fahren? Das ist gesellig, kostet weniger und schont die Natur. 

Tipp 5: Was esse ich zu Mittag?

Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, lecker zu essen und dabei mal kein Fleisch zu sich zu nehmen,
Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, lecker zu essen und dabei mal kein Fleisch zu sich zu nehmen. © imago images / Westend61, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

So, nun haben wir ein paar Stunden gearbeitet und in der Magengegend macht sich dieses Hungergefühl breit. Ab in die Kantine oder zum Imbiss. Was soll ich essen? Currywurst? Schon wieder? Nein, heute mal vegetarisch. Niemand muss gleich Vegetarier sein, aber unser Körper benötigt auch nicht jeden Tag Fleisch. Es gibt so viele gute vegetarische Gerichte, mittlerweile auch an vielen Imbissbuden. Wir Deutsche essen viel zu viel Fleisch: im Schnitt 60 Kilogramm pro Jahr. Wenn jeder einen Tag pro Woche auf Fleisch verzichtet, würde das jährlich rund 93 Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen einsparen. Wow! 

Ein Kilo Rindfleisch zu produzieren verursacht ungefähr so viel Treibhausgas wie 100 Kilometer Autofahren. Die Tofu-Herstellung 15-mal weniger. Und wer jetzt sagt: Ja, Tofu ist ja nicht so lecker und schmeckt oft irgendwie nach Pappe, dem sei gesagt, es gibt wirklich tolle und leckere Alternativen ohne Fleisch. Einfach mal ausprobieren. Am besten dazu ein Glas Leitungswasser trinken, denn das ist günstig und wird strengstens kontrolliert. Und es fällt auch kein Plastik an.  

Tipp 6: Alle Geräte ausmachen

Stand-by-Schalter. Elektrogeräte immer ganz ausschalten.
Stand-by-Schalter. Elektrogeräte immer ganz ausschalten. © picture-alliance/ ZB, Patrick Pleul

Wir sind immer noch ganz begeistert von dem leckeren vegetarischen Mittagessen. Und schon geht es Richtung Feierabend. Und das Beste ist: Das Wochenende steht vor der Tür. Daher einfach alle Bürogeräte übers Wochenende vollständig abschalten, denn der Stand-by-Modus frisst unnötig Energie. Das gilt auch für die Geräte zuhause. Bevor geschlafen wird, alle Geräte richtig ausschalten. Nicht vergessen: Das spart angesichts der hohen Strompreise auch bares Geld.

Tipp 7: Shopping-Ideen

Beim Shoppen immer fragen:
Beim Shoppen immer fragen: "Brauche ich das wirklich"? Wir Deutsche haben 2 Milliarden unbenutzte Kleidungsstücke im Schrank. © picture-alliance/ dpa, Paulo Fridman 5048864

Bevor es nach Hause geht, noch schnell auf einen Sprung in die City. Vielleicht gibt es noch ein Schnäppchen? Klar, wir haben alle viel zu viele Klamotten im Schrank. Und wenn wir ein tolles Teil in der Anprobe anziehen, hilft es auf jeden Fall zu fragen: „Brauche ich das wirklich?“ Oder ist das gerade nur so ein Impuls? Greenpeace hat errechnet, dass wir Deutschen etwa 2 Milliarden ungetragene Kleidungsstücke im Schrank haben. Hammer, oder?

Frauen besitzen im Schnitt mit 118 Kleidungsstücken deutlich mehr als Männer (73 Teile). Was tun? Wer einen unbändigen Shopping-Willen hat, der kann auf Kleider- und Flohmärkte gehen. Und: auch die eigene Kleidung verkaufen oder zu Organisationen wie Oxfam bringen. Die gibt es in jeder größeren Stadt und die geben die Kleidung an bedürftige Menschen weiter. Beim Kauf im Laden auch auf das Siegel „Grüner Knopf“ achten. Diese Kleidung wurde sozial und ökologisch nachhaltig hergestellt.

Tipp 8: Waschmaschine voll machen

Die Wäschetrommel immer voll machen.
Die Wäschetrommel immer voll machen. © dpa, Armin Weigel

Wir haben erfolgreich einen fair gehandelten Pulli erworben und jetzt geht es nach Hause. Die Wäsche muss gemacht werden. Auch hier kann Klimaschutz betrieben werden: Die Wäschetrommel immer schön voll machen. Zwölf Prozent unseres privaten Wasserverbrauchs verursacht die Waschmaschine. Deshalb: Trommel vollmachen. Meist reicht auch die Kurzwäsche, unsere Waschmittel sind so effizient heutzutage. Man kann Wäsche, die müffelt, aber nicht schmutzig ist, auch für eine Nacht in die Gefriertruhe tun. Das tötet die übelriechenden Bakterien ab. 

So. Abendessen: Der Auflauf muss in den Ofen. Vorheizen war gestern. Einfach loslegen – das spart 20 Prozent. Weitere 20 Prozent spart, wer unnötige Bleche und Auflaufformen aus dem Ofen räumt.

Tipp 9: Schlafen? Heizung runter

Bei 17 Grad schlafen wir am besten. Also: Heizung runterdrehen.
Bei 17 Grad schlafen wir am besten. Also: Heizung runterdrehen. © Getty Images/iStockphoto, anandaBGD

Was für ein voller Tag mit so vielen Eindrücken. Jetzt nur noch ins Bett. Selbst da kann jeder was für das Klima tun: Runter mit der Heizung. Am besten schläft es sich bei 17 Grad. Wir alle leben in viel zu hochgeheizten Wohnungen. Das raubt uns auch den Schlaf, denn wir brauchen es kühl. Im Winter aber bitte die Heizung nicht auf null schrauben, denn dann braucht sie morgens zu viel Energie zum Hochfahren. 

Tipps vom Magazin stern in Zusammenarbeit mit Fridays for Future

Diese Tipps stammen aus dem Magazin stern, das die Redaktion in dieser Woche aus Anlass der Klimaproteste am 25.9. zusammen mit Fridays for Future als monothematisches Heft entwickelt hat. Es geht darin unter anderem um eine Standortbestimmung in der Klimakrise: Wo stehen wir und was muss geschehen, damit sich der Klimawandel noch aufhalten lässt?