Niedrigwasser an Donau und Rhein: Pegelstände auf Rekord-Niedrigkurs

Niedrigwasser im Rhein
Durch das Niedrigwasser liegen am 03.01.2017 in Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen) große Teile des Rheinufers frei. © dpa, Martin Gerten, mg sab

Flusspegel auf Rekord-Niedrigkurs

So wenig Wasser führten Rhein, Donau und deren Nebenflüsse selten: Durch immer wiederkehrenden Hochdruckeinfluss geht die Trockenheit auch in der kommenden Woche und wahrscheinlich auch bis über den Monatswechsel hinaus weiter. Dementsprechend sind die Flusspegel an besagten Gewässern auf Rekord-Niedrigkurs.

Hartnäckiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa

In den letzten Wochen ist ein immer wiederkehrendes Muster bei der Druckverteilung über dem europäischen Kontinent festzustellen: Über Mitteleuropa etabliert sich immer wieder ein ausgedehntes und hartnäckiges Hochdruckgebiet, während an seinen Rändern Tiefs unbeständiges und für die jeweiligen Regionen auch jeweils ungewöhnliches Wetter bringen.

Rheinpegel so niedrig wie seit 60 Jahren nicht mehr

Niedrigwasser am Rhein
Ein Containerschiff passiert am 09.01.2017 eine Sandbank am Rhein bei Bad Breisig (Rheinland-Pfalz). © dpa, Thomas Frey, tfr pat rho

Tiefs kreisen in einem weiten Bogen um Mitteleuropa und damit auch Deutschland herum, während hierzulande lediglich die Frage besteht, ob sich nun eher trüb-graues Nebel- und Hochnebelwetter hält oder die Sonne scheint. In beiden Fällen bleiben nennenswerte Niederschläge aus, und die Vorhersagemodelle bescheinigen mit jeder neuen Berechnung mehr die Erhaltungsneigung dieser Wetterlage. Erfahrungsgemäß ist dabei auch die kalte und damit schwere Luft nur sehr schwer durch atlantische Tiefs auszuräumen. Doch ohnehin sind wir auch nach Prognoserechnungen weit davon entfernt, wie die Prognose der Niederschlagssumme bis Monatsende des europäischen Vorhersagemodells ECMWF zeigt. 

Flusspegel-Experte Andreas Wagner dazu: "Eine schier beispiellose Niedrigwasserphase beschäftigt seit Monaten die gesamten Einzugsgebiete von Rhein und Donau. Auch wenn Tief 'Egon' kurzfristig für eine leichte Entspannung am Rhein und dessen Nebenflüsse geführt hat, so rauschen die Pegelstände seit ein paar Tagen wieder vollends gen Rekordtiefstwerte. Der Rhein ist so niedrig für diese Jahreszeit wie seit mindestens 60 Jahren nicht mehr. Vergleichbares Niveau gab es nur in den Jahren 1962 (Eiswinter) und Sommer 2003 ('Jahrhundertsommer' mit zum Beispiel maximal 40,3 Grad in Perl-Nennig).

Auslöser dieser Niedrigwasserphase ist ein ausgesprochen markantes Niederschlagsdefizit im Westen und im Südwesten Deutschlands sowie in der Schweiz. Erschwerend kommt nun die Frostlage hinzu: Diese bindet zusätzliches Wasser an Bächen durch Randeisbildung oder gar Vereisung. Da auch mittelfristig noch immer keine nennenswerten Niederschläge zu erwarten sind, könnte es am Rhein durchaus für Pegelstände im Bereich absoluter Rekordtiefstwerte kommen.

Am Pegel in Worms liegt der Pegelwert derzeit bei etwa 0,45 Meter. Normal wären um diese Jahreszeit etwa 2,00 Meter. Bis zum kommenden Wochenende könnte der Pegelstand auf 0,30 bis 0,20 Meter absinken. Der absolute Rekordwert aus den Jahren 1962 und 2003 beträgt hier 0,16 Meter. 

Wichtig sei dabei zu beachten, dass durch gebaggerte Schifffahrtsrinnen der Wert für die Wassertiefe dennoch höher sein kann als der angegebene Flusspegel. So "beträgt die Wassertiefe bei Worms zum Beispiel für die Schiffe noch immer rund 1,90 Meter", so Wagner.  

Es seien übrigens bereits so einige Häfen und Kanäle zugefroren und auch auf der Elbe und der Donau würde die Schifffahrt bereits durch Eisgang, Eisschollen oder zugefrorene Häfen behindert und der eine oder andere Eisbrecher sei im Einsatz. 

Eisflächen nicht betreten!

Eisrettung: Übung der Wasserwacht
Eisrettung: Übung der Wasserwacht (Bayerisches Rotes Kreuz) im Naturfreibad Haunstetten. © imago/Michael Eichhammer, imago stock&people

Eine wichtige Warnung zum Schluss: "Eisflächen sollen nicht betreten werden. Meist ist das Eis noch zu dünn. Zumal es jetzt in der Mitte und im Osten Deutschlands auch schon mal zwischenzeitlich tagsüber taut. Liegt dann noch Schnee auf der Eisdecke eines Sees oder eines Kanals, dann kann man erst recht nicht die Schwachstellen ausmachen. In der Regel geben die örtlichen Behörden eine Eisdecke frei. Ist dies nicht der Fall, sollte man sich auch nicht aufs Eis wagen."

Quelle: wetter24.de/Andreas Wagner