Wenn die Sicht weg geht

Nebel - eine unterschätzte Gefahr

Im Herbst muss wieder häufiger mit Nebel gerechnet werden. Nur auf den ersten Blick wirkt der dichte Schleier ungefährlich. Denn die Statistik spricht eine andere Sprache. Und Nebel und Nebelschwaden sind gefährlicher als Blitze!

Die Tage werden nun kürzer, die Nächte länger und somit nimmt auch die nächtliche Auskühlung zu. Gerade bei schwachen Windverhältnissen während herbstlicher Hochdrucklagen und einem meist nur locker bewölkten oder klarem Himmel kann sich die Luft in der Nacht bis zur sogenannten Taupunkttemperatur abkühlen und es bildet sich Nebel. Zugegeben ist der Gedanke an Nebel aber nicht gerade Furcht einflößend. Eigentlich hat er doch fast schon etwas Besinnliches oder Verträumtes an sich. Was ist so bedrohlich an diesem mehr oder weniger dichten Schleier, der sich über Wald und Wiesen legt und geräuschlos vor sich hin wabert?

Dass beispielsweise Gewitter gefährlich für uns Menschen sind, ist vielen von uns auch diesen Sommer wieder bewusst geworden. Statistisch gesehen sterben etwa drei bis sieben Menschen jährlich alleine an Blitzschlag. Wer allerdings davon ausgeht, dass die nun angebrochene Jahreszeit wettertechnisch ungefährlicher abläuft, täuscht sich. Die Statistik spricht hier eine eindeutige Sprache. Allein im Jahr 2014 kam es laut dem Statistischen Bundesamt zu mehr als 400 Verkehrsunfällen, die alleine durch Nebel verursacht wurden. Dabei waren vielfach Personenschäden zu verzeichnen, über 20 davon mit Todesfolge. Rund 60 Prozent aller Nebelunfälle zwischen den Jahren 2009 und 2013 ereigneten sich dabei zwischen Oktober und Dezember.

Nebel stellt somit eine deutlich unterschätzte Gefahr dar. Neben dem Flug- und Schiffsverkehr wird hauptsächlich der Straßenverkehr durch Nebel stark beeinträchtigt und erheblich gefährdet. Innerhalb nur weniger Meter kann die Sichtweite für Autofahrer im plötzlich auftauchenden, dichten Nebel nahezu auf null absinken. Wer dann mit Geschwindigkeiten von über 100 km/h unterwegs ist, kommt einem Piloten, der sein Flugzeug im Blindflug fliegt, sehr nahe. Der wesentliche Unterschied besteht nur darin, dass die Flugzeuge technisch für solche Gegebenheiten ausgerüstet sind, PKWs hingegen kaum.

Schalten Sie also selbst bei leichtem Nebel schon das Abblendlicht ein und passen Sie die Geschwindigkeit Ihres Fahrzeugs den Sichtverhältnissen an. Die Nebelschlussleuchten dürfen nach Straßenverkehrsordnung allerdings erst bei einer Sichtweite unter 50 Metern benutzt werden, da das rote Schlusslicht bis zu 30 Mal heller erstrahlt als gewöhnliche Rückleuchten und somit nachfolgende Fahrer blenden könnte. Als Orientierungshilfe können Sie die Leitpfosten am Straßenrand zu Hilfe nehmen, die in der Regel in einem Abstand von 50 Metern angeordnet sein sollten. Auf Fernlicht sollte allerdings besser verzichtet werden, da Sie sich durch das im Nebel reflektierte Licht eher selbst blenden.