Aus der Rubrik faszinierende Erde

Red Sprites: Rote Kobolde verzaubern den Gewitter-Himmel

Red Sprites sind äußerst selten und vom Boden aus ohne technische Hilfsmittel kaum zu erkennen. Im Himalaya wurden jetzt aber faszinierende Aufnahmen der roten, verästelten Blitze gemacht, die fantastischen Wesen gleichen. Kobolden eben. Dazu gesellten sich Elves (auf deutsch Elfen), was aber einfach die nicht so sagenhafte Abkürzung von Emission of Light and Very Low Frequency perturbations due to Electromagnetic Pulse Sources ist. Elfen treten oft gemeinsam mit Roten Kobolden auf. Sie breiten sich ringförmig flächendeckend aus.

2015: ISS sichtet Roten Kobold über den USA

Roter Kobold über den USA - fotografiert aus dem All.
Roter Kobold oberhalb eines Gewitters über Missouri und Illinois.

Es gibt Phänomene im All, die richtig unheimlich erscheinen. Wenn man nicht davon ausgehen könnte, dass waschechte Wissenschaftler in der internationalen Raumstation ISS unterwegs sind, ordnete man so manches, das von dort oben uns Erdlinge erreicht, wohl als Schabernack unseriösen Ufo-Spinnern zu. A propos Schabernack: Im Jahr 2015 hatte die Besatzung ein Exemplar der Roten Kobolde, wie sie im Video zu sehen sind, fotografiert.

Über dem Nordwesten von Mexiko herumschwirrend schossen die Astronauten in nordöstliche Richtung das Foto eines so genannten 'Red Sprite', auf deutsch 'Roter Kobold', oberhalb eines Gewitters über den rund 2.200 Kilometer entfernten US-Bundesstaaten Missouri und Illinois. Im Vordergrund der Aufnahme sind die Lichter von Dallas in Texas zu sehen.

Genau 2 Minuten und 58 Sekunden später, als die ISS bereits über Acapulco an der mexikanischen Küste flog, entdeckten sie einen zweiten Roten Kobold über der Küste von El Salvador. Jetzt waren sie nur 1.150 Kilometer von dem Gewitter entfernt und konnten Details des Kobolds viel besser erkennen. Dafür machte hier eine Wolkendecke die Großstadtlichter verschwommen.

Red Sprites sind anders als andere Blitze

Red Sprite über El Salvador
Blitze unten, Red Sprite oben: Gewitter über El Salvador

Rote Kobolde sind elektrische Entladungen bei einem heftigen Gewitter, doch anders als die Blitze, die auch von der Erde aus sichtbar sind, schlagen sie nicht unter, sondern über den Wolken bis in eine Höhe von 100 Kilometern aus. Und noch einen Unterschied gibt es: Sie sind nicht extrem heiß wie die Blitze, die an der Erde ankommen. Die Red-Sprite-Entladungen erzeugen ein kaltes Plasma, was den Vorgängen in einer Leuchtstoffröhre ähnlich ist. Warum die Roten Kobolde nur manchmal entstehen, ist noch nicht geklärt.

Erst seit 1989 gibt es Foto-Beweise des seltenen Phänomens. Piloten berichteten schon viel eher über die Lichterscheinungen, aber belegen konnten sie ihre Existenz nicht und ihre Berichte wurden als Spinnereien abgetan. Nett: Weil sie vor allem in lauen Sommernächten am Himmel tanzen, haben amerikanische Wissenschaftler sie nach den Kobolden aus William Shakespeares „Sommernachtstraum“ benannt.

Quelle: NASA