Plötzliche Stratosphärenerwärmung: Bringt 'major warming' uns die Kälte zurück?

Stratosphärenerwärmung könnte uns echte Kälte bringen Ende des Monats

Der Januar hat uns jetzt mal ein paar schöne Wintertage präsentiert - mit ausreichend Schnee und Dauerfrost, sogar im sonst so läppisch-lauen Rheinland. Deutschland erlebt einen richtig schönen Winter.

Tropopause
Auf dieser Karte des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums erkennt man die hohen Temperaturen.

Nun wird es aber wieder milder, das scheint sicher, zumindest in der westlichen Hälfte des Landes. Aber: Bleibt es auch mild oder kehrt der Winter nochmal mit aller Macht zurück und lässt unser Blut in den Adern gefrieren?

Tatsächlich geht momentan ein recht interessantes Phänomen in der Stratosphäre über die Bühne. Denn dort vollzieht sich derzeit eine sogenannte 'plötzliche Stratosphärenerwärmung'. Der Jetstream ist nicht stabil, im Gegenteil, er mäandert förmlich wild wie ein ungezähmter Fluss.

Durch die starken Wellenbewegungen des Jetstreams ist es möglich, dass sehr warme Luft aus dem Süden über den Atlantik in die Atmosphäre getragen wird.

Dies kann - so wie jetzt - zu der 'plötzlichen Stratosphärenerwärmung' führen. Dann steigt die Temperatur der Luft in der Stratosphäre, also in etwa 20 bis 30 Kilometern Höhe, extrem an - vielleicht um mehr als 50 Grad. Durch dieses Extrem-Phänomen, das 1952 erstmals vom Berliner Meteorologen Richard Scherhag beobachtet wurde, bricht der Polarwirbel zusammen: Die Winde stellen sich um, es kommt zu Ostwind.

Noch ist die Lage auf den Wetterkarten nicht ersichtlich

Und was Ostwind für uns im Winter heißt, ist auch klar. Es wird kalt. Wenn diese Lage nun in einer extremen Form auftritt, kann das für uns Ende Januar/Anfang Februar einen heftigen Wintereinbruch bedeuten.

Noch ist das auf den Karten der Wettermodelle nicht zu erkennen und bloß Theorie. Doch die Erfahrung mit einer 'plötzlichen Stratosphärenerwärmung' lassen den Schluss zu: Eine weitere Kälteperiode kann kommen.

Dann stellt sich noch die Frage, wo genau es kalt wird. Denn es könnte leicht eine sogenannte Omegalage entstehen. Das heißt, ein stabiles Hoch wird flankiert von zwei Tiefdruckgebieten. Je nachdem wo das Omega sich positioniert, bekommen wir womöglich noch ergiebige Niederschläge und richtiges Mistwetter aufs Tapet. Die Postion kann man jetzt aber wirklich noch nicht seriös vorhersagen. Wir bleiben aber dran.